Anderson denkt ans Karriereende, Netflix nennt Littlers 24 Herausforderer & Mutschelbach im Champions-League-F

Darts News vom 22. Oktober 2026: Gary Anderson spricht über sein Karriereende, Netflix benennt Littlers 24 Herausforderer, ATSV Mutschelbach im CL-Finale.
Gary Anderson hat am Donnerstag so deutlich wie selten über das Ende seiner Laufbahn gesprochen. Der 55 Jahre alte Schotte, zweimaliger Weltmeister, schließt einen Rückzug ohne vorherige Ankündigung ausdrücklich ein.
Dazu benannte Netflix das Teilnehmerfeld für das Showevent „Beat Luke Littler“ mit 24 Herausforderern, und der deutsche Meister ATSV Mutschelbach zog in Budapest in das Finale der Champions League ein.
Anderson über das Ende: „Ich würde niemals ankündigen, dass es mein letztes Jahr ist“
Andersons Aussagen stammen aus einem Interview mit dem YouTube-Kanal Online Darts, das bei der Präsentation der neuen Unicorn-Kollektion auf Bradmore Farm entstand und am Donnerstag veröffentlicht wurde. Als Hauptproblem benennt der Schotte nicht das Niveau selbst, sondern die Fähigkeit, es über mehrere Tage und über mehrere Partien an einem Tag zu halten. Auch das Reisen falle ihm zunehmend schwer: „Aber inzwischen kann ich nicht einmal mehr so lange in einem Flugzeug sitzen.“
Anderson hat in dieser Saison bewusst weniger Turniere bestritten, auch um mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Verpasste Qualifikationen rechnet er sich selbst zu: „Wenn ich mich nicht qualifiziere, liegt das ganz allein an mir.“ Zum Kalender machte er einen konkreten Vorschlag und fragte, warum nicht alle zwei Monate eine komplette Woche mit fünf bis sieben Pro-Tour-Turnieren ausgetragen werde.
Auf die Frage nach einem Abschied antwortete er lachend: „Vielleicht verschwinde ich einfach.“ Eine Abschiedssaison werde es bei ihm nicht geben: „Ich würde niemals ankündigen, dass es mein letztes Jahr ist.“ Im selben Gespräch ordnete Anderson die aktuelle Ära um Luke Littler und Luke Humphries nüchterner ein als viele Beobachter. In seiner besten Zeit sei das Niveau in der Breite höher gewesen: „Heute werden viele Spiele mit 88er-Averages gewonnen.“
Ian White und die Lücke zwischen den Generationen
Aus derselben Interviewreihe stammen Aussagen von Ian White, die am Donnerstag ebenfalls veröffentlicht wurden. Der Engländer spricht offen über seinen Rückfall in der Weltrangliste und über die Sorge um seine Tour Card. Die junge Generation sieht er technisch stark, aber überlastet: Das Problem sei, dass sie zu viel spiele.
Bemerkenswert ist seine Beobachtung zum Publikum. Als Neuling habe er zwischen Raymond van Barneveld und Phil Taylor gestanden und sei nervös gewesen; heutige Talente wirkten deutlich gelassener. Erkannt werde Taylor inzwischen vor allem von der älteren Generation, während die jüngeren Fans mit dem 16-maligen Weltmeister wenig anfangen könnten. Für White ist das die Kehrseite des Wachstums, das der Sport genommen hat.
Netflix benennt das Feld für „Beat Luke Littler“
Am Donnerstagnachmittag wurde das Teilnehmerfeld für das Netflix-Event „Beat Luke Littler“ bekannt gegeben. 24 Herausforderer treten in Manchester Central an, jeder von ihnen über ein einziges Leg gegen Littler. Wer als Erster ein Leg gegen den zweimaligen Weltmeister gewinnt, erhält 501.000 Pfund; danach ist der Wettbewerb beendet.
Zum Feld gehören Fallon Sherrock, Finalistin der Women's World Matchplay, sowie zwei Jugendliche: der 15 Jahre alte Schotte Mitchell Lawrie und Jayden Walker, mit 14 Jahren jüngster Sieger eines WDF-Ranglistenturniers bei den Senioren – wir haben über seinen Rekord berichtet. Ausgewählt wurden die Teilnehmer in einem mehrstufigen Verfahren mit Checkout-Aufgaben und einer Prüfung durch ein Gremium, dem unter anderem Phil Taylor angehört. Taylor selbst wirft nicht.
Die Zusammensetzung sorgt für Diskussionen. Beworben wurde das Format als Amateurwettbewerb, mehrere der ausgewählten Spielerinnen und Spieler verfügen jedoch über Turniererfahrung auf hohem Niveau.
Clarys sorgt sich um Van den Bergh
Der frühere belgische Profi Erik Clarys hat sich am Donnerstag zur Lage von Dimitri Van den Bergh geäußert. Der frühere World-Matchplay-Sieger ist in der PDC Order of Merit deutlich abgerutscht; Clarys sieht die Ursache vor allem im mentalen Bereich: „Bei Dimi wissen wir, dass es eine mentale Sache ist.“ Sollte Van den Bergh seine Tour Card verlieren, sagte Clarys: „Dann befürchte ich das Schlimmste für seine Karriere.“
Clarys äußerte sich auch zum belgischen Darts insgesamt. Dass bei der Europameisterschaft in Dortmund kein belgischer Spieler über die Rangliste qualifiziert ist, wollte er nicht überbewerten: „Das ist eine Momentaufnahme.“
Darts in Deutschland: Mutschelbach im Champions-League-Finale
Der ATSV Mutschelbach, der die Spielrechte der früheren KSC-Mannschaft übernommen hat und als deutscher Meister antritt, steht beim Champions-League-Turnier in Budapest im Finale. Das Viertelfinale begann am Donnerstag um 13:15 Uhr, im Halbfinale gaben die Doppel den Ausschlag: Mensur Suljovic und Carsten Hoffmann verloren das erste Doppel mit 3:4, José Justicia und Martin Grabher Meyer glichen mit einem 4:2 aus und brachten die Entscheidung zugunsten der Badener. Im Endspiel wartet mit dem schwedischen Belkin Power Dart Club der Titelverteidiger. Die Partie stand am Abend noch aus.
European Championship: Auftakt in Dortmund
In der Westfalenhalle hat um 19 Uhr die 19. Auflage der Europameisterschaft begonnen. Den Auftakt bestritten Luke Woodhouse und Dirk van Duijvenbode. Es folgen an diesem Abend unter anderem Gerwyn Price gegen Rob Cross, James Wade gegen Damon Heta, Titelverteidiger Gian van Veen gegen Andrew Gilding und der topgesetzte Ross Smith gegen Karel Sedlacek. Sport1 überträgt im frei empfangbaren Fernsehen, dazu läuft ein kostenloser Stream bei Joyn.
Kim Huybrechts trifft auf Ryan Searle. Der Belgier ist am Donnerstagvormittag nachgerückt, weil Luke Humphries wegen einer Magen-Darm-Grippe absagen musste – mehr dazu im Bericht zur Absage; alle Paarungen stehen im bestätigten Spielplan. Van Veen sagte am Donnerstag, ein weiterer Titel würde ihm alles bedeuten; er wolle den Spuren von Phil Taylor und Michael van Gerwen folgen.
MODUS Super Series: Dutton und Hunt mit je vier Siegen
In der MODUS Super Series gewannen S. Dutton und J. Hunt jeweils vier ihrer fünf Partien. Im direkten Duell setzte sich Dutton mit 4:0 durch und hat zudem die bessere Legdifferenz. R. Martin und R. Ulrich kamen auf je drei Siege, G. Sampson gewann nur gegen D. O'Hara, der ohne Erfolg blieb.
- Martin 4:1 Sampson
- Hunt 4:0 Ulrich
- Dutton 4:0 O'Hara
- Hunt 4:3 Sampson
- Martin 4:2 Dutton
- Ulrich 4:2 O'Hara
- Dutton 4:1 Sampson
- Hunt 4:0 O'Hara
- Ulrich 4:1 Martin
- Dutton 4:0 Hunt
- Ulrich 4:1 Sampson
- Martin 4:1 O'Hara
- Dutton 4:3 Ulrich
- Sampson 4:3 O'Hara
- Hunt 4:1 Martin
Das steht morgen an
Die Europameisterschaft setzt die erste Runde am Freitag ab 19 Uhr fort. Angesetzt sind Ryan Joyce gegen Jermaine Wattimena, Krzysztof Ratajski gegen Dave Chisnall, Nathan Aspinall gegen Cristo Reyes, Jonny Clayton gegen Niko Springer, Luke Littler gegen William O'Connor, Wessel Nijman gegen Martin Schindler, Kevin Doets gegen Michael van Gerwen und Josh Rock gegen Chris Dobey.
Beide deutschen Starter sind damit am Freitagabend im Einsatz, beide gegen höher gesetzte Gegner: Springer trifft auf die Nummer sieben der Setzliste, Schindler auf den an Position zwei geführten Nijman.