World-Grand-Prix-Auslosung: Springer trifft Noppert, Nebrida holt Asien-Titel & Adrian Lewis über seinen Rückz

World-Grand-Prix-Auslosung: Springer trifft Noppert, Nebrida holt Asien-Titel & Adrian Lewis über seinen Rückz

Darts News vom 14. September 2026: World-Grand-Prix-Auslosung mit Littler–Woodhouse und Springer–Noppert, Nebrida gewinnt Asian Championship, Lewis-Interview.

Das Wichtigste des Tages

Ein Montag ohne große Bühne, aber mit reichlich Gesprächsstoff: Die PDC hat heute die Auslosung für den BoyleSports World Grand Prix vollzogen – Titelverteidiger Luke Littler eröffnet gegen Luke Woodhouse, Deutschlands einziger Starter Niko Springer bekommt es mit Danny Noppert zu tun. In China krönte sich Paolo Nebrida heute zum Asienmeister und löste damit sein Ticket für den Alexandra Palace und den Grand Slam of Darts, während Kam Weng Cheng als erster Spieler aus Macau überhaupt die WM erreicht. Dazu verlängerte die PDC ihre Partnerschaft mit der AFAS Live in Amsterdam für die World Series of Darts Finals, Adrian Lewis sprach offen über seinen Rückzug und einen möglichen Weg zurück – und im deutschen Lager sorgt das heute aktualisierte European-Tour-Ranking für Nervosität bei Martin Schindler.

World Grand Prix: Littler gegen Woodhouse, Humphries gegen Chisnall

Die Auslosung für das Double-in-Double-out-Major in der Mattioli Arena in Leicester wurde heute veröffentlicht – und sie hat es in sich. Die Top 16 der PDC Order of Merit treffen in Runde eins auf die 16 besten noch nicht qualifizierten Spieler der ProTour-Rangliste. Weltmeister und Weltranglisten-Erster Luke Littler, der im Vorjahr seinen ersten World-Grand-Prix-Titel gewann, startet gegen Luke Woodhouse, den Sieger der Baltic Sea Darts Open. Gelingt Littler die Titelverteidigung, wäre er nach Phil Taylor und Michael van Gerwen erst der dritte Spieler, der den Grand Prix zweimal in Folge gewinnt – und er hätte weiter die Chance, in dieser Saison sämtliche TV-Majors abzuräumen.

Als echter Kracher gilt das Duell zwischen dem an zwei gesetzten Luke Humphries und dem zweimaligen Finalisten Dave Chisnall. Ebenfalls brisant: Gary Anderson gegen Damon Heta sowie Wessel Nijman gegen den ehemaligen Weltmeister Rob Cross. Michael van Gerwen, an Position neun gesetzt, trifft auf Ryan Joyce. Der Niederländer Gian van Veen, der in Leicester vor einem Jahr einen Rekord-Average hinlegte und dennoch an Littler scheiterte, bekommt ein Landsmann-Duell gegen Dirk van Duijvenbode.

  • Luke Littler (1) – Luke Woodhouse
  • Luke Humphries (2) – Dave Chisnall
  • Gian van Veen (3) – Dirk van Duijvenbode
  • Gerwyn Price (4) – Sebastian Bialecki
  • Jonny Clayton (5) – Krzysztof Ratajski
  • James Wade (6) – Joe Cullen
  • Josh Rock (7) – Niels Zonneveld
  • Danny Noppert (8) – Niko Springer
  • Michael van Gerwen (9) – Ryan Joyce
  • Gary Anderson (10) – Damon Heta
  • Stephen Bunting (11) – Andrew Gilding
  • Wessel Nijman (12) – Rob Cross
  • Ross Smith (13) – Cameron Menzies
  • Ryan Searle (14) – William O'Connor
  • Chris Dobey (15) – Jermaine Wattimena
  • Nathan Aspinall (16) – Kevin Doets

Finanziell lohnt sich der Trip nach Leicester mehr denn je: Der Sieger kassiert 150.000 Pfund. Das Format bleibt die Besonderheit des Turniers – jedes Leg muss mit einem Doppel eröffnet und beendet werden, was in der Vergangenheit regelmäßig für frühe Favoritenstürze gesorgt hat.

Darts in Deutschland

Niko Springer ist der einzige Deutsche im Feld von Leicester – und der „Meenzer Bub“ hat sich das Ticket über die ProTour-Rangliste verdient. Mit Danny Noppert wartet in Runde eins ein an acht gesetzter Gegner, der beim World Grand Prix bereits zweimal im Halbfinale stand. Das Double-in-Format nivelliert Unterschiede gern, und Springer kennt die Bühne aus der Vorsaison. Sollte er die Hürde nehmen, ginge es in Runde zwei gegen den Sieger aus Michael van Gerwen gegen Ryan Joyce.

Schmerzhaft ist dagegen der Blick auf die Startliste ohne Martin Schindler: Deutschlands Nummer eins fehlt beim World Grand Prix, weil es am Ende weder über die Weltrangliste noch über die ProTour-Wertung reichte. Und die heute aktualisierte European Tour Order of Merit macht die Lage nicht entspannter: Schindler rutschte um zwei Plätze auf Rang 29 (34.500 Pfund) ab und liegt damit zwar noch innerhalb der Top 32, die sich für die European Championship in Dortmund qualifizieren – aber nur noch zwei European-Tour-Events in Basel und Maastricht bleiben, um das Heim-Major abzusichern. Springer steht mit 42.000 Pfund auf Rang 25 vergleichsweise komfortabel da. Gabriel Clemens machte in der Wertung einen Sprung um 52 Plätze auf Rang 76 (5.500 Pfund) – ein Achtungserfolg, für Dortmund ist der „German Giant“ damit aber weiterhin außer Reichweite. Angeführt wird das Ranking von Ross Smith (148.000 Pfund) vor Wessel Nijman (116.000), Krzysztof Ratajski (84.500), Nathan Aspinall (82.000) und Luke Littler (75.000). James Wade kletterte nach seinem Titel bei der Flanders Darts Trophy um 22 Positionen auf Rang neun (66.000 Pfund) und hat sein EM-Ticket damit praktisch sicher.

PDC Asian Championship: Nebrida holt den Titel, Cheng schreibt Geschichte

Während Europa noch schlief, wurde heute in Changjiang auf der chinesischen Insel Hainan die PDC Asian Championship ausgespielt. Es ging um zwei WM-Startplätze und einen Platz beim Grand Slam of Darts. Am Ende setzte sich der Philippiner Paolo Nebrida durch, der das Finale gegen Kam Weng Cheng aus Macau klar mit 3:0 gewann. Nebrida darf damit erneut am Alexandra Palace antreten und obendrein im November in Wolverhampton beim Grand Slam.

Der Weg zum Titel war nicht ohne: Im rein philippinischen Viertelfinale schaltete Nebrida mit einem Average von 89,40 Christian Perez aus, im Halbfinale folgte ein 2:0 gegen Noel Malicdem, der zuvor Jenn Ming Tan besiegt hatte. Die eigentliche Sensation des Turniers aber ist Cheng: Im Viertelfinale warf er den favorisierten Sonny Balagat raus – inklusive eines 144er-Finishes – und bezwang im Halbfinale den Japaner Ryusei Azemoto mit 2:1, den entscheidenden Satz beendete er mit einem 14-Darter. Damit steht erstmals ein Spieler aus Macau im WM-Feld am Alexandra Palace. Azemoto selbst hatte im Viertelfinale Glück gehabt: Sein Gegner Rolly Gabiana vergab zehn Matchdarts. Titelverteidiger Lourence Ilagan beeindruckte in der Gruppenphase mit zwei Averages jenseits der 101, scheiterte dann aber bereits in der Runde der letzten 32 – und verpasst damit erstmals seit 2018 eine WM.

World Series Finals bleiben in Amsterdam

Wenige Tage vor dem Start der World Series of Darts Finals hat die PDC heute die Zukunft des Saisonfinales geklärt: Die Partnerschaft mit der AFAS Live in Amsterdam wird verlängert, der bisherige Vertrag wäre nach der diesjährigen Ausgabe ausgelaufen. Die Finals werden damit auch 2027 in der niederländischen Hauptstadt gespielt; die genaue Laufzeit der Verlängerung nannte die PDC nicht, sprach aber von einer „engen, langjährigen Beziehung, die wir noch viele Jahre fortsetzen möchten“. Seit 2021 findet das Event jedes Jahr in der AFAS Live statt, Titelverteidiger und Rekordsieger ist Michael van Gerwen. Für die niederländische Darts-Szene ist die Nachricht ein wichtiges Signal. In Amsterdam geht es um 450.000 Pfund Preisgeld, 100.000 davon für den Sieger; neben van Gerwen sind unter anderem Luke Littler, Luke Humphries, Gian van Veen, Gerwyn Price, Jonny Clayton, Stephen Bunting und James Wade dabei – ein deutscher Spieler ist nicht im Feld.

Story des Tages: Adrian Lewis und die Frage „Was mache ich hier?“

Zweimal Weltmeister, dann 2023 der Rückzug von der Tour – und heute spricht Adrian Lewis im Gespräch mit Oche180 so offen wie selten über seine Beweggründe. Der 41-Jährige verwies auf seine familiäre Situation: Seine Frau lebt mit einer unheilbaren Nierenerkrankung und muss regelmäßig ins Krankenhaus, seine Tochter hat unter anderem ADHS und Autismus und braucht intensive Betreuung. Fünf bis sechs Tage pro Woche unterwegs zu sein, sei mit diesem Alltag nicht vereinbar gewesen. Der Satz, der hängen bleibt: „Manchmal denkst du: Was mache ich hier eigentlich?“

Ganz vorbei ist das Kapitel Profidarts aber nicht. „Ich arbeite gerade wieder ein bisschen und versuche, mich Stück für Stück wieder aufzubauen“, sagte Lewis, der viele Exhibitions und Firmenevents spielt und nach eigener Aussage gute und schlechte Trainingstage erlebt. Eine sofortige Rückkehr über die Q-School schließt er für sich aus: „Das will ich diesmal nicht.“ Sein Plan: „Ich würde mich lieber wieder aufbauen, die Challenge Tour spielen und mich so zurück in den Wettkampf arbeiten.“ Erst wieder Freude am Wettkampf finden, dann entscheiden, ob es die große Bühne noch einmal sein soll – die Tür steht also einen Spalt offen.

MODUS Super Series: Evans und Leung geben in Gruppe A den Ton an

Woche sieben der MODUS Super Series ist eröffnet, und in Gruppe A haben sich am ersten Tag zwei Spieler abgesetzt: David Evans und der in Liverpool lebende Hongkonger Kai Fan Leung holten jeweils vier Siege aus fünf Partien. Evans gewann seine vier Matches allesamt mit 4:1 – gegen van de Pas, Leung, Cooper und Chrysospathis – und verlor nur das Auftaktduell gegen Richie Howson knapp mit 3:4. Leung setzte sich unter anderem 4:2 gegen Howson und 4:3 gegen Benito van de Pas durch. Howson steht bei drei Siegen, das 0:4 gegen van de Pas im letzten Spiel des Tages war allerdings ein Dämpfer. Van de Pas (zwei Siege), Panagiotis Chrysospathis und Henry Cooper (je ein Sieg) müssen an Tag zwei nachlegen.

  • Howson 4:3 Evans · van de Pas 4:3 Cooper · Chrysospathis 3:4 Leung
  • Evans 4:1 van de Pas · Leung 4:2 Howson · Cooper 4:1 Chrysospathis
  • Evans 4:1 Leung · van de Pas 2:4 Chrysospathis · Howson 4:1 Cooper
  • Leung 4:3 van de Pas · Cooper 1:4 Evans · Chrysospathis 1:4 Howson
  • Cooper 1:4 Leung · Howson 0:4 van de Pas · Evans 4:1 Chrysospathis

Kurz notiert

Gerwyn Price hat mal wieder Lust auf einen anderen Ring: Unter einem Instagram-Post von Misfits Boxing zum jüngsten Sieg des Influencer-Boxers Jack Kay („Ibiza Final Boss“) kommentierte der Waliser „Sign me up“ samt Boxhandschuh-Emoji. Schon zuvor hatte sich der Weltmeister von 2021 für einen Kampf gegen Jake Paul ins Spiel gebracht – ob aus dem Kommentar mehr wird, ist offen.

Das steht morgen an

Am Dienstag geht die MODUS Super Series mit dem zweiten Tag von Gruppe A weiter – ab 10:30 Uhr deutscher Zeit im Stream auf Pluto TV, mit dem Fernduell zwischen Evans und Leung um die Tabellenführung und Howson, van de Pas, Chrysospathis und Cooper im Kampf um den Anschluss. Auf der PDC-Bühne bleibt es morgen ruhig, ehe in Amsterdam die World Series of Darts Finals beginnen.

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