Humphries und Cullen sagen Maastricht ab, Schindler kämpft um Dortmund & van Gerwen spricht über seine Scheidu

Humphries und Cullen sagen Maastricht ab, Schindler kämpft um Dortmund & van Gerwen spricht über seine Scheidu

Darts News vom 15. Oktober 2026: Humphries und Cullen sagen Maastricht ab, Schindler bangt um das Dortmund-Ticket, van Gerwen spricht über seine Scheidung.

Das Wichtigste des Tages

Einen Tag vor dem Auftakt des Dutch Darts Championship in Maastricht sind zwei Absagen bestätigt worden: Luke Humphries und Joe Cullen treten beim 15. und letzten Turnier der European Tour nicht an. Nachrücker sind Mike De Decker und Daryl Gurney. Für Cullen hat der Verzicht Folgen, die über dieses Wochenende hinausreichen.

Daneben prägten zwei niederländische Themen den Tag: Michael van Gerwen äußerte sich in einem ausführlichen Interview über seine Scheidung und die schwierigste Phase seiner Laufbahn, während Raymond van Barneveld im Host Nation Qualifier den Startplatz im eigenen Land verpasste. Aus deutscher Sicht geht es in Maastricht um das letzte freie Ticket für die European Championship in Dortmund.

Maastricht: Humphries und Cullen sagen ab

Humphries hatte seine Teilnahme am Dutch Darts Championship zunächst zugesagt, verzichtet nun aber und legt vor der European Championship eine Woche Pause ein. Die Absage des Weltranglisten-Zweiten war bereits Teil der am Vormittag veröffentlichten Auslosung – alle Paarungen und Sessions finden sich im Bericht zur Auslosung.

Deutlich schwerer wiegt sportlich die Entscheidung von Joe Cullen. Der Engländer liegt auf Rang 34 der European Tour Order of Merit und damit 3.500 Pfund hinter dem 32. und letzten Qualifikationsplatz, den Stephen Bunting belegt. Maastricht war seine letzte Gelegenheit, diesen Rückstand aufzuholen. Cullen verzichtet darauf und verpasst die European Championship damit zum zweiten Mal in Folge. Profitieren können davon Spieler am Rand der Top 32, darunter Karel Sedlacek und Michael Smith.

De Decker und Gurney rücken als die beiden bestplatzierten Verlierer aus der Entscheidungsrunde des Tour Card Holder Qualifiers nach. Für De Decker ist das Rennen um Dortmund rechnerisch gelaufen, Gurney bräuchte einen weiten Lauf bis ins Wochenende hinein. Gespielt wird im MECC Maastricht.

Darts in Deutschland: Schindler spielt in Maastricht um Dortmund

Für Martin Schindler ist das Dutch Darts Championship das Turnier, an dem seine Saison hängt. Der Deutsche geht als Nummer 14 gesetzt in das Event und steht in der European Tour Order of Merit auf Rang 31 mit 34.500 Pfund. Sein Vorsprung auf Bunting, der die entscheidende 32. Position hält, beträgt 1.500 Pfund. Nur die besten 32 dieser Wertung starten bei der European Championship in den Westfalenhallen.

Schindler greift als gesetzter Spieler erst in der zweiten Runde ein. Gegner ist der Sieger der Partie zwischen Karel Sedlacek und Callan Rydz – im Fall von Sedlacek also ein direktes Duell mit einem Konkurrenten um die letzten Plätze. Cullens Absage nimmt zumindest einen Verfolger aus der Rechnung.

Komfortabler ist die Lage von Niko Springer, der mit 45.500 Pfund auf Rang 23 liegt und sein Dortmund-Ticket praktisch sicher hat. Springer trifft am Freitagabend auf Scott Williams. Am Nachmittag spielen Max Hopp gegen Andrew Gilding und Ricardo Pietreczko gegen Heine Uuldriks, der sich am Nachmittag über den Host Nation Qualifier das Startrecht erarbeitet hat.

Van Gerwen spricht über Scheidung und Neuanfang

Michael van Gerwen hat sich in einem ausführlichen Interview so offen wie selten zu seiner Lage geäußert. Der 37-Jährige, dreimaliger Weltmeister, verband das Ende seiner Ehe nach 17 Jahren mit einer sportlichen Phase, in der ihm der eigene Erfolg fremd geworden sei. Rund 160 PDC-Turniersiege habe er gesammelt, sagte van Gerwen, zuletzt habe sich das eher nach Fließbandarbeit angefühlt als nach etwas Besonderem.

Van Gerwen beschrieb zudem, dass er lange keine Antwort darauf gehabt habe, warum es sportlich nicht mehr laufe – er habe sich über einen langen Zeitraum nicht gut gefühlt. Hinzu kam die Krebsdiagnose seines Vaters, bei der er inzwischen von positiven Entwicklungen berichtet. Körperlich hat van Gerwen deutlich Gewicht verloren und fühlt sich nach eigener Aussage wieder besser. Das Ziel formuliert er unverändert: ein vierter WM-Titel.

Die Debatte um seine Zukunft läuft parallel. Der frühere Weltmeister Mark Webster sprach sich dafür aus, van Gerwen auch in der kommenden Saison einen Platz in der Premier League zu geben. Der Niederländer steht in der provisorischen Weltrangliste auf Rang 19, womit auch seine Tour Card nicht mehr gesichert ist. Webster verwies auf van Gerwens Bedeutung für den Sport und sah die aktuellen Probleme vor allem auf den Doppeln: Beim Ausmachen wirke er angespannt, dazu habe sich im Wurfbild einiges verändert. Die Niederlagen von Luke Littler wollte Webster dagegen nicht überbewerten – für einen 19-Jährigen seien solche Phasen normal.

Van Barneveld verpasst Maastricht, van der Voort warnt

Raymond van Barneveld wird beim Dutch Darts Championship fehlen. Im Host Nation Qualifier in Maastricht sicherten sich Richard Veenstra, Jimmy van Schie, Heine Uuldriks und Maikel Verberk die vier Startplätze; van Barneveld scheiterte im Viertelfinale, ebenso wie Danny Plaisier – die Einzelheiten stehen im Bericht zum Qualifier.

Vincent van der Voort äußerte sich in einem niederländischen Podcast besorgt über den Zustand seines langjährigen Weggefährten. Nicht die Niederlagen selbst beunruhigen ihn, sondern deren Zustandekommen: Wenn man sehe, auf welche Art und Weise van Barneveld verliere, sei das nicht gut. Van der Voort beschrieb einen Bruch zwischen Training und Bühne. Im Practiceroom werfe van Barneveld weiterhin stark, auf der Bühne erwarte er dann sofort dasselbe Niveau und gerate in eine negative Gedankenspirale, wenn es nicht gelinge. Ein Practiceroom fühle sich völlig anders an als die Bühne, sagte van der Voort; in großen Hallen wirke das Board weiter entfernt. Die Qualifikation des 59-Jährigen für die Weltmeisterschaft sieht er in Gefahr.

Stimmen des Tages

John Part hat die Vergleiche zwischen den Dart-Generationen kritisiert. Der dreimalige Weltmeister argumentierte, die heutige Wahrnehmung sei durch die Datenlage verzerrt: Man wisse heute so viel mehr, alles liege unter dem Mikroskop, und man sei zu pingelig. In seiner aktiven Zeit habe es Averages nur aus Fernsehübertragungen gegeben, die meisten Turniere seien statistisch gar nicht erfasst worden. Einen Average von über 110, wie ihn Littler bereits geworfen hat, bezeichnete Part als Ausnahme: Das sei nicht die Norm, auch nicht für Littler.

Wayne Mardle brachte Krzysztof Ratajski als Außenseiter für die Weltmeisterschaft ins Spiel. Den Titel werde der Pole nicht gewinnen, aber weit kommen könne er, weil er sehr gut sei. Mardle wies zugleich darauf hin, dass der Begriff Außenseiter kaum noch trage, weil über soziale Medien inzwischen jeder Spieler bekannt sei. Den Druck der Rangliste, der fast alle Profis erfasse, nannte er „Rankings Blackmail“.

Paul Nicholson hob die Konstanz von James Wade hervor und ordnete dessen ADHS als Vorteil ein: Neurodiversität könne in einer Sportart wie Darts eine Art Superkraft sein, gerade im Training, das Hyperfokus verlange. Wades Antrieb habe sich über die Jahre verschoben, weg von Statussymbolen, hin zur Familie.

MODUS Super Series: Brown und Turner mit je vier Siegen

In der MODUS Super Series bestritt Gruppe C ihren ersten von zwei Spieltagen. Ashton Brown und Aaron Turner gewannen jeweils vier ihrer fünf Partien, das direkte Duell entschied Brown mit 4:3 für sich. David Davies und Josh McCarthy kamen auf je drei Siege, Jim McEwan auf einen. Sander van Ockenburg-Zwaan blieb ohne Erfolg.

  • Davies 4:2 McEwan
  • McCarthy 4:3 van Ockenburg-Zwaan
  • Brown 4:3 Turner
  • McCarthy 4:2 McEwan
  • Turner 4:3 Davies
  • Brown 4:0 van Ockenburg-Zwaan
  • Turner 4:1 McEwan
  • Brown 4:2 McCarthy
  • Davies 4:1 van Ockenburg-Zwaan
  • Turner 4:1 McCarthy
  • McEwan 4:3 van Ockenburg-Zwaan
  • Davies 4:3 Brown
  • Turner 4:3 van Ockenburg-Zwaan
  • McCarthy 4:2 Davies
  • Brown 4:2 McEwan

Das steht morgen an

Im Mittelpunkt steht der Auftakt des Dutch Darts Championship im MECC Maastricht. Die Nachmittagssession beginnt um 13 Uhr mit Hopp gegen Gilding und Pietreczko gegen Uuldriks, die Abendsession ab 19 Uhr bringt unter anderem Springer gegen Williams. Parallel setzt die MODUS Super Series ihre Gruppe C am Nachmittag mit dem zweiten Spieltag fort, am Abend folgt Gruppe B.

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