Schindler stürmt ins EM-Viertelfinale – heute wartet Clayton!

10:4 gegen Wattimena – und Dortmund jubelt mit „The Wall“: Martin Schindler steht erstmals im EM-Viertelfinale. Littler begeistert mit einem 114,47er-Average. Heute geht’s gegen Clayton und Ratajski weiter, am Abend wird der Titel vergeben. Dein Überblick zum Finaltag.
Der Spieltag gestern
Martin Schindler steht erstmals im Viertelfinale der European Championship! Mit einem souveränen 10:4 gegen Jermaine Wattimena begeisterte „The Wall“ die Fans in Dortmund und spielt heute gegen Jonny Clayton um den Einzug ins Halbfinale. Für die herausragende Leistung des Achtelfinaltages sorgte Luke Littler: Beim 10:5 gegen Nathan Aspinall spielte er einen Average von 114,47 Punkten – den zweithöchsten in der Geschichte des Turniers.
European Championship, Achtelfinale
- Cameron Menzies 4:10 Gerwyn Price
- Stephen Bunting 10:3 Kim Huybrechts
- Ross Smith 10:7 Damon Heta
- Gian van Veen 6:10 Luke Woodhouse
- Krzysztof Ratajski 10:8 Kevin Doets
- Martin Schindler 10:4 Jermaine Wattimena
- Nathan Aspinall 5:10 Luke Littler
- Jonny Clayton 10:8 Josh Rock
Luke Littler und Nathan Aspinall lieferten ein echtes Scoring-Spektakel. Littler legte mit einer 4:0-Führung los, doch Aspinall kämpfte sich bis auf 4:5 heran. Anschließend setzte sich Littler wieder ab und machte den 10:5-Erfolg perfekt. Wie hoch das Niveau war, zeigt auch der Blick auf den Verlierer: Aspinall warf zehn 180er und spielte einen Average von 105,57 Punkten. Gegen Littlers 114,47 reichte selbst das nicht.
Stephen Bunting zeigte beim 10:3 gegen Kim Huybrechts, wie viel starke Checkouts wert sind. Ohne eine einzige 180 zu werfen, kontrollierte „The Bullet“ die Partie mit konstantem Scoring und einer Doppelquote von 55,56 Prozent. Gleich viermal checkte er dreistellig, darunter 121 Punkte. Für Huybrechts endete damit der überraschende Turnierlauf, nachdem er für den erkrankten Luke Humphries nachgerückt war.
Gerwyn Price ließ beim 10:4 gegen Cameron Menzies ebenfalls wenig anbrennen. Im Average lagen die beiden mit 94,86 zu 93,75 Punkten noch dicht beieinander. In den entscheidenden Momenten war der „Iceman“ jedoch zur Stelle: Drei dreistellige Checkouts und fünf 180er halfen dem Waliser zum deutlichen Erfolg.
Ross Smith setzte sich mit 10:7 gegen Damon Heta durch. Sechs 180er und ein 124er-Finish standen für den Engländer zu Buche, der mit 95,43 Punkten auch den höheren Average spielte. Deutlich enger ging es zwischen Jonny Clayton und Josh Rock zu. Rock hielt mit acht 180ern und einer Doppelquote von 50 Prozent dagegen, doch Clayton brachte den 10:8-Sieg ins Ziel. Mit einem Average von 98,28 Punkten unterstrich der Waliser seine gute Form vor dem Duell mit Schindler.
Krzysztof Ratajski bewies gegen Kevin Doets Comeback-Qualitäten. Der Pole lag bereits 0:4 zurück, kämpfte sich aber in die Partie und gewann noch mit 10:8. Sieben 180er und ein Average von 96,95 Punkten bildeten die Grundlage für seinen Viertelfinaleinzug.
Martin Schindler nutzte seine Chancen gegen Jermaine Wattimena konsequent. Während der Niederländer zahlreiche Möglichkeiten auf Doppel liegen ließ, traf „The Wall“ mehr als jeden zweiten Versuch. Ein 121er-Finish gehörte zu den Höhepunkten seines 10:4-Erfolgs. Dass Wattimena im Average mit 92,05 zu 90,25 knapp vorne lag, spielte am Ende keine Rolle: Schindler gewann die wichtigen Legs und darf vor heimischem Publikum weiter vom Titel träumen.
Für Titelverteidiger Gian van Veen ist die European Championship dagegen beendet. Luke Woodhouse setzte sich mit 10:6 durch und sorgte damit für die nächste große Geschichte seines Dortmunder Wochenendes. Nach seinem Neun-Darter zum Turnierauftakt steht der Engländer nun unter den letzten acht Spielern.
MODUS Super Series
In der MODUS Super Series blieb Archie Self mit vier Siegen ungeschlagen. Nach Erfolgen gegen R. Ulrich (4:1), Graham Usher (4:1) und Jack Aldridge (4:0) setzte er sich auch gegen Joe Hunt knapp mit 4:3 durch. Für Hunt war es die einzige Niederlage: Zuvor hatte er Nathan Potter (4:2), Aldridge (4:3) und Usher (4:0) bezwungen. Aldridge verbuchte insgesamt drei Siege, darunter zwei gegen Potter (4:1 und 4:3). Potter verlor vier seiner fünf Partien. Tommy Lishman gewann zwei von drei Begegnungen, G. Hall und Ulrich blieben ohne Erfolg.
In der ANZ Premier League sicherte sich Tim Pusey den Tagessieg: Im Finale der Night 05 setzte er sich gegen Simon Whitlock durch.
Das steht heute an
Finaltag in Dortmund – und Martin Schindler ist mittendrin. Ab 13 Uhr stehen zunächst die vier Viertelfinals der European Championship auf dem Programm. Am Abend folgen ab 19 Uhr die Halbfinals und das Finale. Die folgenden Einzelstartzeiten sind Richtwerte und hängen vom Verlauf der vorherigen Partien ab.
- Ca. 13:10 Uhr: Ross Smith – Luke Woodhouse
- Ca. 14:10 Uhr: Gerwyn Price – Stephen Bunting
- Ca. 15:10 Uhr: Martin Schindler – Jonny Clayton
- Ca. 16:10 Uhr: Krzysztof Ratajski – Luke Littler
Ross Smith und Luke Woodhouse eröffnen den Finaltag. Woodhouse hat nach seinem Neun-Darter auch den Titelverteidiger ausgeschaltet und dürfte entsprechend selbstbewusst ans Oche treten. Smith will mit seinem starken Scoring dagegenhalten und den nächsten Schritt in Richtung seines zweiten EM-Titels machen.
Gerwyn Price gegen Stephen Bunting verspricht ein Duell mit starken Checkouts. Beide überzeugten im Achtelfinale auf die Doppel und gewannen deutlich. Wer seine Chancen erneut so konsequent nutzt, hat gute Aussichten auf einen Platz in der Abendsession.
Für Martin Schindler geht es gegen Jonny Clayton um den Einzug ins Halbfinale. Der Waliser hatte in der ersten Runde bereits Niko Springer ausgeschaltet und wartet nun mit viel Erfahrung und starkem Scoring auf „The Wall“. Schindler will an seine sichere Vorstellung auf Doppel anknüpfen – mit der Unterstützung der Dortmunder Fans im Rücken.
Zum Abschluss trifft Krzysztof Ratajski auf Luke Littler. Nach seiner überragenden Achtelfinalleistung geht Littler als Favorit in die Partie. Ratajski hat gegen Doets allerdings gezeigt, dass er auch unter Druck und nach einem klaren Rückstand gefährlich bleibt.