Littler kontert Hearns Mahnung, Wade überholt van Gerwen in der Weltrangliste & Greaves' Wigan-Bekenntnis

Littler kontert Hearns Mahnung, Wade überholt van Gerwen in der Weltrangliste & Greaves' Wigan-Bekenntnis

Darts News vom 15. September 2026: Littler verteidigt seinen Sparkurs, Wade überholt van Gerwen, Greaves über ihren Littler-Sieg, Hoods Restaurant-Traum, Amsterdam-Preisgeld & MODUS.

Die Bühne bleibt heute leer, das Mikrofon dafür umso lauter: Luke Littler antwortet auf die Mahnung von PDC-Präsident Barry Hearn und verteidigt seinen Sparkurs, die neue Weltrangliste bringt einen Platztausch in den Top Ten, Beau Greaves und Justin Hood geben tiefe Einblicke in ihre Karrierepläne, die PDC nennt das Preisgeld für die World Series of Darts Finals – und in Portsmouth läuft die MODUS Super Series weiter.

Das Wichtigste des Tages

  • Luke Littler antwortet auf Barry Hearns Warnung an die Topstars – und macht klar, dass er weiter Turniere auslassen wird.
  • James Wade überholt Michael van Gerwen in der aktualisierten Order of Merit und ist neue Nummer sechs der Welt.
  • Gabriel Clemens klettert in der Weltrangliste einen Platz nach oben, Ricardo Pietreczko verliert einen.
  • Beau Greaves erklärt, warum ihr Sieg gegen Littler der Wendepunkt auf dem Weg zur PDC-Tour war.
  • Justin Hood hält trotz Steuern und Management-Abzügen an seinem Restaurant-Traum fest.
  • Die World Series of Darts Finals in Amsterdam werden mit 450.000 Pfund dotiert – 50.000 Pfund mehr als im Vorjahr.
  • MODUS Super Series: David Evans gewinnt vier von fünf Spielen und baut die Führung in Gruppe A aus.

Story des Tages: Littler kontert Hearn – „Ich muss nicht jedem Turnier hinterherjagen“

Luke Littler hat in diesem Jahr erst zwei Players-Championship-Turniere gespielt, nur drei European-Tour-Events bestritten und die World-Series-Stationen in Neuseeland und Australien komplett ausgelassen. PDC-Präsident Barry Hearn hatte den Topstars zuletzt öffentlich ins Gewissen geredet, sich nicht regelmäßig rar zu machen. Heute folgte die Antwort des Weltranglisten-Ersten – gelassen, aber unmissverständlich.

„Es geht einfach darum, was für mich und meine Familie das Beste ist – diese entscheidenden freien Tage zu haben“, sagte der 19-Jährige. „Ich denke, wir werden mehr freie Tage sehen, einfach um auszuruhen. Ich bin die Nummer eins der Welt, und der Abstand zur Nummer zwei ist riesig. Ich kann diesen Schritt zurücktreten und muss nicht jedem einzelnen Turnier hinterherjagen. Das erlaubt mir freie Tage und sogar freie Wochen – es geht darum, den Kalender auszubalancieren.“

Die Zahlen geben ihm recht: In der Order of Merit steht Littler bei 3.156.500 Pfund, Luke Humphries als Zweiter bei 1.022.000 Pfund – mehr als das Dreifache. Was Littler allerdings nicht ausblenden kann: Sein erklärtes Ziel, in einer Saison alle zehn Major-Titel zu gewinnen, hängt an Turnieren, die er nicht einfach überspringen darf. Sechs Majors hat er 2026 bereits gewonnen, der Titel in Amsterdam wäre Nummer sieben. Und danach wartet ein Problem, das er sich selbst eingebrockt hat: Für die Players Championship Finals in Minehead muss er sich erst über die Floor-Rangliste qualifizieren – nachdem er die ersten 26 Pro-Tour-Events ausgelassen hatte, ehe er in Leicester in die Players Championships einstieg.

„Ich kann nicht weiter vorausschauen als auf das, was als Nächstes kommt, und das ist die World Series in Amsterdam“, so Littler. „Wenn ich hoffentlich die World Series gewinne, dann bin ich am Dienstag und Mittwoch in Den Bosch bei den Pro Tours und versuche, mich für Minehead zu qualifizieren.“ Sollte er in Amsterdam scheitern, dürfte der Ruhe-Modus wieder Vorrang haben.

Eine Einordnung lieferte Stephen Bunting: Littler habe den Sport verändert, seit er auf der Bildfläche erschienen sei – an die 16 WM-Titel von Phil Taylor werde „The Nuke“ seiner Einschätzung nach aber nicht herankommen.

Weltrangliste: Wade schiebt sich an van Gerwen vorbei

Die aktualisierte PDC Order of Merit sorgt für Bewegung in den Top Ten. James Wade ist mit 679.750 Pfund neue Nummer sechs der Welt und hat Michael van Gerwen überholt, der mit 651.000 Pfund auf Rang sieben zurückfällt. Der Abstand beträgt 28.750 Pfund. Grundlage für den Sprung ist Wades Titel bei der Flanders Darts Trophy in Antwerpen – sein erster European-Tour-Sieg seit über zehn Jahren. Wade, der das Jahr noch als Nummer elf begonnen hatte, verweist zudem auf starke Major-Auftritte als Basis seines Aufschwungs, darunter das UK-Open-Finale und das Viertelfinale beim World Matchplay.

Für van Gerwen könnte es vor dem World Grand Prix noch ungemütlicher werden: Die 40.000 Pfund aus seinen Titeln beim Players Championship 21 und bei der Hungarian Darts Trophy des Jahres 2024 fallen demnächst aus der Zwei-Jahres-Wertung.

Die Top Ten im Überblick:

  • 1. Luke Littler – 3.156.500 £
  • 2. Luke Humphries – 1.022.000 £
  • 3. Gian van Veen – 1.016.250 £
  • 4. Gerwyn Price – 737.500 £
  • 5. Jonny Clayton – 690.500 £
  • 6. James Wade – 679.750 £ (+1)
  • 7. Michael van Gerwen – 651.000 £ (−1)
  • 8. Josh Rock – 627.000 £
  • 9. Stephen Bunting – 615.250 £ (+1)
  • 10. Danny Noppert – 613.750 £ (+1)

Auffällig: Gian van Veen fehlen nur noch 5.750 Pfund auf Rang zwei. Gary Anderson, der Antwerpen ausgelassen hatte und generell wenige Ranglistenturniere spielt, rutscht um zwei Plätze auf Rang elf ab. Beau Greaves klettert in ihrem ersten Tour-Card-Jahr um zwei Positionen auf Platz 74. Und Niels Zonneveld sowie William O'Connor haben sich über die Pro-Tour-Wertung erstmals seit über einem Jahrzehnt für den World Grand Prix qualifiziert.

Darts in Deutschland: Clemens überholt Van den Bergh, Pietreczko verliert einen Platz

In der neuen Weltrangliste bleibt Martin Schindler mit 445.250 Pfund unverändert die deutsche Nummer eins auf Rang 19. Ricardo Pietreczko rutscht um einen Platz auf Rang 34 (266.000 £), Niko Springer bleibt mit 228.750 Pfund auf Position 38. Gabriel Clemens verbessert sich dank seines Zweitrunden-Einzugs bei der Flanders Darts Trophy um einen Rang auf Platz 47 (181.000 £) und zieht damit an Dimitri Van den Bergh vorbei, der ohne Tour Card weiter Boden verliert und nun auf Rang 48 steht. Dahinter folgen Lukas Wenig (63.), Max Hopp (68.), Dominik Grüllich (78.) und Florian Hempel (83.). In Amsterdam ist die deutsche Fahne nicht vertreten – kein deutscher Spieler hat sich für das 32er-Feld qualifiziert.

Blick nach Amsterdam: 450.000 Pfund und ein Titelverteidiger an Position eins

Die PDC hat heute das Preisgeld für die World Series of Darts Finals in Amsterdam bekannt gegeben: 450.000 Pfund werden ausgeschüttet – 50.000 Pfund mehr als im Vorjahr. Der Sieger kassiert 100.000 Pfund, der Finalist 60.000, die Halbfinalisten je 30.000, die Viertelfinalisten 17.500, Runde zwei bringt 10.000 und die erste Runde 5.000 Pfund. Weil das Turnier ein Einladungsevent ist und nicht in die Order of Merit zählt, bleibt der Titel eine reine Prestige- und Prämienfrage.

An der Spitze der Setzliste steht Titelverteidiger Michael van Gerwen, der sich diese Position mit seinen World-Series-Titeln in Bahrain und Dänemark verdient hat. Dahinter folgen Gerwyn Price als Nummer zwei und Luke Littler als Nummer drei – für Littler ist Amsterdam der nächste Baustein seiner Major-Sammlung, für van Gerwen die Chance, vor heimischem Publikum zu zeigen, dass der Rangverlust an Wade nur eine Momentaufnahme ist.

Beau Greaves: „Viel besser als er geht es nicht, oder?“

Beau Greaves hat heute erklärt, welcher Moment ihren Wechsel auf die PDC-Tour geprägt hat: der 6:5-Sieg gegen Luke Littler im Halbfinale der Jugend-WM in Wigan, bei dem sie mit 105 Punkten Average gegen Littlers 107,4 gewann und den entscheidenden Leg mit einem 11-Darter zumachte. „Ich glaube, ich habe wirklich gut gespielt, und er hat wirklich gut gespielt“, sagte Greaves. „Ihn zu schlagen hat mir auf seltsame Weise enorm viel Selbstvertrauen gegeben. Man kann buchstäblich jeden schlagen – viel besser als er geht es nicht, oder?“

Seitdem hat die Engländerin als erste Frau ein Players-Championship-Turnier gewonnen, sich eine Tour Card gesichert, ihr European-Tour-Debüt gefeiert, sich für den Grand Slam of Darts qualifiziert und steht nun auf Rang 74 der Weltrangliste – Beleg dafür, dass aus dem Selbstvertrauen von Wigan Substanz geworden ist.

Justin Hood: Der Restaurant-Traum lebt – trotz Abzügen

Justin Hood, mit seinem Viertelfinal-Einzug bei der WM im Alexandra Palace zur Sensation geworden, will weiterhin sein eigenes chinesisches Restaurant eröffnen. Die 100.000 Pfund Preisgeld übertrafen zwar sein ursprüngliches Ziel von 60.000 Pfund deutlich – doch die Realität holte ihn ein. „Es war das Ziel, es ist immer noch das Ziel“, sagte der Mann aus Somerset. „Nachdem wir Management und alle Steuern bezahlt hatten, blieb deutlich weniger übrig, als ich dachte. Aber irgendwann bleibt es das Ziel.“ Prominente Investoren stünden bereit: Luke Humphries und Luke Littler hätten beide Interesse bekundet – „aber ich kann den beiden in der Nähe meines Essens nicht trauen.“

MODUS Super Series: Evans marschiert in Portsmouth

Bei der MODUS Super Series (Series 15, Woche 7) in Portsmouth hat David Evans am zweiten Tag der Gruppe A erneut vier von fünf Partien gewonnen und führt die Tabelle mit 16 Punkten klar an. Benito van de Pas siegte dreimal, darunter mit einem 4:0 gegen Panagiotis Chrysospathis und einem 4:2 gegen Henry Cooper. Cooper startete mit drei 4:1-Siegen in Serie in den Tag, verlor dann aber gegen Chrysospathis (3:4) und van de Pas. Kai Fan Leung kam heute nur auf einen Sieg. Hinter Evans liegen Leung, Richie Howson und van de Pas mit je 10 Punkten, gefolgt von Cooper (8) und Chrysospathis (6).

  • Chrysospathis – Evans 2:4
  • van de Pas – Howson 4:3
  • Leung – Cooper 1:4
  • Howson – Chrysospathis 4:1
  • Evans – Cooper 1:4
  • van de Pas – Leung 2:4
  • Cooper – Howson 4:1
  • Chrysospathis – van de Pas 0:4
  • Leung – Evans 0:4
  • Chrysospathis – Cooper 4:3
  • Howson – Leung 4:3
  • van de Pas – Evans 1:4
  • Leung – Chrysospathis 3:4
  • Cooper – van de Pas 2:4
  • Evans – Howson 4:3

Den ausführlichen Bericht gibt es in unserem eigenen Turnier-Artikel.

Das steht morgen an

Am Mittwoch geht in Portsmouth die MODUS Super Series in den dritten und letzten Gruppentag der Gruppe A – der Tabellenerste sichert sich das Ticket für die Finals Night am Samstag, die übrigen fünf werden auf die Gruppen B und C verteilt. Auf der PDC-Bühne bleibt es morgen ruhig, ehe am Donnerstag in der AFAS Live die World Series of Darts Finals beginnen.

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