Schindler sichert das EM-Ticket für Dortmund, van Veen verlässt Red Dragon & drei Profis kämpfen um zwei Start

Darts News, 17. Oktober 2026: Schindler sichert das EM-Ticket für Dortmund, van Veen trennt sich von Red Dragon, Zonneveld wirft Ratajski in Maastricht raus.
Martin Schindler hat sich für die European Darts Championship in Dortmund qualifiziert. Mit dem 6:4 gegen Karel Sedláček in der zweiten Runde der European Tour 15 in Maastricht verteidigte der deutsche Spitzenspieler den 32. und damit letzten Qualifikationsplatz der European Tour Order of Merit. Am selben Tag gab Gian van Veen das Ende seiner Zusammenarbeit mit Ausrüster Red Dragon bekannt.
Schindler verteidigt Platz 32
Schindler und Sedláček gingen als direkte Konkurrenten um den letzten Startplatz in die Partie: Der Deutsche stand auf Rang 32 der European Tour Order of Merit, der Tscheche unmittelbar dahinter. Ein Sieg Sedláčeks hätte die Reihenfolge gedreht, entsprechend vorsichtig begannen beide.
Schindler eröffnete mit einem hohen Finish über 164 und nahm Sedláček anschließend den Anwurf ab, nachdem der Tscheche eine Möglichkeit auf 170 – den Big Fish – ausgelassen hatte. Im siebten Leg brauchten beide Spieler mehrere Anläufe auf die Doppel, Schindler traf schließlich mit dem 22. Dart die Doppel 5.
Sedláček hielt die Partie offen und hatte beim Stand von 4:5 den Entscheidungssatz vor Augen, verfehlte beim Versuch auf 142 aber die Doppel 16. Schindler beendete das Leg mit dem zwölften Dart über 85 auf Doppel 9. Durchgesetzt hat sich dabei der Spieler mit dem niedrigeren Average: 92,24 bei Schindler, 96,39 bei Sedláček. Entscheidend war die Doppelquote in den engen Legs.
Das Teilnehmerfeld der European Darts Championship in Dortmund bilden die besten 32 Spieler der European Tour Order of Merit. Titelverteidiger ist Gian van Veen. Schindler ist nach dem Sieg nicht mehr aus den Top 32 zu verdrängen.
Drei Spieler, zwei offene Plätze
Neben dem von Schindler gesicherten Rang blieben am Abend in Maastricht zwei Startplätze für Dortmund offen. Stephen Bunting, Sebastian Bialecki und Michael Smith stehen dabei unter Zugzwang: Bunting trifft auf Cameron Menzies, Bialecki auf van Veen, Smith auf Nathan Aspinall. Wer verliert, ist auf die Ergebnisse der Konkurrenz angewiesen. Smith benötigt nach aktuellem Stand mindestens das Viertelfinale, Bialecki eine Halbfinal-Teilnahme.
Aus der Abendsession lag zunächst ein Ergebnis vor: Gerwyn Price setzte sich mit 6:3 gegen Scott Williams durch. Die übrigen Partien der zweiten Runde – darunter Michael van Gerwen gegen William O'Connor, Jonny Clayton gegen Damon Heta, Jermaine Wattimena gegen Jimmy van Schie und Chris Dobey gegen Cristo Reyes – entscheiden über die restlichen Plätze im Achtelfinale.
Van Veen beendet die Zusammenarbeit mit Red Dragon
Gian van Veen hat die Trennung von seinem langjährigen Ausrüster bekanntgegeben. Das Turnier in Maastricht ist sein letztes als Red-Dragon-Spieler. Die Zusammenarbeit begann, als van Veen zwölf Jahre alt war; in dieser Zeit gewann er zwei Jugend-Weltmeistertitel, erreichte ein WM-Finale und wurde Europameister.
„Ich bin zu Red Dragon gekommen, als ich gerade zwölf war, und sie haben mich seitdem bei jedem Schritt unterstützt“, schrieb van Veen. „Es war eine Ehre.“ Einen Grund für die Trennung nannte der 24-Jährige nicht, auch seinen künftigen Ausrüster hält er vorerst zurück. Für einen Spieler seiner Position ist das ein wirtschaftlich relevanter Schritt: Ausrüsterverträge zählen neben Preisgeldern zu den wichtigsten Einnahmequellen im Profidarts.
European Tour 15: die zweite Runde in Maastricht
In der Nachmittagssession schied mit Krzysztof Ratajski nur ein gesetzter Spieler aus. Niels Zonneveld gewann den Entscheidungssatz und beendete das letzte Leg mit 60 Punkten in drei Darts. Die engste Partie überstand Ryan Searle gegen Dirk van Duijvenbode: Nachdem der Niederländer mit einem 121er-Checkout in zwölf Darts das letzte Leg erzwungen hatte, vergaben beide Versuche auf 151 und 150, ehe Searle 93 in zwei Darts beendete. Brendan Dolan, der für den abgereisten Rob Cross nachgerückt war, drehte einen 1:4-Rückstand gegen Heine Uuldriks und steht in der dritten Runde (mehr dazu im Bericht zur Absage von Rob Cross).
- Martin Schindler 6:4 Karel Sedláček
- Wessel Nijman 6:3 Jeffrey de Graaf
- Luke Woodhouse 6:1 Andrew Gilding
- Ross Smith 6:2 Ryan Joyce
- Danny Noppert 6:4 Dave Chisnall
- Ryan Searle 6:5 Dirk van Duijvenbode
- Brendan Dolan 6:4 Heine Uuldriks
- Niels Zonneveld 6:5 Krzysztof Ratajski
- Gerwyn Price 6:3 Scott Williams
Ross Smith warf mit 101,55 den höchsten Average der Nachmittagssession, Noppert blieb gegen Chisnall ebenfalls über 100. Dem Turniersieger winken 35.000 Pfund.
MODUS Super Series
Bei der MODUS Super Series standen sieben Partien auf dem Programm. Brian Raman gewann beide Spiele, darunter das 4:3 gegen Ashley Coleman, der seinerseits zwei Siege verbuchte. Jenson Walker setzte sich im Entscheidungsleg gegen Alex Williams durch und gewann auch gegen Scott Mitchell, unterlag Raman aber ohne Leggewinn. Williams blieb als einziger Spieler des Tages sieglos.
- Coleman 4:2 Mitchell
- Walker 4:3 Williams
- Raman 4:3 Coleman
- Mitchell 4:2 Williams
- Raman 4:0 Walker
- Coleman 4:2 Williams
- Walker 4:2 Mitchell
Darts in Deutschland
Neben Schindler ist ein zweiter Deutscher für Dortmund qualifiziert: Niko Springer steht auf Rang 25 der European Tour Order of Merit und ist damit durch. Wie die übrigen deutschen Starter in Maastricht ins Turnier gegangen sind, haben wir im Überblick zum Dutch Darts Championship eingeordnet.
Im nationalen Spielbetrieb beginnt in Hamburg die DDV-Ranglistensaison 2026/27. Die Waterkant Trophy ist das erste von fünf Ranglistenwochenenden und wird über zwei Tage ausgetragen; gespielt wird in den Herren- und Damenkonkurrenzen sowie in den Nachwuchsklassen. Die Rangliste entscheidet über Nominierungen für internationale Einsätze und endet mit den German Masters.
ADC National Finals: Doppeltitel für Cooper und King
Bei den ADC National Finals auf Bradmoor Farm gewannen Henry Cooper und Ricky King den Red Dragon Doubles Cup. Im Finale setzte sich das Duo mit 5:3 gegen Johnny Haines und Gary Court durch und blieb dabei über einem Average von 90. Für den Titel gab es 1.600 Pfund aus einem Preistopf von 4.000 Pfund.
Parallel liefen der UK & Ireland Classic mit 32 qualifizierten Spielern und 13.000 Pfund Gesamtpreisgeld sowie die Vault Women's National Finals. Am Abend folgten die Money-In-Money-Out-Wettbewerbe von ADC und WADC.
Das steht morgen an
In Maastricht werden ab 13:00 Uhr die acht Achtelfinals der European Tour 15 gespielt, Viertelfinals, Halbfinals und Finale folgen in der Abendsession ab 19:00 Uhr. Bei den ADC National Finals steht mit den VAULT National Finals der höchstdotierte Wettbewerb des Wochenendes an: 70.000 Pfund Gesamtpreisgeld, 10.000 Pfund für den Sieger. In Hamburg wird die Waterkant Trophy zu Ende gespielt.