Humphries baut Polster auf Van Veen aus, Wade zurück in den Top fünf & Schindler fällt auf Rang 23

Darts News vom 6. Oktober 2026: Humphries vergrößert den Abstand auf Van Veen, Wade kehrt in die Top fünf zurück, Schindler fällt auf Rang 23 der Order of Merit.
Die PDC hat am Dienstag ihr Ranglisten-Update veröffentlicht. Luke Humphries hat seinen zweiten Platz in der Order of Merit abgesichert, James Wade ist in die Top fünf zurückgekehrt, und Martin Schindler verliert vier Positionen. Dazu äußerte sich Humphries zu seinen Zielen für die Weltmeisterschaft, Glen Durrant ordnete die Perspektive von Luke Littler ein.
Das Wichtigste des Tages
Das am Dienstag aktualisierte Ranking der PDC zeigt vor allem im oberen Drittel Bewegung. Luke Humphries bleibt Zweiter und hat seinen Vorsprung auf Gian van Veen auf 51.250 Pfund ausgebaut. Der Niederländer hatte sich in den vergangenen Monaten kontinuierlich an den Engländer herangearbeitet, steht nun aber wieder mit klarerem Abstand auf Rang drei. An der Spitze ändert sich nichts: Luke Littler führt mit rund 3,12 Millionen Pfund und damit gut zwei Millionen vor Humphries.
Dahinter ist es eng. James Wade schiebt sich mit 686.250 Pfund auf Platz fünf und liegt lediglich 2.250 Pfund vor Jonny Clayton, der eine Position abgibt. Danny Noppert und Josh Rock tauschen auf den Rängen sieben und acht die Plätze, getrennt durch 2.000 Pfund. Die größte Bewegung in den Top 16 verzeichnet Nathan Aspinall: vier Plätze nach vorn auf Rang elf, womit die Rückkehr in die Top Ten wieder in Reichweite ist.
- 1. Luke Littler – 3.124.000 Pfund
- 2. Luke Humphries – 1.081.000
- 3. Gian van Veen – 1.029.750
- 4. Gerwyn Price – 793.000
- 5. James Wade – 686.250 (+1)
- 6. Jonny Clayton – 684.000 (-1)
- 7. Danny Noppert – 615.000 (+1)
- 8. Josh Rock – 613.000 (-1)
- 9. Michael van Gerwen – 608.500
- 10. Gary Anderson – 591.750
- 11. Nathan Aspinall – 583.000 (+4)
- 12. Wessel Nijman – 577.000
- 13. Stephen Bunting – 570.750 (-2)
- 14. Ryan Searle – 569.750 (-1)
- 15. Ross Smith – 562.250 (-1)
- 16. Jermaine Wattimena – 547.750 (+1)
Auch außerhalb der Top 16 gibt es deutliche Verschiebungen. Mike De Decker verliert neun Plätze und steht nun auf Rang 33. Dimitri van den Bergh fällt um 13 Positionen auf Platz 59 und gerät damit in den Bereich, in dem die Tour Card ernsthaft gefährdet ist. Stephen Bunting rutscht zwei Ränge auf Position 13 ab.
Humphries nimmt das WM-Finale ins Visier
Humphries hat sich am Dienstag bei Sky Sports zu seiner Lage geäußert und dabei vor allem auf die Kritik der vergangenen Monate reagiert. „Nach drei oder vier Monaten, in denen du nicht dein bestes Darts spielst, schreiben dich die Leute ab und denken, er ist fertig, er gewinnt nichts mehr“, sagte er. „Aber ich komme immer wieder zurück und tauche bei einem Major-Turnier oder in einem Finale auf.“
Sein Ziel formulierte der Weltranglistenzweite ohne Umschweife. „Mein Ziel ist jetzt, ins WM-Finale zu kommen und dort wieder gegen Luke zu spielen“, sagte Humphries mit Blick auf Littler. „Ich war in den letzten sechs bis acht Monaten bei einigen Majors nah dran, ihn zu schlagen, und ich glaube, er genießt dieses Duell auch.“ Zur eigenen Bilanz von neun Major-Titeln und zwei World-Cup-Siegen merkte er an: „Wenn ich noch 15 oder 20 Jahre in diesem Sport bin, wie viel kann ich dann noch gewinnen?“ Der Weg zu seinem jüngsten Titel ist in unserem Bericht zum Finaltag nachzulesen.
Gerwyn Price, zuletzt erneut in einem Major-Endspiel unterlegen, wählte am Dienstag eine andere Tonlage. Erst erklärte der Waliser, Niederlagen dieser Art machten ihm nichts aus, korrigierte sich dann aber selbst: Natürlich mache es ihm etwas aus. Price bleibt in der Order of Merit Vierter.
Durrant zweifelt an Littlers Ausdauer
Glen Durrant hat sich am Dienstag zur langfristigen Perspektive von Luke Littler geäußert und dabei eine vergleichsweise kurze Karriere prognostiziert. „Ich habe zehn Jahre gesagt. Vielleicht bis zum Alter von 30. Und das ist wahrscheinlich der Zeitpunkt, an dem er auf seinem Höhepunkt sein wird“, sagte der dreimalige BDO-Weltmeister. Seine Begründung zielt weniger auf das Spielerische als auf die Motivation: „Ich sehe ihn einfach nicht die ganze Distanz gehen, weil es die motivationale Seite ist.“
Ein kurzfristiges Karriereende hält Durrant dennoch für unwahrscheinlich. „Gewinnen ist eine Droge. Die Antwort lautet also nein“, sagte er auf die Frage, ob Littler vorzeitig aufhören könnte. Was ein Rücktritt für den Sport bedeuten würde, formulierte er deutlich: „Wäre er ein großer Verlust? Nahezu unersetzlich.“ Littler führt die Order of Merit mit einem Vorsprung von mehr als zwei Millionen Pfund an und hat seinen Turnierkalender zuletzt spürbar ausgedünnt – auch bei der Swiss Darts Trophy in Basel und beim folgenden European-Tour-Event in Maastricht steht er nicht im Feld.
Darts in Deutschland
Für die deutschen Profis fällt das Ranglisten-Update unterschiedlich aus. Martin Schindler verliert vier Plätze und steht nun auf Rang 23. Grund ist das verpasste Antreten beim World Grand Prix, für das er sich erstmals seit fünf Jahren nicht qualifizieren konnte. Ricardo Pietreczko gibt eine Position ab und liegt als 35. nunmehr 32.500 Pfund hinter den Top 32, die für die Setzlisten mehrerer Großereignisse maßgeblich sind. Gabriel Clemens verbessert sich dagegen um einen Rang auf Platz 47 und steht bei 171.500 Pfund.
Leon Weber hat sich am Dienstag erstmals zu seiner verpassten Qualifikation geäußert. Der Deutsche beendete die Development Tour als Siebter mit 11.350 Pfund Preisgeld und verfehlte damit sowohl das WM-Ticket als auch die Tour Card. „Mir fehlen immer noch die Worte, und ich kann nicht beschreiben, wie schmerzhaft die letzten Monate und besonders die letzten Tage waren“, schrieb er. „Ich habe alles gegeben, um diesen Traum wahr zu machen – aber leider stand ich mir selbst im Weg.“ Weber verwies zugleich auf die verbleibenden Wege über die Pro Tour, den Tour-Card-Holder-Qualifier und die Q-School 2027; wie die Tour ausging, steht im Bericht zur Entscheidung der Development Tour.
In Basel sind mit Schindler und Niko Springer zwei Deutsche im 48er-Feld der Swiss Darts Trophy vertreten, die von Freitag bis Sonntag in der St. Jakobshalle ausgetragen wird.
MODUS Super Series: Heneghan und Lennon bleiben gleichauf
In Gruppe A der MODUS Super Series in Portsmouth stehen nach dem zweiten Spieltag weiterhin zwei Spieler an der Spitze. Conor Heneghan und Steve Lennon kommen jeweils auf sieben Siege aus zehn Partien, dahinter folgt Danny Trueman mit 6:4 Siegen.
- Heneghan entschied das direkte Duell des Tages im letzten Match mit 4:3 gegen Lennon für sich.
- Lennon gewann gegen Alex Spellman (4:0), Trueman (4:1) und Andreas Harrysson (4:1), verlor aber gegen Niek Tuik mit 2:4.
- Trueman schlug Harrysson (4:0), Heneghan (4:3) und Spellman (4:0), unterlag jedoch Lennon und Tuik.
- Spellman meldete sich mit drei Tageserfolgen zurück, Harrysson steht mit zwei Siegen aus zehn Spielen am Tabellenende.
Alle Partien im Detail stehen im eigenen Bericht zur Super Series.
Weitere Meldungen des Tages
Raymond van Barneveld hat über seine Pläne für die Zeit nach der aktiven Karriere gesprochen. Der fünfmalige Weltmeister betreibt bereits Trainingsklinken für 15 bis 20 Teilnehmer und denkt an eine eigene Dartschule mit mehreren Boards und einem Jugendprogramm. „Ich hatte immer den Traum, so etwas wie eine Dartschule zu eröffnen. Warum nicht?“, sagte er. Als Begründung nannte er fehlende Wettkampfmöglichkeiten für junge Spieler.
Fallon Sherrock hat in der Interviewreihe Tungsten Talk über die Folgen ihres WM-Sieges von 2019 gesprochen. „Ich hatte nicht erwartet, welche Wirkung das haben würde“, sagte die Engländerin, die als erste Frau eine Partie bei der PDC-Weltmeisterschaft gewann. Sie erinnerte zugleich an ihre Anfänge: „Ich war furchtbar. Ich konnte nicht einmal ein Jugendspiel gewinnen.“
Aus Nordirland kam eine Meldung abseits der Scheibe: Daryl Gurney hat seine Verlobung mit Josie Paterson bekannt gegeben.
Das steht morgen an
Am Mittwoch setzt die MODUS Super Series in Portsmouth das Programm der Gruppe A fort; Heneghan und Lennon gehen punktgleich in den abschließenden Spieltag, der über die Plätze für das Finale am Samstag entscheidet. Die Auslosung für die Swiss Darts Trophy folgt am Donnerstagmittag, gespielt wird in Basel ab Freitag – die 16 gesetzten Spieler um Humphries, van Veen, Clayton, Wade, van Gerwen und Rock steigen erst am Samstag ein.