Clayton zurück in den Top fünf, Wright fällt auf Rang 38 & Fragen um Michael Smiths Wurf

Darts News vom 13. Oktober 2026: Clayton klettert in der PDC Order of Merit auf Rang fünf, Peter Wright fällt auf 38, Michael Smith sorgt sich um seine Wurfbewegung.
Die am Dienstag aktualisierte PDC Order of Merit zeigt zwei gegenläufige Entwicklungen: Jonny Clayton steht nach seinem Titel in Basel wieder unter den besten fünf Spielern der Welt, Peter Wright rutscht auf Rang 38 ab. Dazu gibt es um Michael Smith neue Fragen – weniger wegen einzelner Ergebnisse als wegen seiner Wurfbewegung.
Order of Merit: Clayton wieder Fünfter, Wright auf Rang 38
An der Spitze der Zweijahreswertung bleibt alles unverändert: Luke Littler führt mit rund 3,12 Millionen Pfund deutlich vor Luke Humphries (1,096 Millionen) und Gian van Veen (knapp 1,04 Millionen). Dahinter hat sich etwas bewegt. Clayton schob sich mit 719.000 Pfund um einen Platz auf Rang fünf und zog an James Wade (686.250 Pfund) vorbei. Grundlage sind die 35.000 Pfund Siegprämie für seinen Erfolg bei der Swiss Darts Trophy in Basel, wo sich der 52 Jahre alte Waliser im Finale mit 8:4 gegen Humphries durchsetzte – sein erster Ranglistentitel der Saison, hier der Bericht zum Finale.
Auch dahinter gab es einen Tausch: Josh Rock (618.000 Pfund) steht nun auf Rang sieben, Danny Noppert (615.000 Pfund) auf acht – getrennt durch 3.000 Pfund. Michael van Gerwen (608.500) und Gary Anderson (591.750) komplettieren die Top ten, Gerwyn Price bleibt mit 793.000 Pfund Vierter.
Deutlicher sind die Bewegungen weiter hinten. Wright verlor zwei Plätze und wird als Nummer 38 geführt. Der zweimalige Weltmeister hat seit Jahresbeginn sieben Positionen eingebüßt und damit den Anschluss an die Top 32 verloren, die bei den großen Turnieren über Setzplätze entscheiden. Mike De Decker fiel um einen Rang auf Platz 34; der Belgier war als Nummer 19 in das Jahr gegangen.
- Kevin Doets: ein Platz gut auf Rang 25 – 13 Positionen in dieser Saison
- William O'Connor: ein Platz gut auf Rang 33
- Karel Sedlacek: zwei Plätze gut auf Rang 46
- Bradley Brooks: ein Platz gut auf Rang 61
Michael Smith und die Frage nach dem Wurf
Smith beschäftigt eine Frage, die über Tagesform hinausgeht: Hat sich seine Wurfbewegung verändert, ohne dass er es steuern kann? Analyst Dan Dawson berichtete, der Weltmeister von 2023 habe genau diese Sorge geäußert. Smith setze inzwischen aus einer etwas tieferen Ausgangsposition an, der Ellbogen sacke beim Zug nach hinten ab – anders als in der Phase, in der er den WM-Titel gewann.
Die medizinische Vorgeschichte ist umfangreich: chronische Arthrose in der Wurfhand und in beiden Handgelenken, dazu eine Verletzung des Schultereckgelenks zweiten Grades. Dan McCarthy ordnete ein, dass sich bei dauerhaften Verletzungsproblemen zwangsläufig die Biomechanik verändere, und verwies auf van Gerwen, dessen Bewegungsablauf sich über die Jahre ebenfalls gewandelt hat. Smith ist 36 Jahre alt und aus den Top 32 der Welt gerutscht. Wer tiefer ansetzt, muss den gesamten Ablauf anpassen – Timing, Loslasspunkt, Ziellinie. Das erklärt, warum eine Korrektur Monate dauern kann und nicht an einem Trainingstag gelingt.
Story des Tages: Clayton zur Debatte um den Besten aller Zeiten
Clayton hat sich zudem in die Debatte um den besten Spieler der Geschichte eingeschaltet – und Wade widersprochen, der sich selbst als zweitbesten Spieler aller Zeiten eingeordnet hatte. Das sei eine gewagte Einschätzung, sagte Clayton in einem Interview, zumal mit van Gerwen ein anderer Maßstab existiere.
Für ihn kommen nur zwei Namen in Frage: Phil Taylor, dessen Titelsammlung unerreicht sei, und van Gerwen, der sein Spiel über das gesamte Board hinweg angepasst habe. Wade nannte Clayton einen fantastischen Spieler, verwies aber auf den fehlenden WM-Titel. Über Luke Littler sagte er, der Weltranglistenerste könne mit verbundenen Augen spielen und wäre immer noch genauso gut.
Owen Binks folgt auf George Noble
Personalie am Oche: Owen Binks ist zum Senior-Referee der PDC befördert worden und steht damit vor seiner ersten Weltmeisterschaft in dieser Funktion. Er folgt auf George Noble, der sich nach Jahrzehnten an der Spitze zurückgezogen hat, und bildet künftig mit Kirk Bevins, Huw Ware und Charlie Corstorphine das Quartett der Senior-Referees.
Binks beschrieb Noble als den besten Schiedsrichter aller Zeiten und als Vorbild, zu dem er aufgeschaut habe; ersetzen lasse er sich nicht, er wolle deshalb einen eigenen Weg gehen. Sein Weg dorthin verlief unüblich: Als 17-Jähriger bat er Bevins um Rat, arbeitete als Marker und Spotter und sammelte Erfahrung auf der Challenge Tour und der ProTour. Als Schlüsselmoment nennt er den Neun-Darter von Gian van Veen, den er ausrief. Sein erklärtes Ziel ist es, einmal ein WM-Finale zu leiten.
WDF-WM: 223.500 Pfund Preisgeld, Sport1 überträgt in Deutschland
Die WDF hat die Eckdaten ihrer Weltmeisterschaft im Lakeside veröffentlicht. Ausgeschüttet werden insgesamt 223.500 Pfund – weiterhin der höchste Preistopf außerhalb der PDC.
- Offener Wettbewerb: 50.000 Pfund für den Sieger, 16.000 für den Finalisten, je 8.000 für die Halbfinalisten
- Frauen: 25.000 Pfund für die Weltmeisterin – laut Verband die höchste Einzelprämie im Frauendarts – und 8.000 für die Finalistin
- Nachwuchs: 3.250 Pfund für den Youth-Sieger, 1.600 für den Finalisten; 1.650 beziehungsweise 1.000 Pfund bei den Mädchen
Die Erhöhung im Nachwuchsbereich wird durch ein Sponsoring von Deta Hedman und Paul James getragen. Gespielt wird im offenen Wettbewerb in den frühen Runden Best of 5 Sätze, das Finale geht über Best of 11 Sätze; bei den Frauen beginnt das Turnier mit Best of 3 Sätzen und endet mit einem Finale über Best of 7. Für deutschsprachige Zuschauer relevant: Neben dem YouTube-Kanal der WDF, BBC iPlayer und S4C überträgt Sport1 das Turnier in Deutschland.
MODUS Super Series: Morris gewinnt alle fünf Partien
In der MODUS Super Series blieb Tommy Morris ohne Niederlage. Der Engländer gewann alle fünf Begegnungen und ließ Adam Turner beim 4:0 kein Leg. Jim McEwan verlor dagegen alle fünf Partien – dreimal erst im Entscheidungsleg. Den Auftakt in die Woche hatten wir in der Morgenausgabe eingeordnet.
- Tommy Morris 5 Siege: 4:3 Mitchell, 4:2 Coleman, 4:3 van Ockenburg-Zwaan, 4:0 Turner, 4:2 McEwan
- Ashley Coleman 4 Siege, 1 Niederlage (2:4 gegen Morris)
- Scott Mitchell 3 Siege, 2 Niederlagen
- Adam Turner 2 Siege, 3 Niederlagen
- Sander van Ockenburg-Zwaan 1 Sieg, 4 Niederlagen
- Jim McEwan 0 Siege, 5 Niederlagen
Das steht morgen an
Am Mittwoch wird die MODUS Super Series fortgesetzt, Spielbeginn ist wie gewohnt am Vormittag. Darüber hinaus richtet sich der Blick auf Maastricht: Im MECC steht mit dem Dutch Darts Championship die 15. und letzte Station der European Tour an, dotiert mit 230.000 Pfund. Mit diesem Turnier entscheidet sich auch, wer das Teilnehmerfeld der Europameisterschaft in Dortmund komplettiert – Martin Schindler liegt als 31. der European Tour Order of Merit knapp über dem Strich.