Cross stichelt gegen Schindler, Asian Tour vergibt fünf WM-Tickets & van Veens neuer Stand am Oche

Cross stichelt gegen Schindler, Asian Tour vergibt fünf WM-Tickets & van Veens neuer Stand am Oche

Darts News vom 13.09.2026: Rob Cross stichelt gegen Martin Schindler, die Asian Tour vergibt fünf WM-Tickets, van Veen erklärt seinen neuen Stand & Antwerpen kompakt.

Das Wichtigste des Tages

  • Rob Cross legt nach seinem 6:4 über Martin Schindler verbal nach – und Schindler verpasst den World Grand Prix.
  • Die PDC Asian Tour ist beendet: Lok Yin Lee und Alexis Toylo gewinnen die beiden Sonntagsturniere in Hainan, fünf WM-Tickets sind vergeben.
  • Gian van Veen erklärt, warum er in Antwerpen plötzlich wieder Doppel trifft: eine Umstellung am Stand, nicht am Wurf.
  • Stephen Bunting spricht über den Druck im Rennen um die Darts-EM in Dortmund – und fliegt gegen Nathan Aspinall raus.
  • MODUS Super Series: Fallon Sherrock und Benito van de Pas führen das Feld für Woche 7 in Portsmouth an.

Story des Tages: Cross rechnet ab – und Schindler bleibt Leicester fern

Es war die Aussage des Tages, und sie kam mit Ansage. Rob Cross hat sich heute zu seinem 6:4-Erfolg über Martin Schindler in Runde zwei der Flanders Darts Trophy geäußert – und dabei deutlich weniger diplomatisch geklungen, als man es vom Ex-Weltmeister gewohnt ist. „Ich hatte so eine Phase in der Mitte; Martin konnte nichts entgegensetzen, und ich fand, ich war der Aggressor im Spiel“, analysierte Cross zunächst sachlich. Dann folgte der Satz, der in der deutschen Darts-Szene heute die Runde machte: „Aber vor allem bin ich froh, dass Martin offenbar nicht besonders gut mit dem Druck umgehen kann.“

Cross schob zwar eine versöhnlichere Einordnung hinterher – „Natürlich lastet enorm viel Druck auf einem, und vielleicht wurde ihm das in diesem Moment einfach zu viel“ –, doch der Stachel sitzt. Denn für Schindler ging es in Antwerpen um weit mehr als um einen Platz im Finaltag: Der Strausberger brauchte ein starkes Ergebnis, um sich noch in die Startliste des World Grand Prix in Leicester zu spielen. Mit 84,67 im Average und einem vergebenen 60er-Finish, das Cross prompt bestrafte, war dieser Weg versperrt. Mit dem Ende der Flanders Darts Trophy ist das Rennen um die 32 Plätze für das Double-in-Double-out-Major heute faktisch entschieden – und Schindler steht nicht drauf.

Das ist bemerkenswert, weil „The Wall“ über Jahre der verlässlichste deutsche Major-Teilnehmer war und sich gerade über die European Tour regelmäßig nach Leicester spielte. Diese Konstanz ist in dieser Saison nicht mehr da. Immerhin: Niko Springer, der sein Ticket für Leicester bereits in der Tasche hat, wird die deutschen Farben beim World Grand Prix vertreten – Cross selbst nannte ihn heute den Spieler, der jetzt „die Fahne für Deutschland hochhält“. Die Rollenverteilung im deutschen Darts verschiebt sich damit sichtbar, und Cross' Spitze dürfte Schindler in den kommenden Wochen als zusätzliche Motivation dienen.

Asian Tour: Fünf WM-Tickets vergeben, Toylo und Lee holen die Sonntagstitel

Während Europa nach Antwerpen blickte, wurde in Hainan für fünf Spieler ein Traum wahr. Die PDC Asian Tour 2026 ist heute mit den Events 27 und 28 zu Ende gegangen, und damit stehen die fünf Asien-Qualifikanten für die WM im Alexandra Palace fest.

Event 27 ging an Lok Yin Lee aus Hongkong, der mit einem 5:2 im Finale gegen Christian de los Reyes seinen dritten Saisontitel feierte. Das abschließende Event 28 sicherte sich Alexis Toylo mit 5:3 gegen seinen philippinischen Landsmann Lourence Ilagan – ein Titel, der auch für die Rangliste entscheidend war, denn Toylo lag vor dem Turnier nur auf Rang acht der Order of Merit. Für Motomu Sakai, Christian Perez und Haruki Muramatsu war das letzte Turnier des Jahres in anderer Hinsicht wertvoll: Alle drei machten im Verlauf von Event 28 ihre WM-Qualifikation perfekt. Lok Yin Lee profitierte davon, dass Paolo Nebrida im Viertelfinale ausschied – damit war auch der fünfte Platz vergeben.

Die fünf WM-Fahrer aus Asien im Überblick:

  • Ryuta Arihara (Japan) – Gewinner der Asian Tour Order of Merit, dazu freier Start in Q-School Stage Two
  • Motomu Sakai (Japan) – Qualifikation heute in Event 28 gesichert
  • Christian Perez (Philippinen) – Rückkehr in den Ally Pally
  • Haruki Muramatsu (Japan) – der Routinier ist wieder dabei
  • Lok Yin Lee (Hongkong) – Ticket dank Nebridas Viertelfinal-Aus fix

Damit stellt Japan drei der fünf asiatischen WM-Starter – ein klares Statement für die Stärke der japanischen Szene. Eine Fußnote gibt es allerdings noch: Sakai führt parallel auch die Japan Tour an. Gewinnt er dort, rutscht sein Asian-Tour-Platz weiter – und Nebrida käme doch noch zum Zug.

Van Veen: „Nicht im Wurf, nur im Stand“

Der Weltranglisten-Dritte hat heute erklärt, warum er in Antwerpen plötzlich wieder wie der Gian van Veen der besten Tage aussieht. Nach seinem 101er-Average gegen Gabriel Clemens sprach der Niederländer über eine Umstellung, die sein Manager im Training identifiziert hatte. „Nicht in meinem Wurf, nur in meinem Stand am Oche – und heute hat es funktioniert“, so van Veen. Konkret geht es um Körperspannung und Fußstellung: „Ich versuche, den Körper locker zu halten, den linken Fuß gerade auf den Boden zu stellen und nicht mit der Schulter in den Wurf zu gehen.“

Den Effekt beschreibt er vor allem auf den hohen Doppeln: „Normalerweise habe ich das Gefühl, dass ich den Dart nach unten reiße. Heute nicht – und das gibt mir so viel mehr Selbstvertrauen.“ Sein Fazit: „Ich spüre, dass es kommt.“ Die Zahlen des Sonntags stützen das: 75 Prozent Doppelquote gegen Kevin Doets, dazu ein Viertelfinalsieg gegen Chris Dobey, bei dem er einen 102,91er-Average des Gegners aushielt.

Bunting: Augen zu und Richtung Dortmund

Stephen Bunting hat heute zwei Seiten eines Turniertages erlebt. Im Achtelfinale der Flanders Darts Trophy war gegen Nathan Aspinall beim 4:6 Endstation – und das, obwohl der „Bullet“ mit einem 158er-Finish eröffnet und 3:0 geführt hatte. Aspinall drehte die Partie mit Finishes von 72, 65 und 95. Gleichzeitig veröffentlichte Bunting heute einen Einblick in seinen Kopf, der zeigt, wie eng es in der Weltspitze zugeht.

Gefragt nach dem entscheidenden Dart auf die Doppel-16 zum Sieg gegen Brendan Dolan, der ihn erst ins Achtelfinale gebracht hatte, antwortete Bunting trocken: „Ja, ich habe die Augen zugemacht.“ Dolan sei „ein fantastischer Spieler“ – „ich wusste nur nicht, dass er so gefährlich sein würde. Irgendwann habe ich auf seinen Average geschaut, und ich glaube, er lag über 100. Da wusste ich, dass ich in einem echten Match bin.“ Über die Rankings gab er zu: „Ich kann sagen, dass ich nicht hinschaue, aber natürlich tue ich es.“ Mit dem Preisgeld aus Antwerpen hat sich Bunting im Rennen um die European Championship in Dortmund vorerst an Joe Cullen vorbeigeschoben. Sein Fazit, halb ernst, halb Galgenhumor: „Ich habe zuletzt gutes Darts gespielt und nicht gewonnen. Dann wird es Zeit, schlecht zu spielen und ein paar Siege zu holen.“

Flanders Darts Trophy kompakt: Van Veen im Halbfinale, Price raus

Zur Flanders Darts Trophy erscheint bei uns ein eigener ausführlicher Turnierbericht – deshalb hier nur die Kernfakten des Sonntags. Die Nachmittagssession in Antwerpen war ein Decider-Festival: Fünf der acht Achtelfinals gingen über die volle Distanz.

  • Gian van Veen 6:5 Kevin Doets (Doets mit 106,24 Average, van Veen holt den Decider über T18 und D6)
  • Chris Dobey 6:5 Ryan Searle (Searle vergibt zwei Matchdarts)
  • Ryan Joyce 6:5 Jermaine Wattimena (Wattimena mit 144er-Finish und zwei Matchdarts auf Tops, Joyce checkt 70)
  • Ross Smith 6:5 Gerwyn Price (Smith mit Finishes von 142, 106 und 158, Price kommt von 1:4 auf 4:4 zurück)
  • James Wade 6:5 Rob Cross (Wade mit 101,59 Average und sechs 180ern, Cross mit 160er-Finish)
  • Danny Noppert 6:4 Wessel Nijman (Noppert eröffnet mit 137er-Finish)
  • Damon Heta 6:3 Luke Woodhouse (Woodhouse verliert trotz 102,97 Average)
  • Nathan Aspinall 6:4 Stephen Bunting

Im Viertelfinale bestätigte der topgesetzte Gian van Veen seine Rolle als Favorit und schlug Chris Dobey mit 6:3. Das Aus von Gerwyn Price war die größte Überraschung des Nachmittags. Zum Redaktionsschluss liefen in der Abendsession noch die weiteren Viertelfinals Joyce – Smith, Wade – Noppert und Heta – Aspinall, ehe Halbfinals und Finale um den Siegerscheck von 35.000 Pfund folgten.

MODUS Super Series: Sherrock und van de Pas in Portsmouth

Heute wurde außerdem das Teilnehmerfeld für Woche 7 der 15. MODUS Super Series bekanntgegeben – und es hat es in sich. In der Live Lounge in Portsmouth treten unter anderem Fallon Sherrock, die ohne Tour Card über MODUS und die PDC Women's Series zurück in die Spur finden will, und Benito van de Pas an. Der Niederländer, dreifacher Players-Championship-Sieger, jagt die Form, die ihn einst in die Weltspitze trug. Komplettiert wird das Feld von Ex-Jugendweltmeister Keegan Brown, Challenge-Tour-Sieger Sam Spivey, Panagiotis Chrysospathis (Griechenland), Kai Fan Leung (Hongkong) sowie Richie Howson, David Evans, Henry Cooper, Steve Green, Pete Hughes und Ben Flanagan-McClelland. Gespielt wird in drei Gruppen, die Besten erreichen die Finals Night am Ende der Woche und kämpfen um einen Platz in der Champions Week.

Das steht morgen an

Morgen, Montag, 14. September, wird in Changjiang auf Hainan die PDC Asian Championship ausgespielt – der krönende Abschluss der asiatischen Saison direkt im Anschluss an die Tour, bei der es um weitere WM-Plätze geht. In Portsmouth beginnt zudem die neue Woche der MODUS Super Series mit Sherrock und van de Pas, die Spiele laufen ab 10:30 Uhr deutscher Zeit im Stream.

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