Grand-Slam-Feld wächst auf 29 Namen, Clemens und Schmidt dabei & Lennon gewinnt Gruppe A der Super Series

Darts News vom 7. Oktober 2026: 29 Startplätze beim Grand Slam of Darts vergeben, Clemens und Schmidt dabei, Lennon gewinnt Gruppe A der MODUS Super Series.
Die PDC hat am Mittwoch den aktuellen Qualifikationsstand für den Mr Vegas Grand Slam of Darts veröffentlicht. 29 der 48 Startplätze sind vergeben, zwei davon an deutsche Spieler. Daneben bestimmten Wortmeldungen aus dem Umfeld des World Grand Prix den Tag, und bei der MODUS Super Series fiel die Entscheidung in Gruppe A.
Grand Slam of Darts: 29 Startplätze vergeben, mindestens sieben Debütanten
Der Grand Slam wird in dieser Saison erstmals mit 48 statt 32 Spielern ausgetragen. Gespielt wird im WV Active Aldersley in Wolverhampton um die Eric Bristow Trophy und ein Preisgeld von einer Million Pfund. Mit dem größeren Feld ändert sich auch der Modus: An die Stelle von acht Vierergruppen treten 16 Gruppen mit je drei Spielern, die 16 bestplatzierten Qualifikanten werden nach der PDC Order of Merit gesetzt. Die am Mittwoch veröffentlichte Übersicht der PDC führt 29 Namen.
Den Kern des Feldes bilden Sieger und Finalisten der Premier Events. Angeführt wird die Liste von Titelverteidiger und Weltmeister Luke Littler, der über mehrere Wege startberechtigt ist, sowie von Luke Humphries als Sieger des World Grand Prix. Dazu kommen Ross Smith als Gewinner der World Series of Darts Finals, WM-Finalist Gian van Veen, Gerwyn Price nach drei Major-Endspielen in dieser Saison, James Wade, Nathan Aspinall und Michael van Gerwen, der als Finalist des World Cup of Darts gesetzt ist. Van Gerwen hat den Grand Slam dreimal gewonnen.
Über die reservierten Plätze für die Secondary und Affiliate Tours sind Beau Greaves, die beiden Finalisten der World Youth Championship Cam Crabtree und Jan Schmidt, Development-Tour-Ranglistensieger Sebastian Bialecki, Challenge-Tour-Ranglistensieger Joe Hunt sowie Paolo Nebrida als PDC Asian Champion und Adam Sevada als Sieger der North American Championship dabei. Mindestens sieben der 29 bislang qualifizierten Spieler geben in Wolverhampton ihr Grand-Slam-Debüt.
Die weiteren Plätze bis zu 40 vorqualifizierten Spielern gehen an Turniersieger der European Tour und der Players Championships. Aus der European Tour stehen Wessel Nijman mit zwei Titeln, Josh Rock, Luke Woodhouse und Krzysztof Ratajski auf der Liste. Aus der Players-Championship-Reihe sind es Chris Dobey und Cameron Menzies mit je zwei Titeln sowie Ryan Searle, Jermaine Wattimena, Rob Cross, Kevin Doets, Andrew Gilding, Jeffrey de Graaf, Gabriel Clemens und Karel Sedlacek. Henry Coates hat als niedrigst platzierter Turniersieger noch keine Sicherheit und kann noch verdrängt werden.
Offen sind weiterhin mehrere Wege nach Wolverhampton:
- Sieger und Finalist der European Championship
- Ranglistensieger der Women's Series
- Gewinner der ANZ Premier League
- Sieger der PDC Nordic & Baltic Championship
- Tour Card Holder Qualifier in Leicester mit mindestens acht Plätzen
Bleiben bis zum Qualifier weniger als 40 Spieler vorqualifiziert, wird das dortige Kontingent entsprechend erhöht, um das Feld auf 48 aufzufüllen.
Darts in Deutschland: Clemens und Schmidt im Grand-Slam-Feld
Für den deutschen Dartsport ist die Übersicht eine gute Nachricht. Gabriel Clemens ist als Sieger eines Players-Championship-Turniers qualifiziert und kehrt damit nach Wolverhampton zurück. Jan Schmidt steht als Finalist der World Youth Championship im Feld und wird erstmals beim Grand Slam antreten. Für Schmidt ist es die zweite Konsequenz aus seinem Lauf bei der Junioren-WM: Das Erreichen des Endspiels bringt neben dem WM-Startplatz auch das Grand-Slam-Ticket. Im Finale der World Youth Championship trifft er auf Cam Crabtree, der ebenfalls gesetzt ist.
Mit Sebastian Bialecki ist zudem der Sieger der Development-Tour-Wertung dabei – jener Rangliste, in der die deutschen Nachwuchsspieler bei der Vergabe der Tour Cards und WM-Plätze leer ausgingen.
Stimmen zum World Grand Prix
Gian van Veen hat sich am Mittwoch in einem Videointerview zu seinem Viertelfinal-Aus gegen James Wade geäußert. Der Niederländer verlor 0:3 nach Sätzen und gewann dabei nur ein Leg. „Es war schlecht, es war kein gutes Spiel von meiner Seite“, sagte van Veen. „Ich habe nur ein Leg geholt und einen Dart auf ein Doppel gehabt. Das ist schade, aber es ist, wie es ist.“ Zugleich war es sein bestes Abschneiden bei diesem Turnier, zuvor hatte er dort kein Match gewonnen.
Wayne Mardle trat Spekulationen über ein nahendes Karriereende von Gerwyn Price entgegen. Der Waliser hat in dieser Saison drei Major-Endspiele verloren, zuletzt das Finale des World Grand Prix gegen Humphries. „Ich glaube nicht, dass Gerwyn Price aufgibt“, sagte Mardle bei William Hill. Price sei „ein geborener Sieger“ und nach dem Endspiel vor allem enttäuscht gewesen: „Er ist wild darauf, und ich sehe ihn weitere Turniere gewinnen.“
Vincent van der Voort kritisierte im Podcast Darts Draait Door den Umgang der Profis miteinander während laufender Partien. „Das Match ist noch lange nicht vorbei, und sie umarmen sich schon“, sagte der Niederländer mit Blick auf das Grand-Prix-Finale. Nach der Partie sei Sportlichkeit kein Problem, mitten im Spiel schon: „Nur im Darts wird daraus fast eine Freundesgruppe.“ Das Geschehen auf der Bühne erinnere ihn zunehmend an eine Teerunde.
Michael van Gerwen rief in einem Livestream den Grand-Prix-Sieger Humphries an. „Luke Humphries ist nicht der netteste Mann im Darts. Er tut nur so, als wäre er der netteste“, scherzte van Gerwen, um sofort nachzuschieben: „Nein, er ist ein großartiger Kerl.“ Humphries sagte einen gemeinsamen Stream zu einem späteren Zeitpunkt zu.
Nachwuchs: Debatte um die Altersgrenzen
In einer Diskussionsrunde forderten am Mittwoch mehrere Beobachter eine Reform des PDC-Nachwuchssystems. Kern der Kritik: Für die Development Tour gilt ein Mindestalter von 16 Jahren und eine Obergrenze von 23 Jahren, während die World Youth Championship auch Spielern aus den Top 64 offensteht. Luke Littler ist als Weltranglistenerster weiterhin startberechtigt, der 15-jährige Mitchell Lawrie dagegen trotz seiner Titel bei Erwachsenenturnieren noch nicht.
„Wir sollten nicht einmal noch ein Jahr warten. Es sollte jetzt passieren“, sagte Nicolas Gayer. Samuel Gill verwies darauf, dass auch jüngere Spieler das Niveau mitbringen; Kieran Wood hält die bestehenden Grenzen angesichts der heutigen Entwicklungswege für überholt. Vorgeschlagen wird, Top-64-Spieler von den Jugendwettbewerben auszuschließen und die Altersgrenzen nach unten zu verschieben.
Littler selbst sprach über die Zeit nach der Karriere. In Paul Scholes' YouTube-Format „The Good, The Bad & The Football“ antwortete er auf die Frage, wo er sich mit 51 sehe: „Mit 51 sicher im Ruhestand. Vielleicht sogar Darts-Kommentar oder so etwas.“ Als seine Favoriten am Mikrofon nannte er Wayne Mardle und Stuart Pyke.
Premier League 2027: Edgar sieht Wade als Kandidat
Matthew Edgar brachte im Podcast Love The Darts James Wade für die Premier League 2027 ins Gespräch. Wade fehlt seit fünf Jahren in dem Einladungsturnier, hat in dieser Saison aber fünf Major-Viertelfinals erreicht, dazu das Finale der UK Open sowie je einen Titel auf der European Tour und in der World Series. „Er muss berücksichtigt werden. Das muss jetzt einfach so sein“, sagte Edgar.
MODUS Super Series: Lennon gewinnt Gruppe A
In Portsmouth endete die Gruppenphase der laufenden Woche. Steve Lennon sicherte sich den Gruppensieg, Niek Tuik gewann alle fünf Partien des Tages und blieb dennoch knapp dahinter. Danny Trueman, Conor Heneghan, Alex Spellman und Andreas Harrysson komplettierten das Feld. Die Ausgangslage vor dem Schlusstag steht im Bericht zum Zwischenstand in Gruppe A.
- Spellman 3:4 Trueman · Lennon 2:4 Tuik · Harrysson 2:4 Heneghan
- Trueman 3:4 Lennon · Heneghan 2:4 Spellman · Tuik 4:2 Harrysson
- Trueman 4:3 Heneghan · Lennon 4:0 Harrysson · Spellman 2:4 Tuik
- Heneghan 0:4 Lennon · Tuik 4:3 Trueman · Harrysson 2:4 Spellman
- Tuik 4:2 Heneghan · Spellman 4:3 Lennon · Trueman 3:4 Harrysson
Das steht morgen an
Die Auslosung für die Swiss Darts Trophy wird am Donnerstag um 12:00 Uhr veröffentlicht, der Spielplan folgt kurz darauf. Ebenfalls am Donnerstag ermitteln die Schweizer Spieler im Host Nation Qualifier ihre vier Startplätze für das Turnier in der St. Jakobshalle in Basel, bei dem 48 Spieler um 230.000 Pfund spielen. Martin Schindler und Niko Springer sind über die Pro Tour Order of Merit im Feld.