Van Gerwen rutscht auf Rang neun, Lowe kritisiert Littlers Programm & vier Achtelfinals in Leicester

Van Gerwen rutscht auf Rang neun, Lowe kritisiert Littlers Programm & vier Achtelfinals in Leicester

Darts News vom 30. September 2026: Van Gerwen nur noch Weltranglisten-Neunter, John Lowe verteidigt Littler, vier Achtelfinals beim World Grand Prix in Leicester.

Das Wichtigste des Tages

Michael van Gerwen ist in der PDC Order of Merit auf Rang neun abgerutscht – so weit hinten stand der sechsmalige World-Grand-Prix-Sieger seit 13 Jahren nicht mehr. Am Mittwoch schilderte sein Landsmann Vincent van der Voort, wie van Gerwen selbst mit der Situation umgeht. Zeitgleich begann in der Mattioli Arena von Leicester mit vier Achtelfinals die dritte Spielrunde des World Grand Prix, und aus England meldete sich mit John Lowe ein dreimaliger Weltmeister zu Wort, der die Terminplanung von Luke Littler infrage stellt.

Leicester: Vier Achtelfinals am Mittwochabend

Um 20 Uhr deutscher Zeit eröffneten Danny Noppert und Ryan Joyce die Runde der letzten 16. Es folgten Jonny Clayton gegen Wessel Nijman, Gerwyn Price gegen Ross Smith und Luke Woodhouse gegen Nathan Aspinall. Ab dieser Runde wird über Best of five Sets gespielt, weiterhin mit dem für dieses Turnier typischen Doppel-Start: Jedes Leg muss mit einem Doppel eröffnet und mit einem Doppel beendet werden. Zum Redaktionsschluss liefen die Partien noch; die Ausgangslage hatten wir am Morgen ausführlich eingeordnet.

Die Ausgangslage war in jedem der vier Duelle bemerkenswert. Price und Smith trafen erneut aufeinander, nachdem Smith das Endspiel der World Series of Darts Finals in Amsterdam mit 11:5 gewonnen hatte. Im direkten Vergleich stand es vor dem Abend 7:7 aus 14 Begegnungen. Price war mit einem 2:0 gegen Sebastian Bialecki in das Turnier gestartet und hat damit seinen siebten Erstrundensieg in Serie beim World Grand Prix geholt – einen Wert, den vor ihm nur Phil Taylor und Dave Chisnall erreicht haben.

Woodhouse trat als der Spieler an, der den Titelverteidiger aus dem Turnier genommen hat, Joyce als derjenige, der van Gerwen schlug. Beide standen damit vor der Aufgabe, einen Sieg über einen Topspieler in eine Turnierserie zu verwandeln – im Doppel-Start-Format keine Selbstverständlichkeit, weil der Modus Außenseitern in der kurzen Distanz entgegenkommt, über fünf Sets aber wieder die stabilere Doppelquote belohnt. Eine weitere Zahl des Tages betrifft Gary Anderson und Clayton: Beide haben seit der vergangenen Weltmeisterschaft bei allen fünf großen Ranglistenturnieren mindestens das Achtelfinale erreicht – im dicht getakteten Kalender der PDC ein seltener Wert an Konstanz.

Van Gerwen: Rang neun und eine deutliche Einordnung

Die Zahlen hinter dem Erstrunden-Aus von van Gerwen sind eindeutig. Der Niederländer verlor in Leicester zwar kein Preisgeld, weil er beim World Grand Prix nichts zu verteidigen hatte, doch der ausgebliebene Zugewinn drückt ihn in der Order of Merit auf Position neun. Die Rangliste ist eine rollierende Zwei-Jahres-Wertung; wer über Monate hinweg früh ausscheidet, verliert seinen Platz nicht in einem Schritt, sondern durch das Ausbleiben neuer Einnahmen. Seit 13 Jahren hatte van Gerwen durchgehend zu den besten Vier gehört. Es war zudem sein drittes Erstrunden-Aus beim World Grand Prix in Folge.

Van der Voort, der nach der Partie mit ihm gesprochen hat, machte am Mittwoch die Stimmungslage öffentlich: „Es tut wahnsinnig weh, wir haben viel darüber geredet. Die Enttäuschung ist groß.“ Van Gerwen trainiere hart, sehe aber keinen Ertrag: „Er sagt: Ich will auch mal eine Belohnung sehen.“ Van der Voort hält ein weiteres Abrutschen für wahrscheinlich; ein Platz in den Top 16 sei nicht mehr selbstverständlich. Genau diese Marke ist die relevante, weil sie über Setzplätze bei den Majors entscheidet – und damit darüber, wann ein Spieler im Turnierbaum auf die stärksten Gegner trifft.

Lowe nimmt Littler in Schutz

John Lowe, dreimaliger Weltmeister, meldete sich zur Debatte um Luke Littler zu Wort und verteidigte den Weltranglisten-Ersten nach dessen Ausscheiden in Leicester. „Alle Ausnahmespieler haben Phasen, in denen es nicht läuft. Luke gehört in diese Kategorie“, schrieb Lowe. Seine Kritik richtete sich weniger an den Spieler als an den Umfang des Programms: Littler trete bei zu vielen Turnieren ohne ausreichende Pausen an. Lowe empfahl, künftig auszuwählen: „Jetzt ist vielleicht die Zeit, sich die Turniere herauszusuchen, die wirklich zählen. Vorbereiten, erholen, abliefern.“ Ohne Erholung seien schwache Auftritte auch bei den Besten unvermeidbar. Der Einwand trifft einen Punkt, der über Littler hinausreicht: Neben Premier League, Players Championships, European Tour und World Series stehen den Spitzenspielern kaum zusammenhängende Wochen ohne Wettkampf zur Verfügung.

Stimmen aus Leicester

Luke Humphries äußerte sich zu seiner neuen Rolle als Turnierfavorit – und tat das mit erkennbarem Unbehagen. „Ich hasse es, wenn er verliert, weil es den Druck immer auf mich verlagert“, sagte er mit Blick auf Littler; ihm wäre ein Duell im Finale lieber gewesen als ein Turnier ohne den Weltranglisten-Ersten. Seinen eigenen Auftaktsieg gegen Dave Chisnall bewertete Humphries streng: „Das war vermutlich einer meiner schlechtesten Auftritte auf der Bühne des World Grand Prix. Die Doppel fielen zu Beginn nicht, das Scoring war schlecht.“ Die Rötung in seinem Gesicht, über die in Leicester spekuliert worden war, erklärte er mit einer allergischen Reaktion auf Schminke bei Dreharbeiten für die Spielshow Bullseye.

Jermaine Wattimena steht nach seinem Sieg über Chris Dobey vorläufig auf Rang 16 der Weltrangliste, blieb aber zurückhaltend: „Ich werde es nicht zu laut sagen. Ich war dieses Jahr schon zweimal dort und bin zweimal wieder herausgefallen.“ Bei der anstehenden European Championship hat er 60.000 Pfund zu verteidigen – ein Betrag, der die Position schnell wieder kosten kann. Niels Zonneveld räumte vor seinem Debüt in diesem Format ein, wie sehr ihn der Doppel-Start beschäftigt hatte: „Ich hatte richtig Angst davor.“

MODUS Super Series: Jeff Smith gewinnt alle fünf Partien

In der Tagesgruppe der MODUS Super Series in Portsmouth hat Jeff Smith alle fünf Begegnungen gewonnen und dabei nur neun Legs abgegeben. Am knappsten wurde es gegen Michael Wiles und Robert Thornton: Beide Partien entschied der Kanadier mit 4:3.

  • Jeff Smith 4:3 Michael Wiles, 4:3 Robert Thornton, 4:0 Nico Plovier, 4:2 Jim Widmayer, 4:1 Jamie Atkins
  • Michael Wiles 4:2 Jamie Atkins, 4:1 Robert Thornton, 4:3 Nico Plovier – 3:4 gegen Jim Widmayer
  • Jamie Atkins 4:2 Nico Plovier, 4:1 Jim Widmayer – 1:4 gegen Robert Thornton
  • Nico Plovier 4:0 Jim Widmayer, 4:2 Robert Thornton – Jim Widmayer 4:1 Robert Thornton

Hinter Smith mit fünf Siegen folgt Wiles mit drei Erfolgen. Atkins, Widmayer und Plovier kamen auf je zwei Siege, Thornton auf einen.

Das steht morgen an

Am Donnerstag werden in Leicester ab 20 Uhr die vier restlichen Achtelfinals gespielt: Niels Zonneveld trifft auf Gary Anderson, James Wade auf Stephen Bunting, Luke Humphries auf Jermaine Wattimena und Gian van Veen auf Ryan Searle. Alle Partien gehen über Best of five Sets. Die Viertelfinals folgen am Freitag.

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