Wie funktioniert die Darts-WM?

Die PDC-Weltmeisterschaft ist das größte Darts-Turnier des Jahres: Seit 2008 spielen die Profis im Londoner Alexandra Palace im K.-o.-System um die Sid Waddell Trophy – gespielt wird 501 Double Out im Set-Modus. Seit der Ausgabe 2026 gehen 128 Spieler an den Start, der Weltmeister erhält 1.000.000 Pfund.

Eckdaten

  • Veranstalter: PDC
  • Austragungsort: Alexandra Palace, London
  • Teilnehmer: 128 Spieler
  • Spielvariante: 501 Double Out
  • Finaldistanz: Best of 13 Sets
  • Gesamtpreisgeld: £5.000.000
  • Trophäe: Sid Waddell Trophy
  • Rekordweltmeister: Phil Taylor (14 Titel)

Was ist die Darts-WM?

Die PDC World Darts Championship – offiziell seit 2024 Paddy Power World Darts Championship – ist das wichtigste und prestigeträchtigste Turnier der Professional Darts Corporation. Sie wird seit 1994 jährlich ausgetragen, beginnt Ende Dezember und endet Anfang Januar. Der Sieger darf sich das gesamte folgende Jahr amtierender Weltmeister nennen und erhält die seit 2013 vergebene Sid Waddell Trophy, benannt nach dem Kommentator Sid Waddell. Die WM entstand als Folge des "Darts Split": 1992 hatten sich hochkarätige Profis vom damaligen Hauptverband BDO abgewandt und den World Darts Council gegründet, aus dem nach dem Vergleich von 1997 die PDC wurde. Die erste Austragung 1994 gewann Dennis Priestley. Gespielt wurde bis 2007 in der Circus Tavern in Purfleet, seit 2008 im Alexandra Palace im Norden Londons – von den Fans liebevoll "Ally Pally" genannt. Die Partien finden in der West Hall mit 3.200 Plätzen statt; ab der Ausgabe 2027 zieht das Turnier in die größere Great Hall mit rund 5.000 Plätzen um.

Der Spielmodus: Legs, Sets und Double Out

Gespielt wird die Variante 501 Double Out. Beide Spieler starten bei 501 Punkten und werfen abwechselnd je drei Darts. Die geworfenen Punkte werden abgezogen; wer zuerst exakt auf null kommt, gewinnt das Leg. Der letzte Wurf muss dabei zwingend ein Doppelfeld treffen (äußerer Ring oder das Bulls-Eye) – das ist das "Double Out". Eröffnet werden darf ein Leg mit einem Wurf in einen beliebigen Bereich der Scheibe ("Straight In"). Wirft ein Spieler mehr Punkte als benötigt oder bleibt genau ein Punkt Rest, ist die Aufnahme ungültig ("No Score") und der Punktestand bleibt unverändert. Gewertet werden nur Darts, die im Board stecken bleiben bzw. deren Spitzen das Board berühren. Anders als bei den meisten PDC-Turnieren wird bei der WM im Set-Modus gespielt: Wer zuerst drei Legs gewinnt, holt sich einen Satz (Set). Für den Matchgewinn zählt allein die Zahl der gewonnenen Sets, nicht die der Legs.

Runde für Runde: Distanzen und die Sudden-Death-Regel

Die Distanzen steigern sich mit jeder Runde. In Runde 1 und Runde 2 wird "Best of 5 Sets" gespielt (drei Gewinnsätze), in Runde 3 und im Achtelfinale "Best of 7" (vier Gewinnsätze), im Viertelfinale "Best of 9" (fünf Gewinnsätze), im Halbfinale "Best of 11" (sechs Gewinnsätze) und im Finale "Best of 13" – Weltmeister wird, wer zuerst sieben Sätze gewinnt. Eine Besonderheit gilt im Entscheidungssatz: Steht es dort 2:2 nach Legs, geht es in die Verlängerung, und der Satz muss mit zwei Legs Vorsprung gewonnen werden. Beim Stand von 5:5 entscheidet ein Sudden-Death-Leg. Diese Regel galt bis 2020, wurde zur WM 2021 unter Corona-Bedingungen aus Zeitgründen ausgesetzt und ist seit der WM 2023 wieder in Kraft. Ein erneutes Ausbullen vor dem Sudden-Death-Leg findet auf der Bühne nicht statt – es beginnt der Spieler, der das Ausbullen vor dem Match gewonnen hatte.

Teilnehmer und Qualifikation

Seit der WM 2026 nehmen erstmals 128 Spieler teil; zuvor waren es 96, von 2006 bis 2018 lag das Feld bei 72 Spielern, bei der Premiere 1994 traten lediglich 24 Profis an. Alle Spieler steigen inzwischen bereits in der ersten Runde ins Turnier ein – Freilose für die Topgesetzten gibt es nicht mehr. Qualifiziert sind die Top 40 der PDC Order of Merit, der Weltrangliste, die sich aus den in den vergangenen zwei Jahren erspielten Preisgeldern zusammensetzt. Weitere 40 Plätze gehen an die besten Spieler der Pro Tour Order of Merit, die noch nicht über die Order of Merit qualifiziert sind; hier zählen die Preisgelder der letzten zwölf Monate aus Players-Championship- und European-Tour-Events. Die restlichen Plätze werden über internationale Qualifikationsturniere und regionale Ranglisten vergeben – etwa die PDC Asian Tour, die PDC Nordic & Baltic Tour, die CDC Tour, die Development und Challenge Tour sowie die Women's Series. Bei der Auslosung sind die Top 32 der Order of Merit gesetzt; die nächsten 32 für die WM qualifizierten Spieler der Order of Merit können in Runde 1 nicht gegen die Top 32 gelost werden, die übrigen 64 Qualifikanten werden frei zugelost.

Preisgeld und Bedeutung für die Weltrangliste

Das Preisgeld wurde über die Jahre stetig angehoben: 1994 waren insgesamt 64.000 Pfund ausgeschüttet worden, 2010 wurde erstmals die Millionengrenze erreicht, ab 2019 lag der Topf bei 2,5 Millionen Pfund. Zur WM 2026 wurde er auf 5.000.000 Pfund verdoppelt – so viel wie bei keinem anderen Darts-Turnier. Der Weltmeister erhält seither erstmals 1.000.000 Pfund, der unterlegene Finalist 400.000 Pfund. Weiter gestaffelt gibt es 200.000 Pfund für das Halbfinale, 100.000 für das Viertelfinale, 60.000 für das Achtelfinale, 35.000 für die dritte Runde, 25.000 für die zweite Runde und 15.000 Pfund für die erste Runde. Für einen Neun-Darter werden zusätzlich 60.000 Pfund ausgelobt. Die Preisgelder fließen in die PDC Order of Merit ein und entscheiden damit über die Qualifikation für weitere Turniere. Prämien für Neun-Darter werden dabei allerdings nicht mitgezählt.

Rekorde, deutsche Beteiligung und Übertragung

Rekordweltmeister ist Phil Taylor mit 14 Titeln aus 25 Teilnahmen und 19 Finalteilnahmen; ihm folgen Michael van Gerwen (3 Titel) sowie Gary Anderson, Adrian Lewis, John Part, Peter Wright und Luke Littler mit je zwei Titeln. Littler krönte sich 2025 mit 17 Jahren zum jüngsten PDC-Weltmeister aller Zeiten und verteidigte den Titel 2026 mit einem 7:1 im Finale gegen Gian van Veen. Den höchsten Match-Average der WM-Geschichte warf Michael van Gerwen 2017 im Halbfinale mit 114,05 Punkten. Insgesamt gab es bislang 16 Neun-Darter auf der WM-Bühne, den ersten 2009 durch Raymond van Barneveld. Deutsche Spieler sind seit 2006 dabei, als sich mit Andree Welge und Tomas Seyler erstmals zwei Deutsche qualifizierten. Das beste Ergebnis erzielte Gabriel Clemens, der 2023 das Halbfinale erreichte. Zur WM 2026 standen mit acht Spielern so viele Deutsche im Feld wie nie zuvor. Auch Frauen sind regelmäßig vertreten: Fallon Sherrock besiegte 2020 als bislang einzige Frau einen Mann bei der PDC-WM. In Deutschland überträgt Sport1 die WM im frei empfangbaren Fernsehen und im Livestream, der kostenpflichtige Streamingdienst DAZN zeigt sämtliche Sessions live.

Häufige Fragen

Wo und wann findet die Darts-WM statt?

Die WM wird seit 2008 im Alexandra Palace in London ausgetragen, dem "Ally Pally". Sie beginnt Mitte Dezember, macht eine kurze Weihnachtspause und endet mit dem Finale Anfang Januar. Die Ausgabe 2027 läuft vom 11. Dezember 2026 bis zum 3. Januar 2027.

Wie viele Spieler nehmen an der Darts-WM teil?

Seit der WM 2026 sind es 128 Spieler. Zuvor waren es 96, von 2006 bis 2018 waren es 72, und bei der ersten PDC-WM 1994 traten nur 24 Spieler an.

Was ist der Unterschied zwischen einem Leg und einem Set?

Ein Leg ist ein einzelnes Spiel von 501 Punkten herunter auf exakt null, beendet mit einem Doppelfeld. Wer zuerst drei Legs gewinnt, holt ein Set. Über den Matchsieg entscheidet allein die Zahl der gewonnenen Sets.

Wie hoch hängt das Board und wie weit ist die Abwurflinie entfernt?

Das Board hängt – gemessen am Mittelpunkt – 1,73 Meter hoch. Geworfen wird von der Oche aus einer Entfernung von genau 2,37 Metern.

Was ist ein Neun-Darter?

Der Neun-Darter ist das perfekte Leg: 501 Punkte mit nur neun Darts auf null gebracht. Dafür gibt es 71 mögliche Varianten. Bei einer WM gelang das Kunststück bislang 16-mal, erstmals 2009 durch Raymond van Barneveld.

Wie viel verdient der Weltmeister?

Seit der WM 2026 erhält der Weltmeister 1.000.000 Pfund, der Finalist 400.000 Pfund. Insgesamt werden 5 Millionen Pfund ausgeschüttet, selbst Erstrundenverlierer bekommen 15.000 Pfund.