Taylor kündigt Comeback mit Lewis an, Durrant kritisiert die Absage-Strafen & Wiles gewinnt fünf von fünf

Darts News vom 29. September 2026: Phil Taylor kündigt Comeback mit Adrian Lewis an, Glen Durrant kritisiert die Absage-Strafen, Wiles gewinnt fünf von fünf.
Phil Taylor kehrt für ein Turnier an die Scheibe zurück. Der 16-malige Weltmeister bestreitet gemeinsam mit Adrian Lewis das International-Pairs-Turnier der MODUS Super Series in Portsmouth. Die Mitteilung am Dienstagvormittag war die weitreichendste Meldung eines Tages, an dem in Leicester die erste Runde des World Grand Prix weitergespielt wurde und bei der MODUS Super Series Michael Wiles alle fünf Partien gewann.
Taylor kehrt für ein Turnier zurück
Taylor und Lewis treten als englisches Duo an. Gemeinsam gewannen die beiden viermal den World Cup of Darts. Taylor ist inzwischen 66 Jahre alt, hat sich 2018 von der PDC-Tour verabschiedet und zuletzt 2024 bei der World Seniors Championship gespielt. Danach folgten mehrere Operationen, ein Wettkampfprogramm hatte er seither nicht mehr.
„Ich bin oft gefragt worden, ob ich zurückkomme. Es brauchte einen besonderen Grund. Adrian ist einer der wenigen, für die ich meine Darts wieder auspacke“, sagte Taylor. Lewis ergänzte: „Noch einmal als Team anzutreten, ist etwas Besonderes. Wir wissen, was es braucht, um als Duo erfolgreich zu sein.“ MODUS-Geschäftsführer Chris Murphy sprach von einem außergewöhnlichen Moment für die Veranstaltungsreihe.
Gespielt wird im MODUS-Studio in Portsmouth, übertragen wird live und kostenfrei bei Pluto TV. Das komplette Teilnehmerfeld will der Veranstalter zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben. Eine dauerhafte Rückkehr ist mit dem Auftritt nicht verbunden: Taylor beschrieb ihn als einmalige Gelegenheit, die er ohne Lewis nicht angenommen hätte.
Andy Hamilton, 2012 WM-Finalist, ordnete die Nachricht bei talkSPORT Darts zurückhaltend ein. „Er will sich nicht blamieren. Er will etwas zeigen, er will konkurrenzfähig sein“, sagte Hamilton über Taylor. Zugleich meldete er Zweifel an: „Ich weiß nicht, wie ernst es für ihn ist. Die Zeit wird zeigen, wie gut er noch ist.“ Für die Außenwirkung des Sports sei die Rückkehr dennoch ein Gewinn.
Durrant: Geldstrafen verfehlen ihren Zweck
Glen Durrant hat die Debatte um abgesagte Pro-Tour-Termine neu aufgegriffen. Im Gespräch mit Online Darts sagte der dreimalige BDO-Weltmeister und spätere Premier-League-Sieger, die bestehenden Sanktionen würden ihren Zweck verfehlen: „Wenn man einen Spieler, der so viel Geld verdient, mit 250 Pfund bestraft, dann geht er eben nicht zu einem Players Championship.“
Durrant befürchtet, dass sich in einem immer dichteren Kalender weitere Spitzenspieler die Floor-Events sparen und ihre WM-Qualifikation über andere Wege absichern. Anlässe gab es zuletzt genug: Für die Players Championships 29 und 30 in Den Bosch sagten neben Luke Littler auch Gerwyn Price und James Wade ab (alle Hintergründe zu den Absagen), Littler fehlte zudem beim Dutch Darts Championship in Maastricht (Details hier). Eine eigene Lösung legte Durrant nicht vor, zeigte sich aber überzeugt, dass die PDC eine finden werde.
Stimmen aus Leicester
Ryan Joyce formulierte nach seinem Erstrundensieg über Michael van Gerwen einen klaren Anspruch: „Ich glaube, das ist meine beste Chance auf einen Major-Titel.“ Das Double-in-Double-out-Format komme ihm als Doppelspezialist entgegen. Mit der eigenen Leistung war er dennoch nicht zufrieden; in Trainingsform, sagte Joyce, wäre die Partie klarer ausgegangen. In der zweiten Runde trifft er auf Danny Noppert.
Gerwyn Price verband seine Zwischenbilanz mit deutlicher Kritik am Format: „Ich hasse dieses Turnier, ich hasse das Set-Format, und ich hasse das Double-in.“ Genau deshalb bereite er sich einen Monat lang gezielt darauf vor und konzentriere sich hier stärker als sonst. An seinem Material habe er kaum etwas verändert, lediglich eine längere Spitze helfe ihm beim Scoring. In der nächsten Runde wartet Ross Smith auf ihn, gegen den Price zuletzt das Finale der World Series of Darts Finals verlor.
Vincent van der Voort beschäftigte sich bei Viaplay mit dem Umgang des Publikums mit Littler. „So langsam wird das doch ein kleines Imageproblem“, sagte der frühere Profi. Er habe wieder gehört, dass bei jedem verpassten Pfeil des 19-Jährigen Zuschauer jubelten: „Ein echter Dartliebhaber würde das nicht tun.“ Bemerkenswert findet van der Voort, dass Littler auch in England nicht durchgängig als Publikumsliebling behandelt wird.
World Grand Prix: Nijman ohne Satzverlust weiter
In der Mattioli Arena setzte sich Wessel Nijman 2:0 gegen Rob Cross durch und zog ohne Satzverlust in die zweite Runde ein. Am Abend eröffneten Chris Dobey und Jermaine Wattimena das Programm, das die erste Runde vervollständigte. Auf dem Spielplan standen unter anderem:
- Luke Humphries – Dave Chisnall
- Gary Anderson – Damon Heta
- Stephen Bunting – Andrew Gilding
- Josh Rock – Niels Zonneveld
- James Wade – Joe Cullen
- Ryan Searle – William O'Connor
- Gian van Veen – Dirk van Duijvenbode
Die Ausgangslage vor diesem Abend haben wir am Morgen zusammengefasst: Van Gerwen und Littler scheitern im Grand-Prix-Auftakt. Den ausführlichen Turnierbericht mit allen Ergebnissen, Averages und Checkout-Quoten gibt es bei uns separat.
MODUS Super Series: Wiles gewinnt alle fünf Partien
Bei der MODUS Super Series blieb Michael Wiles in seiner Gruppe ohne Niederlage. Der Engländer gewann jede seiner fünf Begegnungen:
- Wiles – Jim Widmayer 4:2, Wiles – Robert Thornton 4:0, Wiles – Jamie Atkins 4:2, Wiles – Nico Plovier 4:2, Wiles – Jeff Smith 4:3
- Jeff Smith kam auf vier Siege (4:2 gegen Atkins, 4:1 gegen Widmayer, 4:1 gegen Plovier, 4:2 gegen Thornton) und verlor nur gegen Wiles.
- Atkins gewann 4:0 gegen Plovier und 4:1 gegen Thornton, verlor aber 3:4 gegen Widmayer.
- Plovier setzte sich 4:3 gegen Thornton und 4:3 gegen Widmayer durch.
- Thornton blieb bei einem Erfolg: 4:1 gegen Widmayer.
Das engste Duell des Tages war Wiles gegen Smith, entschieden im fünften Leg des letzten Durchgangs. Auch zur Super Series erscheint bei uns ein eigener Turnierbericht.
Das steht morgen an
Am Mittwoch geht es in Leicester mit der zweiten Runde weiter: Danny Noppert trifft auf Ryan Joyce, Gerwyn Price auf Ross Smith, Nathan Aspinall auf Luke Woodhouse und Jonny Clayton auf Wessel Nijman. Gespielt wird im Modus Best of 3 Sets mit Double-in und Double-out. Die MODUS Super Series setzt ihre Gruppenphase am Vormittag fort, und im färöischen Tórshavn beginnt der WDF Europe Cup mit Einzel-, Paar- und Team-Wettbewerben.