Players Championship Finals wachsen auf 128 Spieler, Van Gerwen rutscht auf Rang neun & Springer allein in Lei

Darts News vom 25. September 2026: PDC verdoppelt die Players Championship Finals auf 128 Spieler, Van Gerwen fällt auf Rang neun, Springer allein in Leicester.
Ein Freitag ohne großes Fernsehturnier – und trotzdem einer der inhaltsreichsten Tage dieses Darts-Herbstes. Die PDC hat gleich mehrere Struktur-Entscheidungen nachgeschoben, die das Profijahr 2027 spürbar verändern werden. Die Weltrangliste wurde neu gerechnet und hat einen prominenten Absteiger. Und drei Tage vor dem Start des World Grand Prix drehen sich die Debatten schon um Formkurven, Premier-League-Plätze und Ranglisten-Rechenspiele. Dazu lieferte die MODUS Super Series ein volles Tagesprogramm.
Das Wichtigste des Tages
- Die Players Championship Finals werden ab 2027 von 64 auf 128 Spieler verdoppelt – im Mehrbrett-Modus nach UK-Open-Vorbild.
- Die European Championship wächst auf 48 Spieler, sechs Tage und eine Million Pfund Preisgeld.
- Challenge Tour und Development Tour bekommen ein neues Format und deutlich mehr Geld.
- Michael van Gerwen rutscht in der Order of Merit auf Rang neun ab und ist nur noch die Nummer drei der Niederlande.
- Niko Springer geht als einziger Deutscher in den World Grand Prix.
- MODUS Super Series: Haines und Owens beenden ihr Tagespensum ohne Niederlage.
128 statt 64: Das Saisonfinale wird zum Mammut-Event
Die augenfälligste Neuerung des Tages betrifft das Saisonfinale der Pro Tour. Die Players Championship Finals werden ab 2027 von 64 auf 128 Spieler aufgestockt. Gespielt wird dann nicht mehr ausschließlich auf der großen Bühne, sondern in einem Mehrbrett-Setup nach dem Vorbild der UK Open – die attraktivsten Paarungen wandern auf das Hauptboard und in die TV-Übertragung, der Rest wird parallel abgearbeitet.
Mindestens ebenso wichtig ist die Änderung im Kleingedruckten: Qualifiziert wird künftig nicht mehr über eine separate Players Championship Order of Merit, sondern über die Top 128 der ProTour-Rangliste. Wer dort steht, ist automatisch dabei. Für die großen Namen bedeutet das deutlich weniger Zittern – wer im Frühjahr ein paar Floor-Events auslässt, weil ein Major oder eine World-Series-Reise dazwischenliegt, fällt nicht länger durch das Raster. Für die Spieler am Rand der Top 128 wird es dagegen eher enger: Die Hürde verschiebt sich, aber sie verschwindet nicht.
Der Austragungsort bleibt Minehead. Damit wird aus dem exklusivsten Floor-Finale des Kalenders ein Turnier, das in seiner Struktur eher an die UK Open erinnert – mit allem, was dazugehört: Außenseiter-Geschichten, Zeitdruck im Ablauf und einer Auslosung, die deutlich mehr Fallstricke enthält als ein reines 64er-Feld.
Dortmund, Salzburg und der Unterbau
Parallel hat die PDC die Ausbaupläne für den europäischen Kalender konkretisiert. Die European Championship wächst auf 48 Teilnehmer, wird über sechs Tage gespielt und mit einer Million Pfund dotiert. Der neu geschaffene European Open, der allen Tour-Card-Inhabern offensteht, kommt mit 750.000 Pfund Preisgeld dazu – die Eckdaten zum Kalender 2027 mit Salzburg als neuem Major-Standort und der verlängerten Dortmunder Woche haben wir bereits ausführlich aufgeschrieben.
Neu ist heute vor allem der Unterbau: Challenge Tour und Development Tour werden künftig jeweils an sechs Wochenenden mit drei Spieltagen ausgetragen, ein Turnier pro Tag, und mit 30.000 Pfund pro Event dotiert. Das Preisgeld wird bis auf Platz 128 ausgeschüttet. Für die zweite und dritte Reihe – also genau jene Spieler, die sich bislang mit Reisekosten und leeren Wochenenden herumschlagen – ist das die substanziellste Verbesserung des gesamten Pakets. Wer künftig ein Wochenende anreist, spielt drei Turniere statt vier Hektik-Sessions und hat eine realistische Chance, die Fahrt zu refinanzieren.
PDC-Chef Matt Porter sprach von einem weiteren bedeutenden Schritt nach vorn und verwies auf das Wachstum des Sports in Europa sowie auf die Absicht, mehr Chancen entlang des gesamten Profi-Pfads zu schaffen.
Order of Merit: Van Gerwen nur noch die Nummer drei der Niederlande
Die aktualisierte PDC Order of Merit liefert die unangenehmste Schlagzeile des Tages für Michael van Gerwen. Der Niederländer verliert zwei Plätze und steht nun mit 608.500 Pfund auf Rang neun. Ausschlaggebend ist der Wegfall der Punkte für einen Players-Championship-Titel, der aus der Zwei-Jahres-Wertung herausfällt. Pikanter Nebeneffekt: Van Gerwen ist damit nur noch der drittbeste Niederländer der Weltrangliste – hinter Danny Noppert und Josh Rock.
Die Bewegungen im Detail:
- Josh Rock +1 auf Rang 7 (624.000 £)
- Danny Noppert +2 auf Rang 8 (610.000 £)
- Michael van Gerwen −2 auf Rang 9 (608.500 £)
- Gary Anderson +1 auf Rang 10 (594.250 £)
- Stephen Bunting −2 auf Rang 11 (592.250 £)
- Nathan Aspinall +1 auf Rang 15 (554.000 £)
- Chris Dobey −1 auf Rang 16 (553.250 £)
Auch die beiden jüngsten Turniersieger von Den Bosch tauchen in der Abrechnung auf: Karel Sedlacek verbessert sich nach seinem Titel bei der Players Championship 30 um vier Plätze auf Rang 53 (169.250 £), Cameron Menzies bleibt trotz seines Erfolgs bei der Players Championship 29 auf Rang 26 – ein gutes Beispiel dafür, wie sehr in dieser Zwei-Jahres-Wertung auch das zählt, was hinten herausfällt.
Stimmen des Tages: „Vielleicht nicht in der Premier League“
Dass die Rutschpartie van Gerwens mehr ist als eine Zahlenspielerei, machte Paul Nicholson im Sky-Sports-Podcast „Love The Darts“ deutlich. Sein Satz war der meistzitierte des Tages: Fällt van Gerwen erstmals seit 15 Jahren aus den Top 10 der Welt, sei er möglicherweise nicht in der Premier League dabei. Nicholson formulierte es ausdrücklich nicht als Abrechnung, sondern als Warnung – van Gerwen brauche jetzt Resultate auf der großen Bühne, und die Gelegenheiten dafür würden mit jedem verlorenen Ranglistenplatz seltener.
Das Kalkül dahinter ist nachvollziehbar: Die Premier League ist ein Einladungsturnier, aber die Top-Platzierung in der Weltrangliste bleibt das stärkste Argument im Bewerbungsschreiben. Der Spielplan für 2027 samt Berlin-Termin steht bereits, das Teilnehmerfeld nicht.
Einen Namen für die Gegenrichtung lieferte derselbe Podcast gleich mit. Nicholson und Polly James sehen James Wade vor dem World Grand Prix als unterschätzten Kandidaten: Das Double-in-Double-out-Format passe zu seinem Spiel, seine Doppelquote sei stark, vor allem aber sei da eine Gelassenheit, die man bei ihm so noch nie gesehen habe. Nicholson traut ihm in Leicester den Einzug ins Finale zu – und schob nach, dass Wade in dieser Verfassung vielleicht sogar noch einmal die Weltmeisterschaft gewinnen könne.
Darts in Deutschland: Springer allein in Leicester
Aus deutscher Sicht ist der World Grand Prix eine Ein-Mann-Veranstaltung. Niko Springer ist der einzige deutsche Starter, qualifiziert als 13. der Einjahres-Pro-Tour-Wertung. Sein Auftaktgegner am Montagabend ist Danny Noppert, die frischgebackene Nummer acht der Welt.
Der direkte Vergleich macht Mut: Dreimal trafen sich beide auf der European Tour, zweimal gewann der Niederländer – das dritte Duell aber war ein Finale, das Springer mit 8:7 für sich entschied und damit seinen ersten PDC-Titel bei den Herren holte. Noppert wiederum wartet in dieser Saison weiter auf einen Titel und hat bei den Majors zwei Viertelfinals und zwei Erstrunden-Aus stehen.
Springers eigene Zahlen sind solide, aber nicht spektakulär: 92,59 Punkte Average (Rang 46), nur Platz 132 bei den 180ern und 38,19 Prozent Doppelquote (Rang 75). Beim doppelten Start-Ziel-Format ist gerade Letzteres die entscheidende Währung – wer das Doppel zum Start nicht trifft, verliert Legs, die er nie in der Hand hatte. Der Turnierbaum meint es zudem nicht gut mit ihm: In Runde zwei könnte Michael van Gerwen warten, im Viertelfinale Titelverteidiger Luke Littler. Der Trost: Springer hat aus der entsprechenden Vorjahresphase kein Preisgeld zu verteidigen – jedes Pfund aus Leicester ist ein Nettogewinn für die Rangliste.
Genau umgekehrt ist die Lage bei Martin Schindler. Deutschlands Nummer eins steht auf Rang 19, verliert in dieser Woche Preisgeld aus der Wertung und kann in Leicester nichts dagegensetzen, weil er nicht im Feld steht. Der Rutsch aus den Top 20 ist damit kaum noch zu vermeiden. Für van Gerwen wiederum ist die Woche eine Chance: Auf Rock und Noppert fehlen ihm weniger als 15.000 Pfund, und ein siebter Titel beim World Grand Prix würde ihn sogar an Wade und Jonny Clayton vorbei bis auf Rang fünf hieven.
MODUS Super Series: Haines und Owens ohne Makel
Im Studio der MODUS Super Series lief das Tagesprogramm im Akkord – und produzierte zwei makellose Bilanzen. Haines gewann alle fünf Partien seiner Gruppe, drei davon im Decider: 4:3 gegen Cook, 4:3 gegen Winder und 4:3 gegen Puleo. Cook folgt mit vier Siegen, Basili und Puleo kamen auf je einen Erfolg. In der anderen Gruppe blieb Owens ohne jedes Zittern ungeschlagen, Robinson gewann beide Partien hauchdünn, Taylor ging als Einziger komplett leer aus.
- Owens – West 4:0, Owens – Whitehead 4:2, Owens – Taylor 4:0
- Robinson – Whitehead 4:3, Robinson – West 4:3
- Whitehead – Taylor 4:2, West – Taylor 4:1
- Haines – Cook 4:3, Haines – Winder 4:3, Haines – Puleo 4:3, Haines – Neale 4:2, Haines – Basili 4:0
- Cook – Puleo 4:0, Cook – Neale 4:3, Cook – Winder 4:2, Cook – Basili 4:2
- Neale – Winder 4:1, Neale – Basili 4:1, Puleo – Neale 4:2, Basili – Puleo 4:3, Winder – Basili 4:0, Winder – Puleo 4:2
Das steht morgen an
Am Samstag rollt der Unterbau weiter: Im Robin Park Leisure Centre in Wigan stehen mit Challenge Tour 21 und 22 gleich zwei komplette Turniere an einem Tag auf dem Programm – für viele Spieler eine der letzten Gelegenheiten, vor dem Saisonendspurt Ranglistenpunkte zu sammeln. Die MODUS Super Series setzt ihr Tagesprogramm ebenfalls fort. Der große Rest der Darts-Welt blickt bereits Richtung Montag, wenn in Leicester der World Grand Prix beginnt – mit Luke Littler als Titelverteidiger.