Van der Voort zweifelt an Taylors Comeback, Hearn rät Littler zum Lächeln & zwei deutsche Teams im Europe-Cup-

Darts News vom 1. Oktober 2026: Van der Voort zweifelt an Taylors Comeback, Hearn rät Littler zum Lächeln, beide deutschen Teams im Europe-Cup-Achtelfinale.
Das Wichtigste des Tages
Das meistdiskutierte Darts-Thema dieses Donnerstags war kein Ergebnis, sondern eine Rückkehr: Das angekündigte Comeback von Phil Taylor bei der MODUS Super Series bekam Widerspruch. Vincent van der Voort äußerte im Podcast „Darts Draait Door“ Bedenken, Doppelpartner Adrian Lewis und der deutsche Profi Max Hopp hielten dagegen, Taylor selbst erläuterte seine Beweggründe in einem am Donnerstag veröffentlichten Sky-Sports-Interview. In Leicester wurde am Abend die zweite Runde des World Grand Prix abgeschlossen, in Tórshavn stehen beim WDF Europe Cup beide deutschen Nationalteams in der K.-o.-Runde, und PDC-Chef Barry Hearn äußerte sich zum Umgang mit den Pfiffen gegen Luke Littler. Und in eigener Sache: DartCloud hat am Donnerstag seine Turniersoftware vorgestellt, mit der Veranstalter ihr Turnier von der Anmeldung bis zum Finale digital abwickeln.
In eigener Sache: Die DartCloud Turniersoftware
Abseits der Profibühne gibt es an diesem Donnerstag auch Neues aus dem eigenen Haus: DartCloud stellt seine Turniersoftware vor, mit der Vereine, Spielstätten und Veranstalter ihr Dartturnier komplett digital durchführen. Anmeldung, Teilnehmer, Auslosung, Boards, Scoring, Tabellen, KO-Baum und Live-Ergebnisse laufen in einem System, in der App und im Web, auf Handy, Tablet, Laptop und Beamer. Die Vorstellung zeigt den Ablauf an einem echten Turnier: sieben Spieler, Gruppenphase mit anschließender K.-o.-Runde, zwei Tablets als Boards.
Der Ablauf ist bewusst einfach gehalten. Jedes Turnier auf DartCloud hat den Tab „Turniersoftware“, ein Klick auf „Turnier veranstalten“ öffnet die Turnierleitung. Online-Anmeldungen werden mit einem Klick in die Teilnehmerliste übernommen, wer vor Ort dazukommt, wird als Walk-in eingetragen. Jedes Board bekommt einen sechsstelligen Code, mit dem ein Handy oder Tablet an der Scheibe zum Scorer wird, ein Konto am Board ist nicht nötig. Nach der Auslosung erhält jedes Board automatisch sein erstes Spiel, Spieler werden automatisch aufgerufen; der Scorer übernimmt Bust-Erkennung, Checkout-Rückfrage, Averages, 180er und High Finishes sowie den Leg-Wechsel.
- Drei Formate: Direktes KO mit fair verteilten Freilosen, Gruppenphase + KO (Gruppengröße 2 bis 8, 1 bis 4 Qualifikanten pro Gruppe, KO-Baum mit Überkreuz-Paarung) sowie der FA-Cup-Modus mit Neuauslosung nach jeder Runde und animierter Auslosungs-Show auf dem Beamer.
- Spielmodi: Startpunkte 301, 501, 701, 1001 oder eigene, Double, Straight oder Master Out, Best of oder First to.
- Live für alle: Jedes laufende Turnier erscheint unter „Live“. Zuschauer sehen Spiele, Gruppen, K.-o.-Runde, Teilnehmer, Statistiken und Highlights, jede Aufnahme sofort, dazu eine Beamer-Ansicht für den Raum und eine eigene Live-Seite für jedes Spiel.
- Turnierleitung: Ergebnisse eintragen oder korrigieren, Spiele neu ansetzen oder auf ein anderes Board verschieben, Spieler streichen oder nachmelden, Boards im laufenden Betrieb hinzufügen, Ergebnisse optional erst freigeben, Turnier jederzeit beenden.
- Turnier-Historie: Spieler mit DartCloud-Konto finden das Turnier danach in ihrem Profil, mit Platzierung, Spielen, Siegen, Legs, Average und High Finish.
Ein Turnier lässt sich unter dartcloudapp.de/verwaltung/turnier/erstellen oder in der App über das Plus anlegen. Schritt-für-Schritt-Anleitungen mit Screenshots zu jedem Bereich stehen im Hilfecenter, laufende Turniere sind unter dartcloudapp.de/live zu sehen. Fragen, Wünsche und Fehlerberichte gehen über das Forum oder die Kontaktseite an das DartCloud-Team, das die Software gemeinsam mit den Nutzern weiterentwickelt.
Story des Tages: Widerspruch gegen Taylors Comeback
Phil Taylor wird beim International-Pairs-Turnier der MODUS Super Series in Portsmouth antreten, gemeinsam mit Adrian Lewis. Der 66-Jährige, 16-facher Weltmeister, hatte seine Karriere 2018 beendet und seither nur noch vereinzelt auf der Seniors-Bühne gespielt. Am Donnerstag bekam das Vorhaben erstmals deutlichen Gegenwind.
Vincent van der Voort, der selbst nicht mehr auf der Tour aktiv ist, sprach im Podcast „Darts Draait Door“ von Risiken für Taylors Ruf. „Ich fände es schade, wenn er dort mit 74 oder 78 im Average steht, so wie auf der Seniors Tour“, sagte der Niederländer. „Das würde seinem Bild schaden, und es täte mir leid. Vielleicht spielt er aber auch brillant. Er muss allerdings fünf oder sechs Tage hintereinander spielen, das ist viel.“ Van der Voort verwies auf Taylors Alter und dessen Hüftoperation sowie auf den Abstand zu Spielern, die Woche für Woche im Wettkampf stehen. Der Einwand zielt weniger auf das Ergebnis als auf das Format: Ein Mehrtagesturnier verlangt eine Konstanz, die sich im gelegentlichen Showmatch nicht abbilden lässt.
Adrian Lewis beschrieb seine Rückkehr an die Seite Taylors dagegen als Selbstläufer. Als der Name seines früheren Partners gefallen sei, habe er sofort zugesagt. „Wir kennen das Spiel des anderen in- und auswendig. Wir haben den World Cup viermal zusammen gewonnen. Er ist genauso aufgeregt wie ich“, sagte Lewis. Den Erfolg von damals führte er darauf zurück, dass sich beide gegenseitig gefordert hätten. Das Ziel formulierte er in zwei Worten: „Gewinnen. Mehr nicht.“
Auch Max Hopp ordnete das Comeback ein. Der deutsche Profi sagte bei SPORT1, Taylor würde den Schritt nicht gehen, wenn er sich nicht bereit fühle: „Er wird schon etwas länger, als wir alle vermuten, trainieren. Ich habe aus verlässlichen Kreisen gehört, dass er in den letzten Wochen immer mal eine Stunde gemacht hat.“ Hopp vermutet hinter dem Auftritt in Portsmouth einen größeren Plan: zunächst ein Wiedersehen mit Raymond van Barneveld, später womöglich ein Duell mit Luke Littler. Taylor selbst erklärte in einem am Donnerstag veröffentlichten Sky-Sports-Interview, er habe das Spiel vermisst und wolle die Partnerschaft mit Lewis noch einmal auf eine Bühne bringen. Belastbar bewerten lässt sich das Vorhaben erst, wenn Averages vorliegen.
Hearn zu den Pfiffen gegen Littler
Barry Hearn hat Luke Littler geraten, auf Pfiffe aus dem Publikum nicht mit Rückzug zu reagieren. „Was man nicht macht: ihnen zu sagen, das ist nicht gut, ich komme nicht wieder“, sagte der PDC-Chef bei talkSPORT. Stattdessen empfahl er den entgegengesetzten Weg: „Man lächelt sie an und zeigt ihnen, dass sie einen nicht aus der Ruhe gebracht haben.“ Hearn erinnerte daran, dass auch Peter Manley über Jahre ausgepfiffen worden sei und sich daran gewöhnt habe. Die Lautstärke gegen den Weltranglisten-Ersten wertete er ausdrücklich nicht als Problem des Sports: „In gewisser Weise ist es ein Kompliment dafür, wo Darts heute steht.“ Eine Verschärfung der Hallenordnung oder Sanktionen gegen Zuschauer stellte Hearn nicht in Aussicht.
Darts in Deutschland: Beide Nationalteams im Achtelfinale
Beim WDF Europe Cup auf den Färöern haben sich die deutschen Mannschaften in der Vorrunde durchgesetzt. Die Herren gewannen ihre Gruppe ohne Niederlage:
- Deutschland 9:4 Gibraltar
- Deutschland 9:4 Irland
- Deutschland 9:4 Litauen
Für Deutschland spielen Daniel Bauerdick, Carsten Hoffmann, Paul Krohne und Marcus Maier. Die Damen um Irina Armstrong, Madlen Gebauer, Kira Mertens und Julia Siek verloren ihr Auftaktspiel gegen Wales mit 2:9, setzten sich anschließend aber 9:8 im Entscheidungsleg gegen Österreich durch und gewannen 9:3 gegen Estland sowie 9:1 gegen Gibraltar. Beide Teams stehen damit in der K.-o.-Runde.
Die beste Vorrundenbilanz im Teamwettbewerb legte Wales mit vier Siegen und 85,15 im Average hin, dem höchsten Wert des Wettbewerbs. Neben Deutschland und Wales zogen unter anderem England, Finnland, Tschechien, die Niederlande, Schottland und Schweden als Gruppensieger weiter. Gespielt wird in allen Runden im Modus Best of 17 Legs, was Aufholjagden begünstigt und die Bedeutung eines schwachen Starts relativiert – wie der deutsche Damen-Auftakt zeigte.
In Tórshavn standen am Donnerstag das Achtelfinale der Herren-Teams sowie der Beginn von Herren-Doppel und Damen-Einzel auf dem Programm. Insgesamt sind 284 Spielerinnen und Spieler aus 37 Nationen in der Halle Við Tjarnir am Start.
World Grand Prix: Die zweite Runde geht zu Ende
In Leicester wurden am Donnerstagabend die letzten vier Achtelfinals ausgespielt. Ab 20:00 Uhr trafen Niels Zonneveld und Gary Anderson aufeinander, es folgten James Wade gegen Stephen Bunting, Luke Humphries gegen Jermaine Wattimena und zum Abschluss Gian van Veen gegen Ryan Searle – jeweils im Modus Best of five Sets mit Double-In und Double-Out, der die Fehlertoleranz zu Legbeginn deutlich senkt.
Die Sieger vervollständigen das Viertelfinalfeld. Gerwyn Price, Jonny Clayton, Ryan Joyce und Nathan Aspinall stehen bereits in der Runde der letzten acht, mehr dazu im Bericht vom Donnerstagmorgen; Price und Clayton bestreiten dort ein rein walisisches Duell. Humphries, Weltranglisten-Zweiter und Champion von 2024, strebt in Leicester sein viertes Finale in Folge an.
MODUS Super Series: Gruppe C eng beisammen
In Gruppe C der MODUS Super Series standen am Donnerstag 15 Partien auf dem Programm, und an der Spitze blieb es eng. Robert Thornton, Petri Rasmus und Nico Plovier gewannen jeweils drei ihrer fünf Spiele, Harry Ward, Widmayer und Kelling kamen auf je zwei Erfolge. Die Legdifferenz spricht für Thornton (plus vier) vor Rasmus (plus zwei) und Plovier (plus eins).
- Thornton gewann 4:2 gegen Kelling und 4:0 gegen Plovier, unterlag aber Rasmus mit 2:4 und Widmayer mit 3:4.
- Rasmus setzte sich 4:2 gegen Thornton, 4:2 gegen Plovier und 4:1 gegen Widmayer durch, verlor jedoch gegen Kelling (1:4) und Ward (2:4).
- Plovier gewann 4:1 gegen Kelling, 4:3 gegen Ward und 4:1 gegen Widmayer.
- Ward verlor beide Entscheidungsleg-Partien gegen Thornton und Plovier jeweils mit 3:4 und blieb trotz des 4:2 gegen Rasmus bei zwei Siegen.
Ausführlich dokumentiert sind Verlauf und Zahlen der Gruppe im eigenen Turnierbericht.
Das steht morgen an
Am Freitag steigt in Leicester ab 20:00 Uhr das Viertelfinale des World Grand Prix: Nathan Aspinall trifft auf Ryan Joyce, danach stehen sich Gerwyn Price und Jonny Clayton gegenüber, es folgen die beiden Partien der Donnerstagssieger. Beim Europe Cup in Tórshavn werden Achtel- und Viertelfinale der Damen-Teams gespielt, dazu das Einzel der Herren und das Damen-Doppel jeweils bis einschließlich Halbfinale. Die MODUS Super Series setzt ihr Gruppenprogramm am Nachmittag und am Abend fort.