Steeldart vs. E-Dart: Die Unterschiede

Steeldart und E-Dart (Softdart) unterscheiden sich vor allem in Scheibe, Spitzen, Pfeilgewicht und Punktzählung: Beim Steeldart fliegen Metallspitzen auf eine Sisalscheibe und es wird selbst gerechnet, beim E-Dart treffen Kunststoffspitzen auf einen elektronischen Automaten, der automatisch zählt. Die Abmessungen sind heute weitgehend identisch – nur einzelne Verbände wie der DSAB spielen im E-Dart noch auf 2,44 m.

Eckdaten

  • Max. Pfeilgewicht Steeldart: 50 g
  • Max. Pfeilgewicht Softdart: 18 g
  • Abstand zur Scheibe: 2,37 m
  • Höhe Bull's Eye: 1,73 m
  • Scheibenmaterial: Sisal vs. Kunststoff
  • Spitzenmaterial: Stahl vs. Kunststoff
  • Höchster Einzeltreffer: 60 Punkte
  • PDC gegründet: 1992

Der grundlegende Unterschied: Scheibe und Spitzen

Der wichtigste Unterschied steckt im Material. Beim Steeldart besteht die Scheibe aus Sisalfasern – einfachere Modelle werden aus Kork oder Papier gefertigt –, geworfen wird mit Pfeilen, deren Spitze aus Stahl besteht. Beim Softdart, auch E-Dart oder Automatendart genannt, ist die Scheibe bzw. der Automat aus Kunststoff mit Löchern, und die Spitzen der Pfeile bestehen aus Kunststoff. Daraus ergibt sich auch ein unterschiedlicher Verschleiß: Beim E-Dart brechen immer wieder Plastikspitzen ab, die ersetzt werden müssen. Beim Steeldart muss dagegen die Dartscheibe in der Regel nach ein paar Jahren ausgetauscht werden, und das Abbrechen einer Steelspitze kann sogar den Kauf eines komplett neuen Satzes Dartpfeile nach sich ziehen. Grundsätzlich lässt sich das Material auch mischen: Für Softdarts gibt es aufschraubbare Stahlspitzen, sogenannte Conversion Points. Steelpoints sollen übrigens nicht gespitzt, sondern abgerundet sein – das schont das Board und die Pfeile hängen stabiler in der Scheibe.

Pfeilgewicht und Länge: 50 Gramm gegen 18 Gramm

Regeltechnisch trennt beide Varianten vor allem das erlaubte Pfeilgewicht. Steeldarts dürfen bis zu 50 Gramm wiegen und bis zu 30,5 Zentimeter lang sein. Im Softdart liegt die Gewichtsgrenze bei den meisten Verbänden und Automaten üblicherweise bei 18 Gramm, die Gesamtlänge soll 16,8 Zentimeter nicht überschreiten – bei einigen Automaten und Verbänden wurde die Grenze inzwischen leicht nach oben verschoben. Der Hintergrund der Begrenzung ist technischer Natur: Schwere Pfeile und harte Würfe würden die Matrix des Automaten beschädigen. Wer also mit Pfeilen ab 20 Gramm spielt, kann aus regeltechnischer Sicht praktisch nur Steeldart spielen – ein häufiger Grund, warum E-Darter früher oder später zur Steelvariante wechseln. Umgekehrt ist die 50-Gramm-Obergrenze im Steeldart eher theoretisch: In der Praxis bewegen sich gängige Pfeile etwa zwischen 16 und 26 Gramm. Auch das Barrel-Material spielt eine Rolle. Unterschieden wird zwischen Brass (Messing), Tungsten (Wolfram) und Nickel. Je höher der Wolfram-Anteil, desto dünner kann der Barrel bei gleichem Gewicht gefertigt werden – das ermöglicht eine engere Gruppierung auf dem Board.

Zählweise: Kopfrechnen oder Display

Beim Steeldart zählt ein Schreiber die Punkte zusammen und ermittelt den Restscore; auch die Spieler selbst sollten gut rechnen können, um zu entscheiden, auf welches Feld sie als Nächstes zielen. Beim E-Dart übernimmt der Automat das Herunterzählen komplett und zeigt den Reststand auf dem Display an. Steeldart ist dadurch geistig anspruchsvoller und trainiert auf Dauer das Kopfrechnen – wer entspannt in der Kneipe spielen will, ist mit dem Automaten besser bedient. Entscheidend ist zudem, wann ein Treffer zählt. Beim Steeldart muss der Pfeil bis zum Ausrufen der Punktzahl in der Scheibe stecken bleiben; fällt er vorher heraus, wird der Wurf mit null Punkten gewertet. Beim E-Dart zählt der Automat die Punkte, sobald die Spitze das Board berührt – auch wenn der Pfeil anschließend wieder herausrutscht. Das verändert das Spiel taktisch: Im Steeldart kann ein bereits steckender Pfeil Platz versperren, sodass Spieler etwa von der Triple 20 auf die Triple 19 ausweichen. Im Softdart kann man dagegen im Prinzip auf die steckenden Darts drauf werfen, weil die Lochführung jeden Pfeil wieder gerade stellt.

Maße und Abmessungen: heute fast identisch

Bei den Abmessungen sind beide Varianten mittlerweile weitgehend gleich. Der horizontale Abstand von der Wurflinie (Oche) zur Scheibe beträgt 2,37 Meter – im Softdart galten bis Ende 2015 offiziell 2,44 Meter. Der größte deutsche E-Dart-Verband, der DSAB, spielt weiterhin auf 2,44 Meter, während praktisch alle anderen E-Dart-Verbände in Deutschland und international auf 2,37 Meter zurückgewechselt sind; auch die EDU-Europameisterschaft wurde auf 2,37 Meter gespielt. Ein kleiner Unterschied bleibt bei der Höhe: Der Mittelpunkt der Dartscheibe hängt 1,73 Meter über dem Boden, laut Angabe des Deutschen Sportautomatenbundes (DSAB) sind es beim Softdart 1,72 Meter. Bei Löwen-Automaten liegt das Bullseye entsprechend auf 1,72 Meter statt 1,73 Meter. An der Scheibe selbst ändert sich nichts: 20 Sektoren mit den Werten 1 bis 20, dazu das grüne Single Bull mit 25 und das rote Bull's Eye mit 50 Punkten. Der innere schmale Ring (Triple) verdreifacht, der äußere (Double) verdoppelt den Wert – der höchste Einzeltreffer ist damit die Triple 20 mit 60 Punkten, nicht das Bull's Eye.

Spielumfeld, Kosten und Verbände

E-Dart-Automaten stehen meist in Gaststätten und Kneipen, weil Aufsteller und Wirte am Münzeinwurf mitverdienen – entsprechend ist E-Dart flächendeckend verfügbar, kostet aber Steckgeld pro Spiel. Die Nutzung einer Steeldartanlage ist in der Regel kostenlos, dafür gibt es beim Steeldart in Deutschland regional deutlich größere Lücken. Auch die Geräuschkulisse unterscheidet sich: Der Automat quittiert Treffer akustisch, während im Amateur-Steeldart mehr Wert auf Ruhe und Konzentration gelegt wird. Bei den Anschaffungskosten ist E-Dart günstiger: Nach der Erstanschaffung kommen außer Plastikspitzen kaum weitere Kosten dazu. Wegen der Kunststoffspitzen gilt Softdart zudem als sicherer und ist damit die naheliegende Wahl für Haushalte mit Kindern und für Partyspieler. Steeldart erfordert wegen der spitzen Pfeile mehr Platz und Umsicht. Organisiert sind beide Varianten in eigenen Strukturen. Der World Darts Federation (WDF) gehören über 60 Länder an; die 1992 von 16 Profispielern in England gegründete Professional Darts Corporation (PDC) ist eine reine Profiliga, im deutschsprachigen Raum seit 2006 durch die PDC Europe vertreten. Im Softdart sind unter anderem die Deutsche Elektronik Dart Sport Vereinigung (DEDSV), der Deutsche Sportautomatenbund (DSAB) und der Deutsche Dart Sportverband (DDSV) aktiv.

Was passt besser zu dir?

Für Einsteiger, Kinder und Partyspieler ist Softdart die pragmatische Wahl: sichere Kunststoffspitzen, automatische Zählung und viele Spielmodi wie Cricket oder 301 senken die Einstiegshürde deutlich. Der Nachteil: Die Boards brauchen Strom oder Batterien, und die Plastikspitzen brechen. Steeldart bietet dagegen echtes Profi-Feeling ohne Stromversorgung, eine hohe Haltbarkeit von Boards und Pfeilen und die direkte Rückmeldung steckender Pfeile – ideal zum Erlernen der Wurftechnik und für alle, die im Verein, auf Turnieren oder "wie bei der WM" spielen wollen. Auch die Preisgelder sind im Steeldart mittlerweile deutlich höher als in der elektronischen Variante, weil steigende Teilnehmerzahlen höhere Antritts- und Preisgelder nach sich ziehen. Wer sich nicht entscheiden kann, muss das gar nicht: Wer Darts spielen kann, kann grundsätzlich beides. Deutsche Topspieler treten in beiden Bereichen an – der Umstieg braucht je nach Gewichtsunterschied, Wurfstil und Routine nur etwas Eingewöhnung.

Häufige Fragen

Was ist der Hauptunterschied zwischen Steeldart und E-Dart?

Steeldart wird mit Stahlspitzen auf eine Sisalscheibe geworfen und selbst gerechnet. E-Dart (Softdart) wird mit Kunststoffspitzen auf einen elektronischen Automaten aus Kunststoff geworfen, der die Punkte automatisch zählt.

Wie schwer dürfen Steeldarts und Softdarts sein?

Steeldarts dürfen bis zu 50 Gramm wiegen und bis zu 30,5 cm lang sein. Softdarts liegen üblicherweise bei maximal 18 Gramm und 16,8 cm Länge, um die Matrix des Automaten zu schonen – einzelne Automaten und Verbände haben die Grenze inzwischen leicht angehoben.

Ist der Abstand zur Scheibe bei E-Dart anders?

Heute in der Regel nicht mehr. Der Abstand beträgt 2,37 m; im Softdart galten bis Ende 2015 offiziell 2,44 m. Der DSAB spielt weiterhin auf 2,44 m, die meisten anderen E-Dart-Verbände sind auf 2,37 m zurückgewechselt. Die Bullhöhe liegt bei 1,73 m, im Softdart laut DSAB bei 1,72 m.

Zählt ein Pfeil, der aus dem Board fällt?

Beim Steeldart nein – der Pfeil muss bis zum Ausrufen der Punktzahl stecken bleiben, sonst zählt der Wurf null Punkte. Beim E-Dart zählt der Automat, sobald die Spitze das Board berührt, auch wenn der Pfeil danach herausrutscht.

Was ist für Anfänger besser geeignet?

Für Einsteiger, Kinder und Partyspieler ist Softdart wegen der sicheren Kunststoffspitzen und der automatischen Zählung meist der leichtere Start. Wer die Technik sauber lernen, im Verein spielen oder auf Turnieren antreten will, ist beim Steeldart besser aufgehoben.

Kann man beides spielen?

Ja. Wer Darts beherrscht, kann grundsätzlich beide Varianten spielen – deutsche Topspieler starten in beiden Bereichen. Nötig ist lediglich eine Umstellung auf das andere Pfeilgewicht, was manchen Spielern leichter fällt als anderen.