Jan Schmidt im Junioren-WM-Finale, Littler scheitert 5:6 an Crabtree & Aspinall kontert Anfeindungen

Darts News vom 5. Oktober 2026: Jan Schmidt erreicht das Finale der PDC Junioren-WM, Luke Littler verliert 5:6 gegen Cam Crabtree, Aspinall kontert Kritik.
Das Wichtigste des Tages
Jan Schmidt steht im Finale der PDC World Youth Championship. Der 22 Jahre alte Deutsche setzte sich im Halbfinale in Wigan mit 6:3 gegen Charlie Manby durch und ist nach Max Hopp und Martin Schindler erst der dritte Deutsche, der das Endspiel der Junioren-Weltmeisterschaft erreicht. Sein Gegner im Finale heißt Cam Crabtree: Der Engländer gewann das zweite Halbfinale mit 6:5 gegen Luke Littler.
Gespielt wurde das Turnier an diesem Montag im Robin Park Leisure Centre in Wigan, und zwar von der Gruppenphase bis einschließlich der Halbfinals. Startberechtigt waren Spieler zwischen 16 und 24 Jahren; aus den Gruppen qualifizierten sich jeweils die beiden Bestplatzierten für die K.-o.-Runden. Beide Finalisten haben sich mit dem Halbfinalsieg zugleich einen Startplatz beim Grand Slam of Darts gesichert, dem Sieger des Endspiels winkt zusätzlich ein Platz im Feld der PDC-Weltmeisterschaft.
Junioren-WM in Wigan: Crabtree entscheidet das Halbfinale im letzten Leg
Luke Littler ging als Weltranglisten-Erster und zweimaliger Weltmeister in das Turnier. Er hatte die Junioren-WM 2023 bereits gewonnen und hätte als erster Spieler den Senioren- und den Jugendtitel gleichzeitig halten können. Durch die Gruppenphase kam er ohne Niederlage, in den frühen K.-o.-Runden lag sein Average meist über 90.
Die schwerste Prüfung vor dem Halbfinale lieferte ihm der 16 Jahre alte Lewis Cook: Littler geriet mit 1:3 in Rückstand, drehte die Partie und gewann 6:4. Anschließend setzte er sich gegen Archie Self mit 6:4 durch und schlug im Viertelfinale Harrison Leigh.
Im Halbfinale gegen Crabtree lagen beide über die gesamte Distanz gleichauf. Crabtree beendete die Partie mit einem Average von 97,91, Littler kam auf 97,89 – ein Unterschied von zwei Hundertstel. Entschieden wurde das Match im letzten Leg, Crabtree gewann 6:5. Für Littler ist es die zweite Halbfinal-Niederlage in Folge bei diesem Turnier.
Crabtree bringt Referenzen mit, die über die Jugendklasse hinausreichen. Der Engländer besitzt eine Tour Card und hatte sich über die Development Tour bereits einen Platz bei der Weltmeisterschaft im Alexandra Palace gesichert – mehr dazu im Bericht zum Abschluss der Development Tour. Auf dem Weg ins Endspiel setzte er sich im Viertelfinale mit 6:4 gegen Kaya Baysal durch, der erst 16 Jahre alt ist und zuletzt seinen ersten PDC-Titel auf der Development Tour geholt hatte.
Darts in Deutschland: Schmidts Weg ins Endspiel
Jan Schmidt überstand die Gruppenphase ohne Niederlage und arbeitete sich anschließend durch die K.-o.-Runden. In der ersten Runde gewann er mit 6:2 gegen Owen Roelofs, gegen Daniel Korbæk profitierte er davon, dass sein Gegner zwei Matchdarts ungenutzt ließ. Gegen Sebastian Bialecki, die Nummer zwei des Turniers und Sieger eines Development-Tour-Events, gewann Schmidt mit 6:2.
Im Viertelfinale gegen Henry Coates, der in diesem Jahr ein Players-Championship-Turnier gewonnen hat, ging es über die volle Distanz. Beim Stand von 5:5 beendete Schmidt das Entscheidungsleg mit 16 Darts zum 6:5. Im Halbfinale gegen Manby kontrollierte er die Partie über das Scoring und gewann 6:3.
Schmidt ist damit der erste deutsche Halbfinalist dieses Turniers seit Schindler. Mit dem Einzug ins Endspiel hat er sich zugleich seine erste Teilnahme am Grand Slam of Darts gesichert. Ein Titelgewinn würde ihm darüber hinaus das erste WM-Ticket seiner Laufbahn bringen.
Insgesamt gingen 13 deutsche Spieler in Wigan an den Start. Außer Schmidt kam keiner in die Nähe der Entscheidung: Leon Weber, Dominik Grüllich, Florian Preis, Liam Maendl-Lawrance, Merlin Nicolaus, Kilian Hohnstedt, Finn Beherns, Luca Wolff, Kimi Seemann, Lenny Schlüter und Mika Donnevert schieden in der Gruppenphase oder in den frühen K.-o.-Runden aus. Grüllich verlor gegen Jarod Becker, der seinerseits an Manby scheiterte. Für Weber und Grüllich ist es die zweite Enttäuschung binnen kurzer Zeit, nachdem beide die WM-Plätze der Development Tour verpasst hatten.
Swiss Darts Trophy: Teilnehmerfeld für Basel bestätigt
Die PDC hat am Montag das Teilnehmerfeld für die Swiss Darts Trophy in der St. Jakobshalle in Basel bestätigt. 48 Spieler bewerben sich dort um ein Preisgeld von 230.000 Pfund, Luke Humphries ist als Topgesetzter gelistet, dahinter stehen unter anderem Gian van Veen, Jonny Clayton, James Wade, Michael van Gerwen und Josh Rock. Aus deutscher Sicht sind Martin Schindler und Niko Springer über die Pro Tour Order of Merit qualifiziert. Littler fehlt in Basel, er hat auf die verbleibenden European-Tour-Turniere der Saison verzichtet.
Stimmen des Tages
Nathan Aspinall hat sich auf Instagram gegen Anfeindungen im Netz gewehrt. Der Engländer zog zunächst eine positive Bilanz seines World Grand Prix, sprach von einer Woche, mit der er sehr zufrieden sei, und ordnete sein Halbfinale als schwächere Leistung ein. Er sei froh, erneut das Halbfinale eines Majors erreicht zu haben, und werde sich nun einige Wochen Zeit für seine Familie nehmen. Anschließend wandte er sich direkt an jene, die ihn, seine Familie und Menschen aus seinem Umfeld in den vergangenen 24 Stunden beleidigt hätten.
Berry van Peer hat im Format Tungsten Talk der MODUS Super Series ausführlich über seine Dartitis gesprochen. Der Niederländer schilderte, dass er zeitweise erwogen habe, die Karriere zu beenden. Schlimmer als für ihn selbst sei die Situation für seine Gegner gewesen, weil er sich schuldig gefühlt habe; die mentale Seite sei schwerer zu lösen gewesen als das körperliche Problem. Geholfen hätten ihm die Unterstützung seines Bruders, veränderte Erwartungen an sich selbst und die Rückkehr zu einfachen Trainingsformen, bei denen die saubere Bewegung vor dem Average stand.
MODUS Super Series: Heneghan und Lennon mit vier Siegen
In der MODUS Live Lounge in Portsmouth wurde Gruppe A der laufenden Woche von Serie 15 gespielt. Conor Heneghan und Steve Lennon kamen auf jeweils vier Siege bei einer Niederlage und identische 18:11 Legs; das direkte Duell entschied Heneghan mit 4:2 für sich. Andreas Harrysson, früherer Sieger einer Champions Week, verlor seine ersten vier Partien und gewann erst zum Abschluss mit 4:2 gegen Danny Trueman. Die engsten Partien lieferten Lennon und Niek Tuik sowie Trueman und Tuik, beide endeten 4:3.
- Conor Heneghan – 4 Siege, 1 Niederlage (18:11 Legs)
- Steve Lennon – 4 Siege, 1 Niederlage (18:11 Legs)
- Danny Trueman – 3 Siege, 2 Niederlagen (15:14)
- Niek Tuik – 2 Siege, 3 Niederlagen (15:15)
- Andreas Harrysson – 1 Sieg, 4 Niederlagen (12:15)
- Alex Spellman – 1 Sieg, 4 Niederlagen (11:17)
Das steht morgen an
Am Dienstag setzt die MODUS Super Series die Woche mit Gruppe B fort, wieder in der Live Lounge in Portsmouth. Weitere offiziell angesetzte Turniertermine gibt es am Dienstag nicht.