Die PDC Order of Merit erklärt
Die PDC Order of Merit ist die offizielle Darts-Weltrangliste der Professional Darts Corporation: Gelistet wird nicht nach Punkten, sondern nach dem Preisgeld, das ein Spieler in PDC-Ranglistenturnieren der letzten zwei Jahre gewonnen hat. Sie entscheidet über Setzlisten, Turnierqualifikationen und die Vergabe der Tour Cards.
Eckdaten
- Wertungssystem: Preisgeld in £
- Wertungszeitraum: 2 Jahre
- Tour Cards: Top 64
- Offizieller Name: PDC World Rankings
- Größtes Turnier 2026: £5.000.000
- Ranglisten-Events: 8 Premier Events
- Weltranglistenerster: Luke Littler
- Erster Nummer 1: Alan Warriner
Was die Order of Merit ist
Die PDC Order of Merit – offiziell PDC World Rankings, aus Sponsorengründen auch "Werner Rankings Ladder" genannt – ist das Weltranglistensystem der Professional Darts Corporation. Sie sortiert die Spieler ausschließlich nach dem Preisgeld, das sie in PDC-Ranglistenturnieren gewonnen haben. Wer mehr Geld verdient hat, steht weiter oben – Punkte oder Bewertungen nach Turnierprestige gibt es nicht. Dieses System gilt seit der PDC World Darts Championship 2007. Es ersetzte die ursprüngliche PDC-Weltrangliste von 1993, in der noch Punkte je nach Bedeutung des Turniers verteilt wurden. Erster Weltranglistenerster überhaupt war Alan Warriner; seit 1993 haben dreizehn weitere Spieler die Spitzenposition gehalten. Aktueller Weltranglistenerster ist Luke Littler. Die Rangliste ist kein Selbstzweck: Sie bestimmt, wer für die großen TV-Turniere qualifiziert ist, wie die Setzlisten aussehen und wer am Ende der Saison eine Tour Card erhält.
Zwei Jahre Preisgeld – so wird gerechnet
Gezählt wird das gesamte Preisgeld aus PDC-Ranglistenturnieren innerhalb des Wertungszeitraums. Für Tour-Card-Inhaber sind das die vergangenen zwei Jahre – oder, falls kürzer, die Zeit seit Erhalt der Tour Card. Die Liste läuft rollierend: Über das Jahr fällt jeweils das Preisgeld heraus, das ein Spieler zwei Jahre zuvor im selben Turnier gewonnen hat. Aktualisiert wird täglich. Wie stark die einzelnen Turniere ins Gewicht fallen, zeigt das Preisgeldgefüge: Für die Order of Merit 2026 ist die World Championship mit 5 Millionen Pfund Gesamtpreisgeld das mit Abstand größte Event – allein der Sieger erhält 1 Million Pfund. Danach folgen World Matchplay und Grand Slam of Darts mit je 1 Million Pfund, UK Open, World Grand Prix, European Championship und Players Championship Finals mit je 750.000 Pfund sowie der World Masters mit 500.000 Pfund. Auf der Pro Tour sind es 230.000 Pfund pro European Tour (15 Events) und 150.000 Pfund pro Players Championship (34 Events). Stehen zwei Spieler mit identischem Preisgeld gleichauf und müssen für Setzliste oder Qualifikation getrennt werden, entscheidet zuerst die höhere Summe aus den vier zuletzt gespielten Ranglistenturnieren. Reicht das nicht, wird vom aktuellsten Turnier aus weiter zurückgerechnet; im äußersten Fall ist ein Play-off möglich.
Welche Turniere zählen – und welche nicht
Ranglistenturniere sind grundsätzlich jene Events, an denen alle Tour-Card-Inhaber teilnehmen oder sich dafür qualifizieren können. Dazu gehören die acht großen PDC-Premier-Events – World Championship, World Masters, UK Open, World Matchplay, World Grand Prix, European Championship, Grand Slam of Darts und Players Championship Finals – sowie die Turniere der Pro Tour, also European Tour und Players Championships. Nicht gewertet werden Einladungsturniere, für die sich ein regulärer Spieler nicht qualifizieren kann. Aktuell sind das bei Events mit Tour-Card-Beteiligung die Premier League, die World-Series-of-Darts-Turniere und der World Cup of Darts. Genau das ist das entscheidende Kriterium: Jeder Spieler muss prinzipiell die Chance haben, sich für ein Ranglistenturnier zu qualifizieren. Ebenfalls ohne Einfluss sind Turniere anderer Verbände. Preisgeld von WDF-Events etwa zählt nicht für die PDC Order of Merit.
Tour Cards und der Schnitt bei Platz 64
Die PDC World Darts Championship gilt als letztes Event der Saison. Direkt danach wird die Year-End Order of Merit berechnet – und die Top 64 dieser Liste erhalten eine Tour Card für das folgende Jahr. Platz 64 ist damit die wichtigste Trennlinie der gesamten Rangliste. Neue Tour-Card-Inhaber starten bei 0 Pfund. Das gilt auch für Spieler, die im Vorjahr schon eine Karte hatten, aber die Top 64 verpasst haben: Ihr Ranglistengeld wird auf 0 Pfund zurückgesetzt, und sie müssen die Tour Card über das Qualifikationsturnier Q School neu erspielen. Auch Spieler ohne Tour Card können während der Saison in der Rangliste auftauchen, wenn sie in Ranglistenturnieren Preisgeld gewinnen – prominentes Beispiel ist Luke Littler bei der PDC World Darts Championship 2024. Erreichen sie zum Jahresende die Top 64 nicht, wird ihr Ranglistengeld ebenfalls auf 0 Pfund gesetzt.
Die Nebenranglisten der PDC
Neben der Zwei-Jahres-Wertung führt die PDC drei weitere Ranglisten für Teilbereiche der PDC Tour sowie vier Ranglisten für die Secondary Tours. Sie dienen der Qualifikation für TV-Turniere und als Grundlage für Setzlisten; einige Secondary Tours vergeben zudem Tour Cards. Die Pro Tour Order of Merit zählt das Preisgeld aus Players Championships und European-Tour-Events über einen rollierenden Zwölf-Monats-Zeitraum. Weil nur ein Jahr gewertet wird, spiegelt sie die aktuelle Form deutlich direkter als die Order of Merit. Sie füllt die Starterfelder der Major-Turniere mit Spielern auf, die sich nicht anderweitig qualifiziert haben, und bestimmt die Setzliste der Players Championships. Die European Tour Order of Merit wertet das Preisgeld der European-Tour-Events innerhalb des Kalenderjahres; die Top 32 qualifizieren sich für die European Championship und werden dort nach dieser Liste gesetzt. Die Nationalität spielt dabei keine Rolle – jeder Spieler kann an den Qualifiern teilnehmen. Für Spieler ohne Tour Card gibt es die Challenge Tour, für 16- bis 23-Jährige die Development Tour. Beide umfassen jeweils 20 Wettbewerbe an fünf Wochenenden. In beiden Wertungen erhalten die zwei Bestplatzierten am Saisonende eine Tour Card für zwei Jahre, die Plätze 3 bis 8 einen Startplatz bei der Q School. Ergebnisse aus der European Tour fließen sowohl in die Order of Merit als auch in die Pro Tour Order of Merit ein.
Ein Blick auf die aktuelle Spitze
Stand 29. Juli 2026 führt Luke Littler die PDC World Rankings mit 3.128.500 Pfund und damit mit riesigem Abstand an. Dahinter liegen Luke Humphries (1.005.500 Pfund) und Gian van Veen (1.005.250 Pfund) nur 250 Pfund auseinander – ein gutes Beispiel dafür, wie eng es in einer Preisgeldrangliste zugehen kann und warum die Tiebreak-Regeln überhaupt gebraucht werden. Auf den weiteren Plätzen folgen Gerwyn Price (725.000 Pfund), Jonny Clayton (683.000 Pfund), James Wade (656.250 Pfund), Michael van Gerwen (645.000 Pfund) und Josh Rock (639.500 Pfund). Die Grenze zur Tour Card verläuft aktuell bei Lukas Wenig auf Platz 64 mit 123.500 Pfund. Deutlich anders sieht die Momentaufnahme in der Pro Tour Order of Merit aus: Dort führt Wessel Nijman mit 313.500 Pfund vor Ross Smith (190.500 Pfund) und Luke Woodhouse (182.000 Pfund) – Luke Littler steht dort mit 101.500 Pfund nur auf Rang 25, weil er einen großen Teil seines Preisgeldes bei den Major-Events holt.
Häufige Fragen
Werden in der Order of Merit Punkte oder Preisgeld gezählt?
Ausschließlich Preisgeld. Seit 2007 rangiert die PDC ihre Spieler nach den Pfund-Beträgen, die sie in Ranglistenturnieren gewonnen haben. Das frühere System von 1993 bis 2006 arbeitete noch mit Punkten je nach Turnierprestige.
Wie lange bleibt gewonnenes Preisgeld in der Rangliste?
Zwei Jahre. Für Tour-Card-Inhaber gilt der Zeitraum der vergangenen zwei Jahre oder – falls kürzer – die Zeit seit Erhalt der Tour Card. Nach zwei Jahren fällt das Preisgeld des jeweiligen Turniers wieder heraus.
Warum zählt die Premier League nicht?
Weil sie ein Einladungsturnier ist. Nur Turniere, für die sich grundsätzlich jeder Spieler qualifizieren kann, zählen für die Order of Merit. Neben der Premier League sind auch die World Series of Darts und der World Cup of Darts nicht gewertet.
Wie oft wird die Order of Merit aktualisiert?
Täglich. Nach jedem Ranglistenturnier ändern sich die Beträge, zusätzlich fällt fortlaufend altes Preisgeld aus dem Zwei-Jahres-Zeitraum heraus.
Was passiert, wenn zwei Spieler exakt gleich viel Preisgeld haben?
Muss der Gleichstand für Setzliste oder Qualifikation aufgelöst werden, entscheidet zunächst das höhere Preisgeld aus den letzten vier Ranglistenturnieren. Danach wird vom aktuellsten Event aus weiter zurückgerechnet, im Extremfall gibt es ein Play-off.
Was ist der Unterschied zur Pro Tour Order of Merit?
Die Pro Tour Order of Merit zählt nur das Preisgeld aus Players Championships und European-Tour-Events, und zwar über zwölf rollierende Monate statt zwei Jahre. Sie gibt deshalb die aktuelle Form wieder und dient dazu, die Starterfelder der Majors aufzufüllen und Players-Championship-Setzlisten zu bilden.