Van der Voort zerlegt das World-Series-Format, Hopp und Pietreczko lösen Maastricht-Tickets & Evans' Bratensoß

Van der Voort zerlegt das World-Series-Format, Hopp und Pietreczko lösen Maastricht-Tickets & Evans' Bratensoß

Darts News vom 24. September 2026: Van der Voort kritisiert das World-Series-Format, Hopp und Pietreczko qualifizieren sich für Maastricht, Evans wettet.

Ein Donnerstag ohne großes TV-Turnier – und trotzdem ein Tag mit reichlich Gesprächsstoff: In Den Bosch wurden die letzten Europatour-Tickets des Jahres vergeben, in den Niederlanden zerpflückte Vincent van der Voort das Qualifikationsprinzip der World Series Finals, Justin Hood lieferte eine der treffendsten Beschreibungen des Phänomens Luke Littler – und Ricky Evans stellte eine Wette in Aussicht, die man als Darts-Fan so schnell nicht mehr vergisst.

Das Wichtigste des Tages

  • Zehn Startplätze für das Dutch Darts Championship in Maastricht sind vergeben – mit Max Hopp und Ricardo Pietreczko sind zwei Deutsche dabei.
  • Vincent van der Voort kritisiert in seinem Podcast den Qualifikationsmodus der World Series Finals.
  • Justin Hood vergleicht Luke Littler mit dem Michael van Gerwen der Glanzjahre – und findet den entscheidenden Unterschied.
  • Ricky Evans verspricht einen Pint Bratensoße, sollte er seine WM-Serie retten.
  • Die PDC hat den Premier-League-Spielplan 2027 veröffentlicht, Berlin ist erneut Gastgeber – alle Termine und Orte stehen im Überblick.
  • Bei der MODUS Super Series bleibt Johnny Haines in der Donnerstagsgruppe ohne Niederlage.

Van der Voort geht das World-Series-Format gegen den Strich

Vincent van der Voort hat in seinem Podcast „Darts Draait Door“ den Qualifikationsmodus der World Series Finals scharf angegriffen. Sein Kernsatz: „Wenn du es komplett fair machen willst, dann ist es das natürlich nicht.“ Der Niederländer stört sich daran, dass allein die Teilnahme an World-Series-Events überproportional belohnt wird. 24 Plätze gehen an die World-Series-Rangliste, vier an die bestplatzierten, noch nicht qualifizierten Spieler der Order of Merit, vier weitere über einen Qualifier. Dass auf diesem Weg Profis ins Endturnier rutschen können, die in der Serie kein einziges Match gewonnen haben, ist für ihn sportlich nicht zu rechtfertigen.

Van der Voort will das Konzept trotzdem nicht komplett verdammen. Als Werbeträger für den Sport außerhalb der klassischen Darts-Nationen sieht er den Sinn der Reiseturniere durchaus – nur eben nicht als Leistungsnachweis, aus dem sich ein Major-Teilnehmerfeld ableiten lässt. Die Einladungspolitik der Serie und die daraus entstehende Rangliste seien zwei Paar Schuhe, und wer über Monate hinweg auf der Pro Tour abliefere, habe von beidem nichts. Zum Turnier selbst hatte er dagegen Lob übrig, vor allem für den Champion: „Ich hätte nicht erwartet, dass Ross Smith im Finale so gut ist“, sagte er über den Titelgewinn des Engländers, den er als vollauf verdient bezeichnete.

„Seine Darts reden“: Justin Hood über Littler und Van Gerwen

Einen ganz anderen Ton schlug Justin Hood an. Der Engländer, der bei seinem WM-Debüt bis ins Viertelfinale marschierte, wurde nach der Ausstrahlungskraft von Luke Littler gefragt – und zog den Vergleich mit dem Michael van Gerwen der dominanten Jahre. „Michael ließ jeden wissen, dass er der Beste war. Luke muss das nicht“, sagte Hood. Littler laufe einfach rein, mache sein Ding, setze sich hin, spiele sein Spiel und schlage, wer auch immer vor ihm steht.

Auf die Aura angesprochen wurde Hood noch deutlicher: „Ja, exakt dieselbe Aura. Er macht nur keinen Lärm darum. Seine Darts reden.“ Dass es überhaupt einen solchen Dominator gibt, hält Hood für gesund für den Sport – er zwinge alle anderen, an sich zu arbeiten und das eigene Niveau anzuheben. Ein Limit sieht er ohnehin nicht: „Es gibt keine Grenze, wie gut er ist.“

Dazu passt die Bestandsaufnahme, die an diesem Donnerstag vor dem Herbst-Block der Majors die Runde machte. Van Gerwen geht ohne ein einziges Einzel-Major-Viertelfinale des Jahres 2026 in den World Grand Prix – für einen Spieler, der diese Bühne über ein Jahrzehnt lang möbliert hat, ist das eine bemerkenswerte Zahl. Luke Humphries wiederum kämpft nach zwei frühen Major-Pleiten um seinen Status als Littlers erster Verfolger; wie schnell auf dieser Bühne aus einer Serie ein Bruch wird, zeigte zuvor Jonny Claytons Sieg über Littler. Beide Verfolger haben abseits der ganz großen Bühnen weiter geliefert: Van Gerwen mit den Titeln beim Bahrain Darts Masters, beim Nordic Darts Masters und bei einem Players Championship, Humphries mit drei Pro-Tour-Siegen und dem Erfolg über Littler im Endspiel der US Darts Masters. Auf der Fernsehbühne aber fehlt beiden in dieser Saison der große Wurf – und genau da will Hoods Argument hin: Littler setzt den Maßstab, an dem sich der Rest der Weltspitze gerade abarbeitet.

Ein Pint Bratensoße: Ricky Evans und das WM-Rennen

Die originellste Meldung des Tages kam von Ricky Evans. Der 36-Jährige war bei jeder der vergangenen sieben Weltmeisterschaften dabei, doch die achte Teilnahme in Folge ist akut gefährdet. Auf der Order of Merit steht er auf Rang 52, auf der ProTour-Rangliste nur auf Platz 70 – für ein Ticket bräuchte er über einen der beiden Wege die Top 40. Also griff Evans zu ungewöhnlicher Eigenmotivation und kündigte in den sozialen Medien an: „Ich trinke einen ganzen Pint davon, wenn ich mich irgendwie qualifiziere.“

Das Pikante daran: „Davon“ meint Bratensoße – ausgerechnet. Evans hatte im Ally Pally in einer inzwischen legendären Pressekonferenz erklärt, Gravy sei „der Teufel“, und sich damit einen der langlebigsten Running Gags der Tour eingehandelt. Sportlich ist die Ansage allerdings alles andere als ein Scherz: Evans bleiben nur noch wenige Pro-Tour-Gelegenheiten, um den Rückstand aufzuholen, und er braucht dafür keine Achtelfinal-Ergebnisse, sondern mindestens einen tiefen Turnierlauf.

Darts in Deutschland

In Den Bosch stieg der letzte Tour-Card-Holder-Qualifier des Jahres, und die deutsche Bilanz kann sich sehen lassen: Max Hopp und Ricardo Pietreczko lösten zwei der zehn Tickets für das Dutch Darts Championship in Maastricht. Hopp knackte damit im neunten Anlauf dieser Saison endlich das Europatour-Schloss, Pietreczko setzte sich unter anderem gegen Mensur Suljovic durch. Für Gabriel Clemens, Lukas Wenig, Arno Merk, Dominik Grüllich, Leon Weber, Marvin Kraft, Maximilian Czerwinski und Matthias Ehlers war dagegen früh Schluss – alle Qualifikanten, Statistiken und die gefallenen Big Fish stehen im ausführlichen Bericht zum ET15-Qualifier, die Ausgangslage lieferte zuvor die Auslosung der Runde der letzten 80.

Für Hopp ist das Ticket der nächste Baustein in einem bemerkenswert stabilen Herbst, nachdem er sich zuvor als erster Deutscher zum zehnten Mal für die Darts-WM qualifiziert hatte.

MODUS Super Series: Haines ohne Makel

In der Donnerstagsgruppe der MODUS Super Series in Portsmouth lief die erste Runde der Gruppe C. Johnny Haines blieb in fünf Spielen ohne Niederlage und ließ dabei ganze fünf Legs zu – 4:0 gegen Chuck Puleo, 4:2 gegen Francesco Basili, 4:1 gegen Scott Winder, 4:2 im Spitzenspiel gegen Lewis Cook und 4:0 gegen Jake Neale.

  • Johnny Haines – 5 Siege, 20:5 Legs
  • Lewis Cook – 3 Siege, 17:12 Legs
  • Jake Neale – 3 Siege, 13:13 Legs
  • Scott Winder – 2 Siege, 15:16 Legs
  • Francesco Basili – 1 Sieg, 9:18 Legs
  • Chuck Puleo – 1 Sieg, 9:19 Legs

Cook hatte Basili 4:0 und Neale 4:1 geschlagen, verlor zum Abschluss aber 3:4 gegen Schlusslicht Puleo. Neale sammelte drei Siege ein, darunter ein 4:3 gegen Winder und ein 4:0 gegen Basili. Winder hielt sich mit einem 4:3 gegen Basili und einem 4:1 gegen Puleo in Schlagdistanz – nur die besten zwei der Gruppe erreichen die Finals Night.

Neben der Oche

Target Darts hat für den Abend einen Launch angesetzt: Um 18 Uhr enthüllt der Hersteller unter dem Hashtag #TargetObsessed neue Team-Shirts für seinen gesamten Profikader – im Gruppenbild unter anderem Adrian Lewis, Raymond van Barneveld, Phil Taylor und Luke Littler, zusammen Träger von 26 WM-Titeln. Außerdem geht der bislang nur von Profis genutzte „Fallout“-Barrel in den freien Verkauf. Und für alle, die noch auf die Challenge Tour wollen: Die Meldefrist für die Events 21 bis 24 in Wigan lief heute um 14 Uhr ab.

Das steht morgen an

Am Freitag geht die MODUS Super Series in Portsmouth weiter: Ab 13 Uhr britischer Zeit spielt Gruppe C ihre zweite Runde, Auftakt ist Lewis Cook gegen Johnny Haines. Ab 22 Uhr komplettiert Gruppe B rund um Steve West, Scott Taylor, Conan Whitehead, Jamie Owens und Reece Robinson ihr Programm. Größere PDC-Turniere stehen erst danach wieder im Kalender.

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