England International Open: Jayden Walker bricht mit 14 Jahren Littlers Jugend-Rekord

England International Open: Jayden Walker bricht mit 14 Jahren Littlers Jugend-Rekord

Jayden Walker gewinnt mit 14 Jahren die England International Open und ist jüngster WDF-Ranglistensieger bei den Senioren – vor Kaya Baysal und Luke Littler.

Der Rekord von Luke Littler ist gefallen – und gleich doppelt unterboten. Jayden Walker hat die England International Open im Seal Bay Resort im südenglischen Selsey gewonnen und ist damit der jüngste Spieler, der jemals einen WDF-Ranglistentitel bei den Senioren geholt hat. Der Engländer ist erst im August 14 Jahre alt geworden.

Der Rekord: deutlich jünger als Baysal und Littler

Bislang stand Kaya Baysal an der Spitze dieser Bestenliste. Der Niederländer gewann den Budapest Classic 2025 im Alter von 14 Jahren und 284 Tagen und löste damit Luke Littler ab, der bei seinem Triumph bei den Irish Open 2021 noch 14 Jahre und 297 Tage alt war.

Walker unterbietet beide Marken deutlich: Zwischen seinem 14. Geburtstag im August und dem Titelgewinn in Selsey lagen nur rund zwei Monate.

Das Finale: 5:2 gegen Aaron Turner

Im Endspiel am Sonntagabend setzte sich Walker mit 5:2 gegen Aaron Turner durch, der zuletzt ein WDF-Turnier in Island gewonnen hatte. Der 14-Jährige eröffnete mit einem 136er-Checkout und legte im Verlauf der Partie drei 180er nach.

Turner hielt zunächst dagegen und verkürzte unter anderem mit einem hohen 91er-Finish, nachdem Walker zwei Maximums in Folge geworfen hatte. Ein 80er-Finish brachte Walker dann die 4:2-Führung, ein 13-Darter machte den Titel perfekt. Am Ende standen 93,81 Punkte im Schnitt zu Buche.

Noch stärker war der Teenager im Halbfinale: Gegen Jack Nankervis gewann er mit 4:0 bei einem Average von 101,90.

Der Weg ins Finale

  • Letzte 128: 4:0 gegen Jim Withers (87,13 Average)
  • Letzte 64: 4:2 gegen Christopher Holt (82,04)
  • Letzte 32: 4:1 gegen Ron Meulenkamp (86,96)
  • Letzte 16: 4:0 gegen Nigel Prior (92,49)
  • Viertelfinale: 4:1 gegen Archie Self (86,89)
  • Halbfinale: 4:0 gegen Jack Nankervis (101,90)
  • Finale: 5:2 gegen Aaron Turner (93,81)

Bemerkenswert ist vor allem der Erfolg in der Runde der letzten 32: Mit Ron Meulenkamp schaltete Walker einen Spieler aus, der jahrelang auf der PDC Pro Tour unterwegs war. Im Viertelfinale bezwang er zudem Archie Self – ausgerechnet jenen Spieler, der am selben Wochenende in Selsey die England Masters mit 5:1 gegen Callum Francis und einem Average von 92,59 für sich entschied.

Schon im September im England-Trikot

Der Titel kommt nicht völlig aus dem Nichts. Bereits am 18. September 2026 hatte Walker in Bridlington das Qualifikationsturnier für das englische Herren-Team gewonnen und sich damit Nominierungen für die British Internationals, den 6 Nations Cup und den World Cup gesichert. Im Spa von Bridlington schlug er zunächst Mark Stephenson mit 2:1 nach Sätzen, fertigte anschließend Cayden Smith, Paul Lewis und Vince Tipple jeweils ohne Satzverlust ab und gewann das Finale mit 2:1 – erneut gegen Jack Nankervis.

Damals sagte Walker: „Ich bin überglücklich, Teil des englischen Herren-Teams zu sein. Es zu gewinnen, ist unglaublich. Ich freue mich darauf, England in Zukunft zu vertreten.“ Die Nominierung bezeichnete er als „wahrscheinlich meine stolzeste Leistung im Darts“.

Aufmerksamkeit erregt der Youngster aus Christchurch schon länger. Weltmeister Luke Humphries nannte ihn einst den „besten Zwölfjährigen, den ich je in meinem Leben gesehen habe“.

Das Selsey-Wochenende im Überblick

  • England Classic: Chas Barstow gewinnt mit 5:0 gegen Robbie Martin – in nur 13 Minuten und bei einem Average von 110,5. Erster WDF-Ranglistentitel, 1.500 Pfund Preisgeld; im Halbfinale schlug er Rekordhalter Kaya Baysal mit 4:3.
  • England Masters: Archie Self gewinnt mit 5:1 gegen Callum Francis (92,59 Average) – ebenfalls sein erster Titel bei den Senioren.
  • England International Open (Damen): Anca Zijlstra dreht das Finale gegen Macy Gibbons und gewinnt nach 2:4-Rückstand noch mit 5:4; die letzten drei Legs gehen allesamt an die Niederländerin.

Was der Titel bedeutet

Für Walker ist der Erfolg mehr als ein Eintrag in die Statistik: Er ist jetzt nicht mehr nur ein Versprechen, sondern offiziell WDF-Titelträger – und reiht sich in eine Generation ein, zu der neben Littler und Baysal auch Mitchell Lawrie gehört. Wie schnell aus einem solchen Rekord eine große Karriere werden kann, hat Littler vorgemacht: Vom Irish-Open-Titel 2021 bis zum ganz großen Durchbruch vergingen nur gut zwei Jahre.

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