Schindler verpasst den World Grand Prix, Taylor warnt Littler nach Netflix-Casting & van Veen bangt um Van den

Darts News 12. September 2026: Schindler verpasst World Grand Prix, Taylor warnt Littler nach Netflix-Casting, Doets-Krimi & van Veen bangt um Van den Bergh.
DartCloud Journal – Samstag, 12. September 2026
Ein Samstag mit Nebenwirkungen: In Antwerpen ist für Martin Schindler nicht nur die Flanders Darts Trophy vorbei, sondern auch die Hoffnung auf den World Grand Prix. In London saß Phil Taylor beim ersten offenen Casting für Luke Littlers Netflix-Show in der Jury und war beeindruckt. Gian van Veen macht sich Sorgen um Dimitri Van den Bergh, Kevin Doets gewinnt einen Krimi und spricht über sein schwerstes privates Jahr – und in Portsmouth steht die Finals Night der MODUS Super Series an.
Das Wichtigste des Tages
- Martin Schindler verliert 4:6 gegen Rob Cross und verpasst den World Grand Prix.
- Phil Taylor warnt Luke Littler nach dem Casting in London: Die Amateure der Netflix-Challenge sind besser als gedacht.
- Gian van Veen: „Ich habe ein bisschen Angst um Dimitri Van den Berghs Tour Card.“
- Kevin Doets besiegt Krzysztof Ratajski 6:5 – der Pole vergibt einen Matchdart.
- Andy Baetens, der letzte Belgier im Turnier, scheidet gegen Ryan Searle aus.
- Ryan Joyce wirft Josh Rock mit 6:3 raus; die restliche Abendsession lief bei Redaktionsschluss noch.
Story des Tages: Schindlers Grand-Prix-Traum platzt in Antwerpen
Die Flanders Darts Trophy ist das letzte Turnier, das für die Qualifikation zum World Grand Prix zählt – und Martin Schindler musste heute liefern. Stattdessen erlebte die deutsche Nummer eins einen zähen Nachmittag gegen Rob Cross. Der Start war noch vielversprechend: ein 15-Darter mit 88er-Checkout. Danach aber verlor Schindler das Scoring, verirrte sich zu oft ins 5er-Segment und traf nur 4 von 15 Doppelversuchen (26,7 Prozent). Ein 84,67er-Average gegen die 92,98 von Cross – das reicht auf diesem Niveau nicht.
Beim 4:4 stand die Partie noch auf der Kippe, Schindler hatte gerade 70 Punkte über die Doppel-1 gecheckt. Doch Cross schlug zurück, checkte in 15 Darts zur 5:4-Führung und machte mit einem 12-Darter samt 87er-Finish den Deckel drauf. 4:6, Turnier vorbei, Grand Prix vorbei: Zum ersten Mal seit Jahren wird Schindler beim Doppel-Start-Klassiker in Leicester fehlen.
Bemerkenswert ist, dass Cross das Ganze erklärtermaßen nicht bei voller Kraft spielt. Der frühere Weltmeister räumte ein, zuletzt nur wenig trainiert zu haben und noch nicht auf dem gewünschten Fitnesslevel zu sein – und schob nach: „Natürlich glaube ich, dass ich dieses Turnier gewinnen kann.“ Nach heute lässt sich das schwer widerlegen.
Im Rennen um Leicester profitiert vor allem Joe Cullen von Schindlers Aus. Auch Karel Sedláček, ebenfalls einer der Verfolger, ist draußen: 3:6 gegen Jermaine Wattimena. Krzysztof Ratajski war schon vor dem Turnier rechnerisch sicher, Niko Springer hat sein Ticket ebenfalls in der Tasche.
Darts in Deutschland: Clemens und Springer heute Abend gegen die Topstars
Während Schindler abgereist ist, sind die beiden anderen Deutschen heute Abend in der Antwerp Expo gefordert – und beide gegen echte Kaliber. Gabriel Clemens trifft auf den topgesetzten Gian van Veen, Niko Springer auf Nathan Aspinall.
Clemens, der nur als Nachrücker im Feld steht, sprach heute offen über seine seltenen Auftritte auf der European-Tour-Bühne: „Es ist mein erstes oder zweites Spiel in diesem Jahr auf der European Tour.“ Die Konsequenz zieht der 43-Jährige selbst: „Nächstes Jahr muss ich definitiv mehr European Tours spielen.“ Vor dem Duell mit dem Weltranglisten-Dritten weiß er, was ihn erwartet: „Gian van Veen ist ein fantastischer Spieler – ich muss besser spielen.“
Springer geht befreit in die Partie gegen Aspinall: Seine Grand-Prix-Qualifikation steht, jedes weitere Leg in Antwerpen ist Bonus. Beide Partien liefen bei Redaktionsschluss noch – die Ergebnisse gibt es in unserem eigenen Turnier-Artikel.
Taylor warnt Littler: „Der Standard ist unglaublich“
Abseits der Bühne war London heute Darts-Hauptstadt: Im Queen Elizabeth Olympic Park fand das erste offene Casting für Luke Littlers Netflix-Show statt. Das Konzept der Live-Show: Der Weltranglisten-Erste tritt gegen 20 Amateure an, jeder bekommt ein einziges Leg 501 – wer gewinnt, kassiert 501.000 Pfund. Gary Lineker moderiert, Richard Osman analysiert.
Wer mitspielen will, musste heute 501 in maximal 24 Darts auschecken, was einem Average von rund 62,6 entspricht. Danach ging es zum Produzenteninterview und vor eine Jury mit Phil Taylor, Barry Hearn und Laura Turner. Der Andrang war enorm: Tausende reisten an, aus ganz Europa, aus Brasilien, sogar von den Falklandinseln.
Taylor zeigte sich beeindruckt – und schickte eine Warnung Richtung Littler: „Der Standard war unglaublich, und es besteht kein Zweifel, dass Luke an dem Abend sein bestes Spiel bringen muss. Die Motivation dieser Spieler, ihn zu schlagen, ist riesig.“ Osman rechnete vor: Selbst bei 85 Prozent Siegwahrscheinlichkeit pro Leg liegt Littlers Chance, alle 20 Legs zu gewinnen, nur bei etwa 15 Prozent. Ein zweites Casting ist in Manchester geplant.
Van Veen sorgt sich um Van den Bergh
Gian van Veen hat sich heute zur Lage des belgischen Darts geäußert – und dabei eine deutliche Sorge formuliert: „Ich habe ein bisschen Angst um Dimitri Van den Berghs Tour Card, weil er jetzt seit mehreren Monaten nicht geworfen hat.“ Die lange Wettkampfpause des früheren Matchplay-Siegers beschäftigt die Szene; van Veen, der ein gutes Verhältnis zu Van den Bergh pflegt, ist gespannt, wie der Belgier zurückkehrt.
Gleichzeitig mahnte er zur Ruhe und verwies auf Kim Huybrechts, der nach einer schwierigen Phase den Weg zurück gefunden habe: „Ich würde nicht zu schnell in Panik verfallen.“ Auch Mike De Decker, der nach einem Materialwechsel seine Form sucht, streifte van Veen – langfristig bleibe das belgische Darts aber konkurrenzfähig.
Doets: Bestes Darts-Jahr, schwerstes privates Jahr
Kevin Doets stand heute doppelt im Fokus. Sportlich gewann er den Krimi des Nachmittags: 6:5 gegen Krzysztof Ratajski, nachdem der Pole im Decider einen Matchdart auf die Doppel-20 liegen ließ. Beide Averages lagen praktisch gleichauf (93,49 zu 93,27).
Und dann ist da das Interview, in dem der Niederländer ungewohnt offen wurde: „In Darts-Begriffen ist es mein bestes Jahr, aber persönlich mein schlimmstes Jahr.“ Matchplay-Debüt, erste Grand-Prix-Qualifikation, erstes European-Tour-Finale, erster Floor-Titel – und daneben die Trennung von der Mutter seines Sohnes, ein Umzug und der Tod seines Vaters. „Die mentale Seite des Darts macht mindestens 80 Prozent aus“, sagt Doets, der knapp außerhalb der Top 20 steht und seine Form selbst als „auf und ab“ beschreibt. Der Fan-Chant „Doets there it is“ amüsiert ihn – erklären könne er ihn nicht.
Baetens: Vom Spar-Markt auf die PDC-Bühne
Die Hoffnung der Gastgeber endete heute mit Andy Baetens: 2:6 gegen Ryan Searle, der nach frühem Rückstand sechs Legs in Serie gewann und mit 105 und 122 zwei Ton-plus-Finishes zeigte. Baetens' Geschichte bleibt trotzdem eine der schönsten des Turniers: Der Belgier arbeitet Vollzeit in einem Spar-Markt in Hofstade. „Ich habe wenig Freizeit, und fast alles davon geht ins Training“, sagte er heute. Über den Host-Nation-Qualifier war er ins Turnier gerutscht; sein Ziel für nächstes Jahr ist klar: die Tour Card zurückholen.
Kompakt: Flanders Darts Trophy (European Tour 13)
Die Nachmittagssession der zweiten Runde brachte neben Cross' Sieg über Schindler eine Machtdemonstration von Ross Smith, der Jeffrey de Graaf mit einem Average von 100,21 und 75 Prozent Doppelquote 6:2 abfertigte. Danny Noppert (97,71) ließ Chris Landman keine Chance, Chris Dobey verlor gegen Niels Zonneveld nur ein Leg und Luke Woodhouse setzte sich mit 98,63 gegen William O'Connor durch. Am Abend fegte Ryan Joyce den gesetzten Josh Rock mit 6:3 vom Board.
- Krzysztof Ratajski 5:6 Kevin Doets
- Jermaine Wattimena 6:3 Karel Sedláček
- Martin Schindler 4:6 Rob Cross
- Danny Noppert 6:2 Chris Landman
- Ryan Searle 6:2 Andy Baetens
- Chris Dobey 6:1 Niels Zonneveld
- Luke Woodhouse 6:3 William O'Connor
- Ross Smith 6:2 Jeffrey de Graaf
- Josh Rock 3:6 Ryan Joyce
Bei Redaktionsschluss noch am Board: Price – Brooks, Wade – Long, van Veen – Clemens, van Gerwen – Heta, Aspinall – Springer, Bunting – Dolan und Nijman – Bialecki. Alles Weitere im Turnier-Artikel.
Kompakt: MODUS Super Series
In der Live Lounge in Portsmouth ist die Gruppe B von Woche sechs abgeschlossen: Jamai van den Herik sicherte sich mit 12 Punkten aus vier Spielen den Gruppensieg, Ram Guevara Jr. kam ebenfalls auf 12 Punkte, James Hubbard rückte mit 10 als Dritter nach. George Killington und John O'Shea sind ausgeschieden. Die drei treffen in der Finals Night auf Derek Coulson (Gruppe A) sowie David Munyua und Kevin Edwards (Gruppe C).
- George Killington 0:4 Ram Guevara Jr.
- Jamai van den Herik 4:1 James Hubbard
- Ram Guevara Jr. 4:3 John O'Shea
- George Killington 4:1 Jamai van den Herik
- Ram Guevara Jr. 4:1 James Hubbard
- John O'Shea 4:2 George Killington
- Jamai van den Herik 4:0 Ram Guevara Jr.
- James Hubbard 4:1 John O'Shea
Das steht morgen an
Der Finaltag der Flanders Darts Trophy beginnt um 13 Uhr mit dem Achtelfinale, ab 19 Uhr folgen Viertelfinale, Halbfinale und Endspiel. Fix sind die Duelle Doets – Wattimena, Cross – Noppert, Searle – Dobey und Woodhouse – Smith; Ryan Joyce wartet auf den Sieger aus Price – Brooks, die übrigen Paarungen ergeben sich aus der heutigen Abendsession.