Van Gerwen fällt auf Rang zehn, Littler über das 501.000-Pfund-Leg & John Part verteidigt Turnierabsagen

Darts News vom 20. Oktober 2026: Van Gerwen fällt in der PDC Order of Merit auf Rang zehn, Littler spricht über sein Netflix-Leg, Usher gewinnt bei MODUS.
Michael van Gerwen ist in der aktualisierten PDC Order of Merit auf Rang zehn zurückgefallen und liegt nur noch rund 3.000 Pfund vor dem Elften Nathan Aspinall. Zwei Tage vor dem Start der European Championship in Dortmund äußerte sich zudem Luke Littler ausführlich zu seinem Netflix-Auftritt gegen 20 Amateure, bei dem 501.000 Pfund auf dem Spiel stehen.
Van Gerwen rutscht aus der Spitzengruppe
Die aktualisierte PDC Order of Merit weist Michael van Gerwen mit 587.500 Pfund als Zehnten aus. Gary Anderson zog mit 591.750 Pfund an dem dreimaligen Weltmeister vorbei und ist nun Neunter. Nach unten ist der Abstand noch knapper: Auf Nathan Aspinall, den Elften, hat van Gerwen nur noch etwa 3.000 Pfund Vorsprung. Die Zweijahreswertung lässt ihm wenig Spielraum, weil aus dem älteren Jahrgang in den kommenden Monaten weiter Punkte herausfallen.
An der Spitze bleibt alles beim Alten. Luke Littler führt die Wertung mit 3.113.500 Pfund an und liegt mehr als zwei Millionen Pfund vor Luke Humphries. Dahinter wird es eng: Gian van Veen fehlen als Drittem nur 16.750 Pfund auf Rang zwei. James Wade wird als Sechster mit 681.250 Pfund geführt, Danny Noppert verbesserte sich auf Platz sieben (623.500 Pfund), Josh Rock fiel im Gegenzug auf Rang acht (606.500 Pfund).
Niels Zonneveld steht mit Position 28 auf einer Karrierebestmarke, Grundlage dafür ist sein Titel bei der European Tour 15. William O'Connor rückte als 32. erstmals in die Top 32 vor, Ross Smith wird als 14. geführt. Die vorderen 32 Plätze entscheiden über die Setzliste der WM im Alexandra Palace – entsprechend schwer wiegt jede Verschiebung in diesem Bereich.
Darts in Deutschland: Schindler bleibt die Nummer eins
In derselben Rangliste ist Martin Schindler mit 391.250 Pfund als 23. weiterhin bester Deutscher. Ricardo Pietreczko steht mit 243.500 Pfund auf Rang 35, direkt dahinter folgt Niko Springer mit 239.750 Pfund, der sich um eine Position auf Rang 36 verbesserte. Gabriel Clemens rutschte einen Platz auf Rang 49 (167.500 Pfund), Max Hopp arbeitet sich mit 115.000 Pfund auf Position 66 weiter an die Top 64 heran.
Für Schindler und Springer ist die Ausgangslage in Dortmund klar umrissen: Beide haben bei der European Championship praktisch keine Weltranglisten-Punkte zu verteidigen und treffen in der ersten Runde auf höher eingestufte Gegner – die Paarungen und Anwurfzeiten stehen im bestätigten Spielplan. Schindler spielt gegen Wessel Nijman, die Nummer zwei der European Tour Order of Merit, der den direkten Vergleich mit 6:2 anführt. Springer bekommt es mit Jonny Clayton zu tun, der beide bisherigen Duelle gewann.
Die Formdaten der beiden Deutschen aus den vergangenen drei Monaten zeigen, woran es hakt. Schindler kommt auf einen Average von 94,69 und 76 Höchstwürfe, seine Doppelquote liegt bei 38,34 Prozent. Springer wirft 90,32 im Average und trifft 35,28 Prozent seiner Darts auf die Doppel. An der Scoring-Leistung scheitert es bei beiden nicht; über den Ausgang entscheidet in Dortmund die Verwertung.
Littler über das 501.000-Pfund-Leg
Luke Littler hat sich zu seinem bevorstehenden Auftritt in einer Netflix-Produktion geäußert. 20 Amateure bekommen darin jeweils ein Leg über 501 Punkte gegen den Weltranglisten-Ersten. Gewinnt einer von ihnen sein Leg, sind 501.000 Pfund fällig.
Littler beschreibt das Format nüchtern: „Sie brauchen nur ein gutes Leg, dann bin ich erledigt.“ Gleichzeitig gibt er sich überzeugt: „Wenn ich mein bestes Spiel zeige, kann mich niemand schlagen.“ Entgegenkommen will er nicht: „Es geht um eine halbe Million Pfund, ich werde überhaupt nicht nachlassen.“ An eine Niederlage gegen einen Amateur in einem einzelnen Leg kann er sich nach eigener Aussage nicht erinnern.
Analyst Richard Osman beziffert Littlers Chance, alle 20 Legs zu überstehen, auf rund 15 Prozent und erwartet, dass mindestens ein Herausforderer einen Pfeil auf den Gewinn-Dart bekommt. Moderator Gary Lineker verweist auf Littlers Konstanz, hält eine Überraschung aber für möglich, wenn ein Amateur sein Maximum abruft und Littler einen schwachen Abend erwischt. Die Namen seiner Gegner erfährt der zweimalige Weltmeister erst während der Sendung.
John Part verteidigt Absagen der Spitzenspieler
John Part hat sich in einem Interview hinter jene Profis gestellt, die Turniere auslassen. „Ich finde, es ist zu viel Darts, wenn man jeden einzelnen Pfeil werfen, jedes Turnier spielen, alles mitnehmen muss“, sagte der dreimalige Weltmeister. Die Spieler bräuchten „vernünftigen Spielraum“ bei der Auswahl ihrer Starts – „für ihre Nerven, ihre mentale Gesundheit“.
Dass die Qualität der Veranstaltungen darunter leide, bestreitet der Kanadier: „Es gibt inzwischen so viele gute Spieler. Wir vermissen diejenigen, die sich gegen einen Start entscheiden, meistens nicht.“ Part verwies zugleich auf die Kehrseite: Für die Verbliebenen wachse der Druck, die Gelegenheit auch zu nutzen. Für Nordamerika forderte er höhere Preisgelder, damit talentierte Spieler regelmäßige Starts in Europa überhaupt finanzieren können.
Cadby spricht über Haftstrafe und Drogensucht
Corey Cadby hat sich ausführlich zu seiner Haftstrafe und seiner Drogensucht geäußert. „Ich habe es mehr als einmal vermasselt, wahrscheinlich mehr als zweimal“, sagte der Australier, der wegen unbefugten Eindringens verurteilt, vom Vorwurf der Körperverletzung aber freigesprochen wurde. „Ich habe meine Strafe abgesessen und bin jetzt wieder auf dem richtigen Weg, zurück bei meiner Familie.“
Cadby räumte ein, dass die Sucht auch sportliche Entscheidungen beeinflusst habe, etwa den Verzicht auf Perspektiven in Europa. Im kommenden Jahr will er auf der ADA Tour antreten.
WM-Tickets für Krueger und Hall
Fest steht auch, wer über die nordamerikanische CDC-Rangliste zur WM im Alexandra Palace fährt. Fred Krueger aus den USA und der Kanadier Brayden Hall geben im Dezember ihr WM-Debüt. Krueger gewann drei der 16 Turniere der Saison und beendete die Wertung als Zweiter hinter Adam Sevada. Der 23-jährige Hall sicherte sich als Neunter der Rangliste den kanadischen Startplatz.
MODUS Super Series: Usher gewinnt alle fünf Partien
In der Gruppe der MODUS Super Series blieb Graham Usher ohne Niederlage und gab in fünf Partien nur acht Legs ab. Archie Self folgte mit vier Siegen, einzig gegen Usher verlor er mit 1:4. Jack Aldridge kam auf drei Erfolge, Stuart Dutton auf zwei, Ulrich auf einen. Grant Sampson blieb ohne Sieg.
- Usher 4:1 Sampson, 4:2 Aldridge, 4:2 Ulrich, 4:2 Dutton, 4:1 Self
- Self 4:2 Ulrich, 4:2 Dutton, 4:0 Aldridge, 4:0 Sampson
- Aldridge 4:0 Dutton, 4:2 Sampson, 4:2 Ulrich
- Dutton 4:1 Sampson, 4:2 Ulrich
- Ulrich 4:1 Sampson
Das steht morgen an
Am Mittwoch setzt die MODUS Super Series den Spielbetrieb fort – erneut mit demselben Sechserfeld und 15 Partien im Gruppenmodus. Die European Championship in Dortmund beginnt am Donnerstag um 19 Uhr in den Westfalenhallen, gespielt wird bis Sonntag. Der Sieger erhält 150.000 Pfund aus einem Gesamtpreisgeld von 750.000 Pfund.