Van Gerwen fällt auf Rang zehn, Springer angeschlagen vor Dortmund & Cadby kündigt Comeback an

Van Gerwen fällt auf Rang zehn, Springer angeschlagen vor Dortmund & Cadby kündigt Comeback an

Darts News vom 21. Oktober 2026: Van Gerwen rutscht im Order of Merit auf Rang zehn, Springer angeschlagen vor der EM in Dortmund, Cadby plant Comeback.

Michael van Gerwen hat am Vorabend der European Championship seinen Platz unter den besten neun der Welt verloren. Die aktualisierte PDC Order of Merit führt den dreimaligen Weltmeister nur noch auf Rang zehn, Gary Anderson hat ihn überholt. Parallel dazu verdichteten sich in Dortmund die Nachrichten rund um das letzte Major vor der Weltmeisterschaft: Niko Springer geht angeschlagen in sein Heimspiel, Luke Littler spricht offen über den einzigen Titel, der ihm noch fehlt, und aus Australien kommt die Bestätigung einer Rückkehr, die lange nicht absehbar war.

Order of Merit: Van Gerwen nur noch Zehnter

Die am Mittwoch aktualisierte Zweijahres-Rangliste der PDC weist Van Gerwen mit 587.500 Pfund an Ranglistenpreisgeld auf Platz zehn aus. Anderson steht mit 591.750 Pfund davor und rückt auf Rang neun vor. Der Abstand ist schmal, der nach unten noch schmaler: Nathan Aspinall liegt als Elfter nur 3.000 Pfund hinter Van Gerwen. Für den Niederländer, der die Weltrangliste jahrelang anführte, geht es in den verbleibenden Wochen des Jahres damit um den Verbleib in den Top Ten, der unter anderem für Setzlisten und Einladungsturniere relevant ist.

An der Spitze hat sich die Hierarchie weiter verschoben. Littler führt mit 3.113.500 Pfund und damit mit fast dem Dreifachen des Zweitplatzierten. Luke Humphries kommt auf 1.062.500 Pfund, Gian van Veen liegt als Dritter nur 16.750 Pfund dahinter. Der Europameister kann in Dortmund also auch die Nummer zwei der Welt übernehmen. Danny Noppert ist nach seinem Finaleinzug beim Dutch Darts Championship auf Rang sieben vorgerückt (623.500 Pfund). Niels Zonneveld steht nach seinem ersten European-Tour-Titel auf Platz 28 und damit so hoch wie nie zuvor in seiner Karriere.

Van der Voort über Van Gerwen: „Er war am Boden zerstört“

Einordnung zur sportlichen Lage Van Gerwens lieferte an diesem Mittwoch Vincent van der Voort. Der frühere Profi und enge Freund des Niederländers beschrieb dessen Zustand nach dem 5:6 gegen William O'Connor in Maastricht, als O'Connor die Partie mit zwei aufeinanderfolgenden 12-Dart-Legs entschied: „Er war am Boden zerstört. Das ist verständlich, und so soll es auch sein.“

Van der Voort sagte, er habe bewusst gewartet, bevor er Kontakt aufnahm. Inhaltlich wurde er deutlich: „Er muss das jetzt wegstecken und weiter trainieren. Sonst dreht er die Sache nicht.“ Bemerkenswert fand er, dass Van Gerwen diesmal eine andere Seite gezeigt habe: „Er trägt immer diesen Schutzschild, gibt überall Kontra. Diesmal hat er sich auch verletzlich gezeigt.“ Selbstmitleid, so die Warnung, bringe den 37-Jährigen nicht weiter.

Darts in Deutschland: Springer angeschlagen, Schindler mit schwerem Los

Beim Medientermin von PDC Europe in Dortmund gab Springer am Mittwoch zu, nicht in bester Verfassung zu sein. „Ich bin gerade ein bisschen angeschlagen. Ich habe mich vor Maastricht bei meinem Bruder angesteckt, also bin ich nicht hundertprozentig fit“, sagte der Deutsche. Er habe aber noch Zeit: „Bis Freitag sind es noch ein paar Tage, und ich bin zuversichtlich, dass es passt.“ Springer trifft am Freitagabend auf Jonny Clayton, einen Gegner, mit dem er nicht gerechnet hatte: „Ich habe am Sonntag immer wieder auf die Rangliste geschaut und hatte drei oder vier Namen im Kopf. Clayton war überhaupt nicht dabei.“

Druck will sich Springer nicht machen. „Im Grunde habe ich nichts zu verlieren. Ich freue mich einfach darauf, wieder vor heimischem Publikum zu spielen.“ Seine Saison bewertet er zurückhaltend: „Ich habe gemischte Gefühle, ehrlich gesagt. Mein Hauptziel war, mich ein Stück weit zu verbessern.“ Die zuletzt schwankende Doppelquote nimmt er nach eigenen Worten bewusst nicht zu wichtig: „Ich versuche, mich davon nicht runterziehen zu lassen.“

Der zweite deutsche Starter, Martin Schindler, bekommt es als Nummer 31 der Setzliste mit dem an Position zwei gesetzten Wessel Nijman zu tun, ebenfalls am Freitag. Beide deutschen Partien sind damit auf dieselbe Session gelegt; alle Paarungen und Sessions finden sich im Bericht zum bestätigten Spielplan.

Littler und der letzte fehlende Major-Titel

Littler hat vor seinem Auftritt in Dortmund klargemacht, welchen Stellenwert dieses Turnier für ihn hat. Die European Championship ist der einzige Major-Titel, der in seiner Sammlung noch fehlt. „Für mich ist das der letzte“, sagte Littler, „die Europeans sind das große Ding.“ Er wolle sich damit aber nicht unter Druck setzen: „Seit ich auf der Tour bin, habe ich gesagt, dass ich von allem einmal gewinnen will, das ganze Set vervollständigen und dann mehr und mehr holen. Das habe ich bei einigen anderen Turnieren geschafft.“

Ein Thema bleibt das Verhältnis zum deutschen Publikum, das Littler bei früheren Auftritten in Deutschland deutlich hörbar empfangen hat. Der Weltranglistenerste gibt sich gelassen: „Wir werden in Dortmund sehen, ob sich das ändert oder ob es so bleibt.“ Sein Erstrundengegner ist William O'Connor, gespielt wird ebenfalls am Freitag.

Story des Tages: Corey Cadbys Rückkehr für 2027

Corey Cadby kehrt zurück. Der Australier, vor knapp einem Jahrzehnt als eines der größten Talente des Sports gehandelt, ist für die ADA Tour 2027 gemeldet. Cadby stand 2018 im Finale der UK Open, das er 7:11 gegen Gary Anderson verlor, und hatte sich zuvor mit einem 6:2 gegen Phil Taylor beim Perth Darts Masters international ins Gespräch gebracht. Danach brach seine Karriere ab: Drogenprobleme und eine Haftstrafe beendeten den Aufstieg.

An den Sieg gegen Taylor erinnert er sich heute mit Abstand: „Ich wusste damals nicht, dass das so viral gehen würde.“ Zur Rückkehr sagte Cadby: „Ich glaube, dass ich diese Chance verdient habe, und ich habe sie bekommen. Ich nehme es jetzt, wie es kommt.“ Nach eigenen Angaben hat er den Kontakt zu seiner Familie wiederhergestellt und erwartet einen Sohn.

Webster stützt die PDC-Pläne für 2027

Mark Webster hat die angekündigten Strukturänderungen der PDC für 2027 verteidigt. Der frühere Weltmeister, inzwischen als Analyst tätig, verwies auf die Ausweitung der Players Championship Finals von 64 auf 128 Teilnehmer, die Vergrößerung der European Championship von 32 auf 48 Spieler bei einer Million Pfund Preisgeld, das neue Major in Salzburg und den Umbau beim Alexandra Palace mit rund 2.000 zusätzlichen Plätzen pro Session. „Mehr Spieler bekommen eine Chance“, sagte Webster und räumte zugleich ein, dass der Kalender immer voller wird. Zum Preisgeld sagte er: „Du kannst 100.000 oder 110.000 Pfund verdienen. Das ist heute ein gutes Auskommen, aber es reicht nicht, um dich auf der Tour zu halten.“

Zu Littler äußerte Webster eine Vermutung: Dass der Weltranglistenerste auf einen Qualifikationsversuch für die Players Championship Finals verzichtet, bei der World Youth Championship aber antritt, deutet er als Zeichen. „Sein Selbstvertrauen hat gerade einen kleinen Knacks“, sagte Webster. „Ich glaube, er will einfach spielen und sehen, ob er sich durchbeißen kann.“

MODUS Super Series: fünf Spieler mit drei Siegen

Der Spieltag der MODUS Super Series endete ohne klaren Sieger: Fünf der sechs Teilnehmer gewannen je drei ihrer fünf Partien. Die beste Legdifferenz hatte Jamie Aldridge, der nach einer Auftaktniederlage gegen Adam Self vier der fünf Begegnungen klar gestaltete und nur acht Legs abgab. Gavin Usher, Steve Dutton, Rob Ulrich und Self kamen ebenfalls auf je drei Erfolge, Gary Sampson blieb ohne Sieg.

  • Dutton 4:2 Usher · Ulrich 4:2 Sampson · Self 4:2 Aldridge
  • Dutton 4:3 Sampson · Usher 4:3 Self · Aldridge 4:1 Ulrich
  • Self 4:2 Dutton · Aldridge 4:0 Sampson · Ulrich 4:0 Usher
  • Self 4:1 Sampson · Dutton 4:2 Ulrich · Usher 4:2 Aldridge
  • Ulrich 4:1 Self · Usher 4:2 Sampson · Aldridge 4:1 Dutton

Das steht morgen an

Die European Championship beginnt am Donnerstag um 19 Uhr in den Dortmunder Westfalenhallen mit acht Erstrundenpartien. Den Auftakt machen Ross Smith und Karel Sedlacek, es folgen Luke Woodhouse gegen Dirk van Duijvenbode, Noppert gegen Stephen Bunting und Zonneveld gegen Cameron Menzies. Ab 21:10 Uhr treffen Gerwyn Price und Rob Cross aufeinander, danach stehen James Wade gegen Damon Heta, Humphries gegen Ryan Searle und Titelverteidiger Van Veen gegen Andrew Gilding auf dem Programm.

Zonneveld, der seinen ersten European-Tour-Titel noch verarbeitet, ordnete seinen Weg nüchtern ein: „Ich halte mich nicht für den talentiertesten Spieler der Welt, seien wir ehrlich.“ Van Veen formulierte dagegen ein klares Ziel für die kommenden vier Tage: „Diese Trophäe hatte bei uns zu Hause einen besonderen Platz. Ich hätte sie gerne zurück.“

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