„Seine Leistungen sind unglaublich, aber ...“ – Emma Paton sieht Luke Littlers Chancen auf prestigeträchtige A

„Seine Leistungen sind unglaublich“: Emma Paton spricht über Luke Littlers enormen Einfluss auf den Dartsport und seine Chancen bei Sports Personality of the Year.
Luke Littler dominiert die Darts-Welt derzeit nach Belieben und scheint auf der Bühne in einer eigenen Liga zu spielen. Seine außergewöhnlichen Fähigkeiten haben dem 19-Jährigen längst Anerkennung weit über die Grenzen seines Sports hinaus eingebracht, während immer mehr Menschen den Werdegang des englischen Superstars verfolgen. Wenn es allerdings um bedeutende Auszeichnungen außerhalb des Darts geht – allen voran die Wahl zur BBC Sports Personality of the Year –, sieht Sky-Sports-Moderatorin Emma Paton angesichts der hochkarätigen Konkurrenz einige Hürden.
„The Nuke“ jagt 2026 den beispiellosen Clean Sweep aller Major-Titel und gilt nach seiner überragenden Vorstellung beim World Matchplay erneut als großer Favorit auf den Gewinner aller großen TV-Turniere. In diesem Jahr hat der Engländer bereits die PDC World Darts Championship, das Winmau World Masters, die UK Open, die Premier League, den World Cup und das World Matchplay gewonnen.
Für die Nummer eins der Welt ist es damit ein äußerst erfolgreiches Jahr, in dem er sich kontinuierlich weiterentwickelt und seinem Ziel näherkommt, zum größten Spieler seines Sports zu werden. Sollte Littler diese außergewöhnliche Entwicklung fortsetzen, könnte er Größen wie Phil Taylor zumindest einholen, wenn nicht sogar übertreffen – und den Dartsport dabei in Sphären führen, die er zuvor nie erreicht hat.
Dass Dartspieler auch bei der Wahl zur BBC Sports Personality of the Year eine bedeutende Rolle spielen können, hat die Vergangenheit bereits gezeigt. Der 16-malige Weltmeister Taylor belegte 2010 beim Hauptpreis den zweiten Platz und musste sich lediglich Jockey AP McCoy geschlagen geben.
Seit Littlers kometenhaftem Aufstieg hat sich allerdings noch einmal einiges verändert. Nach seinem spektakulären Durchbruch gewann er 2024 die Auszeichnung als Young Sports Personality of the Year. In jenem Jahr hatte er unter anderem für weltweites Aufsehen gesorgt, als er im Alter von nur 16 Jahren das Finale der Weltmeisterschaft erreichte. Bei der Wahl zur Sports Personality of the Year belegte Littler ebenfalls Rang zwei – hinter 800-Meter-Star Keely Hodgkinson.
Auch 2025 gehörte der Engländer erneut zu einem hochkarätigen Kandidatenfeld, schaffte es diesmal jedoch nicht unter die ersten drei. Stattdessen triumphierte Golfer Rory McIlroy, während Fußballerin Michelle Agyemang Littler bei der Wahl zur Young Sports Personality of the Year ablöste. Und das, obwohl „The Nuke“ zu diesem Zeitpunkt bereits seinen ersten Weltmeistertitel gewonnen, im Alter von nur 17 Jahren die Triple Crown komplettiert und darüber hinaus weitere Major-Titel gesammelt hatte.
Auf den Britischen Inseln gibt es allerdings zahlreiche Sportikonen, die in ihren jeweiligen Disziplinen herausragende Leistungen vollbringen. Genau darin sieht Paton eine der größten Herausforderungen für Littler. „Ich finde, es ist schwierig. Es hängt auch stark davon ab, was in diesem Jahr sonst passiert ist“, erklärte sie im Gespräch mit „Leasing Options“.
„Wir hatten dieses Jahr mit der Fußball-WM ein Großereignis, also kommt es darauf an, gegen wen er antritt. Ende 2024 war das das Jahr, in dem Keely Hodgkinson Sports Personality gewann, und ich dachte – ich bin ein großer Leichtathletik-Fan – das verstehe ich vollkommen. Sie hat bei den Olympischen Spielen Gold über 800 Meter gewonnen, das ist schwer zu übertreffen.“
Trotz ihres Verständnisses für Hodgkinsons Triumph hatte Paton damals das Gefühl, dass Littlers außergewöhnliches Jahr nicht vollständig gewürdigt wurde. „Aber ich hatte Mitleid mit Luke Littler in diesem Jahr, weil ich dachte: Ich weiß, er hat die Weltmeisterschaft nicht gewonnen, aber vielleicht hätte er die Sports Personality gewonnen, wenn er es geschafft hätte“, räumte sie ein.
Für Paton geht es dabei nicht allein um Littlers sportliche Erfolge. Mindestens ebenso bemerkenswert ist für sie, welchen Einfluss der junge Engländer innerhalb kürzester Zeit auf den gesamten Dartsport genommen hat. „Ich habe es eher aus der Sicht des Impacts betrachtet, den er auf den Sport hatte, und ich finde, das ging etwas unter. Es ist nicht so einfach. Seine Leistungen sind für sich genommen unglaublich, aber der Einfluss, den er auf Darts hatte, ist für mich kaum vergleichbar, weil das Interesse explodiert ist, durch die Decke ging. Und letztes Jahr war es natürlich Rory (McIlroy) nach dem Masters – eine unglaubliche Geschichte und eine großartige Leistung.“
Das Argument für Littler liegt damit auf der Hand: Der Engländer hat den Dartsport in bislang unerreichte Höhen geführt, gleichzeitig zahlreiche Rekorde gebrochen und Major-Titel gewonnen. Bei der Wahl zur Sports Personality of the Year fand dieser außergewöhnliche Einfluss bislang dennoch nicht die entsprechende Anerkennung.
Ob sich daran 2026 etwas ändern wird, hängt für Paton vor allem davon ab, welche sportlichen Geschichten das Jahr noch hervorbringt und gegen welche Konkurrenten Littler am Ende antreten muss. „Es hängt also davon ab, gegen wen er antritt. Ich liebe Sport und kann die anderen Gewinner verstehen, aber ich fand in dem Jahr, als er das WM-Finale erreicht hatte, hätte man allein wegen seines enormen Einflusses auf Darts und dessen Popularität argumentieren können, dass er es gewinnen könnte. Ich glaube nicht, dass er es dieses Jahr in den Händen hält, aber warten wir ab, was passiert.“
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.