Suljović-Fall landet bei der DRA, Schindler bangt um Dortmund & Clayton beim Grand Slam bestätigt

Darts News vom 12. Oktober 2026: PDC meldet Suljović der DRA, Schindler bangt um das EM-Ticket, Clayton und Ashton für den Grand Slam bestätigt.
Die PDC hat den Vorfall um Mensur Suljović bei der Swiss Darts Trophy an die Darts Regulation Authority (DRA) übergeben. Der Österreicher selbst hat sich am Montag öffentlich bei Ross Smith und bei allen Frauen entschuldigt. Zweites bestimmendes Thema des Tages ist die European Tour Order of Merit: Vor dem letzten der 15 Turniere sind mehrere Startplätze für die Europameisterschaft in Dortmund offen – und Martin Schindler steht unter Zugzwang.
Suljović entschuldigt sich, die PDC schaltet die DRA ein
Die PDC hat bestätigt, dass der Fall Suljović an die Darts Regulation Authority weitergereicht wurde. In der knapp gehaltenen Mitteilung des Verbands heißt es, die Angelegenheit auf der Bühne und im anschließenden Interview sei an die DRA übergeben worden; weiteren Kommentar gibt es nicht. Damit liegt die Bewertung bei der unabhängigen Regulierungsstelle, die über Verwarnungen, Geldstrafen oder Sperren entscheiden kann. Ein Zeitplan für die Prüfung wurde nicht genannt.
Ausgangspunkt ist das Achtelfinale in Basel, das Suljović mit 6:5 gegen Ross Smith gewann. Der Österreicher animierte das Publikum wiederholt, auch während Smith auf Doppel 18 auf den Sieg warf. Smith verpasste zwei Matchdarts und verlor den Entscheidungssatz. Im Bühneninterview nach seinem Viertelfinalsieg über Dirk van Duijvenbode wies Suljović die Kritik daran zurück und fügte eine Bemerkung über Frauen an, die sich beschweren würden – jene Passage, die den Ausschlag für die Befassung der DRA gegeben hat.
Suljović hat die Sache per Instagram-Statement eingeordnet. „Die Emotionen haben mich in diesem Moment sehr mitgenommen“, schreibt der 54-Jährige. Er habe das Publikum auf seine Seite bringen wollen und dabei nicht realisiert, dass Smith auf das Match warf: „Dafür möchte ich mich bei Ross entschuldigen.“ Zu seiner Interview-Aussage schreibt er: „Das hätte ich so niemals sagen dürfen.“ Und weiter: „Fairness und Respekt gehören genauso dazu.“ Eine Reaktion von Smith liegt nicht vor. Zum sportlichen Verlauf des Turniers in Basel haben wir bereits berichtet.
Maastricht entscheidet über die letzten EM-Plätze
Nach 14 von 15 European-Tour-Turnieren steht die Order of Merit vor ihrem letzten Prüfstein. Nur das Dutch Darts Championship in Maastricht fehlt noch, bevor die 32 Startplätze für die European Darts Championship in Dortmund feststehen.
An der Spitze ist nichts mehr zu holen: Ross Smith führt mit 153.000 Pfund und ist als Nummer eins gesetzt. Jonny Clayton ist durch seinen Turniersieg in Basel auf 86.000 Pfund und Rang vier geklettert. Luke Humphries ist ebenso sicher dabei wie Luke Littler, der trotz nur drei Starts auf der European Tour als Siebter geführt wird. Michael van Gerwen steht mit 56.000 Pfund auf Rang 18 und ist ebenfalls durch.
Eng wird es am unteren Ende der Wertung. Stephen Bunting belegt mit 33.000 Pfund den letzten Qualifikationsplatz, sein Vorsprung auf Karel Sedlacek beträgt 2.000 Pfund. Dahinter stehen Joe Cullen (29.500 Pfund), Michael Smith (27.000 Pfund) und Sebastian Bialecki (26.000 Pfund). Für sie alle gilt: In Maastricht zählt jede überstandene Runde.
Darts in Deutschland: Springer durch, Schindler unter Druck
Für den deutschen Dartsport hat die Rechnung zwei Seiten. Niko Springer ist als 23. mit 45.500 Pfund und rund 13.000 Pfund Polster auf den Strich qualifiziert und wird zum zweiten Mal nacheinander in Dortmund spielen. Martin Schindler dagegen steht als 31. mit 34.500 Pfund unmittelbar an der Grenze. Der Deutsche hat nur eines seiner vergangenen acht European-Tour-Spiele gewonnen und muss in Maastricht bereits in der ersten Runde antreten. Ein Auftaktsieg brächte 5.000 Pfund und damit sehr wahrscheinlich die Gewissheit; eine Niederlage würde ihn von den Ergebnissen der Konkurrenz abhängig machen.
Die übrigen deutschen Profis sind in dieser Wertung nicht mehr im Rennen:
- Ricardo Pietreczko – Rang 54, 10.500 Pfund
- Max Hopp – Rang 67, 7.500 Pfund
- Gabriel Clemens – Rang 80, 5.500 Pfund
- Florian Hempel – Rang 152, 2.000 Pfund
Grand Slam: Clayton und Ashton bestätigt
Die PDC hat Jonny Clayton und Lisa Ashton offiziell als Teilnehmer des Grand Slam of Darts bestätigt. Clayton löste sein Ticket über seinen Turniersieg in Basel und wird zum achten Mal beim Grand Slam antreten; über das Viertelfinale ist er dort bislang nicht hinausgekommen. Ashton rückt über die Rangliste der Women's Series nach, weil die vor ihr platzierte Beau Greaves ihren Startplatz bereits auf anderem Weg sicher hat. Für die Engländerin ist es die sechste Teilnahme am auf 48 Spieler vergrößerten Turnier in Wolverhampton, bei dem es um eine Million Pfund Preisgeld geht.
Greaves lässt ihre Zukunft in der Women's Series offen
Beau Greaves hat sich zu ihrer Perspektive in der PDC Women's Series geäußert und dabei einen möglichen Abschied angedeutet. Hintergrund ist die Zulassungsregel: Wer sich in den Top 64 der PDC-Weltrangliste etabliert, darf auf der Frauenserie nicht mehr starten. Die 22-Jährige nähert sich dieser Grenze. „Ich hoffe wirklich, dass sich alle Spielerinnen fordern und mehr spielen wollen, falls das mein letztes war“, sagte Greaves. In dieser Saison hat sie 17 der 24 Turniere der Serie gewonnen.
Stimmen des Tages
Luke Humphries hat sich zu seiner aktuellen Form geäußert und dabei betont, dass er seine Leistungen in Basel trotz der Finalniederlage gegen Clayton hoch einschätzt. Der Weltranglisten-Erste verwies auf seine durchweg dreistelligen Averages und formulierte seinen Anspruch für die kommenden Wochen: „Wenn ich entspannt bin, bin ich gefährlich.“ In Dortmund greift er nach seinem ersten EM-Titel.
Maik Kuivenhoven hat erklärt, warum seine Rückkehr auf die große Bühne kein Zufall ist. Der 38-jährige Niederländer hat seine Arbeitszeit reduziert und eine andere Rolle im Betrieb übernommen, um nicht länger jede Trainingseinheit in den späten Abend schieben zu müssen. Nach drei Jahren, in denen er die WM-Qualifikation jeweils knapp verpasst hatte, stand er in dieser Saison erstmals in einem Players-Championship-Finale und hatte sein WM-Ticket schon vor dem Sommer sicher. „Dieses ständige Beinahe hat uns allmählich ermüdet“, sagte er über die Jahre davor.
Vincent van der Voort hat im Podcast eine Episode aus seiner aktiven Zeit erzählt: Bei einem Masters-Match gegen Gary Anderson habe ihn ein Zuschauer durchgehend beschimpft, bis er ihn in einer Pause auf die Bühne einlud. Der Zuschauer lehnte ab. „Dann hätte ich da oben wie ein Idiot gestanden und auf ihn gezeigt“, sagte van der Voort – und räumte ein, dass die Partie bei einer Eskalation wohl nicht zu Ende gespielt worden wäre.
MODUS Super Series: Mitchell und Morris mit je vier Siegen
In der Gruppe A der Series 15 teilen sich Scott Mitchell und Tommy Morris die Tagesbestmarke. Beide gewannen vier ihrer fünf Partien, das direkte Duell entschied Mitchell mit 4:1 für sich, die bessere Leg-Differenz hat Morris. Mitchell verlor zum Auftakt mit 1:4 gegen Jim McEwan und gewann danach alles, inklusive eines 4:3 gegen Ashley Coleman. Morris ließ in drei seiner Siege nur ein Leg zu. Die Bilanzen:
- Scott Mitchell – 4 Siege, 1 Niederlage (17:10 Legs)
- Tommy Morris – 4 Siege, 1 Niederlage (17:7 Legs)
- Ashley Coleman – 2 Siege, 3 Niederlagen (14:15 Legs)
- Jack Tweddell – 2 Siege, 3 Niederlagen (12:14 Legs)
- Jim McEwan – 2 Siege, 3 Niederlagen (9:14 Legs)
- Sander van Ockenburg-Zwaan – 1 Sieg, 4 Niederlagen (7:16 Legs)
Die ausführliche Auswertung des Spieltags steht in unserem eigenen Turnierbericht; für das International-Pairs-Format der Serie liegt die Auslosung bereits vor.
Das steht morgen an
Die MODUS Super Series setzt am Dienstag den Spielbetrieb der Gruppe A fort, erneut mit 15 Partien im Tagesprogramm. Auf der PDC-Tour steht am Dienstag kein Turnier an; die nächste Station ist das Dutch Darts Championship in Maastricht.