Cricket: Das beliebte Dartspiel erklärt
Cricket ist neben X01 die beliebteste Dart-Variante in Pubs, Ligen und auf E-Boards: Gespielt wird nur auf die Zahlen 15 bis 20 und das Bullseye, die jeweils dreimal getroffen werden müssen. Gewonnen hat, wer alle Ziele geschlossen hat und dabei mindestens gleich viele Punkte wie der Gegner besitzt.
Eckdaten
- Zielfelder: 15–20 + Bull
- Treffer zum Schließen: 3 Marks
- Darts pro Aufnahme: 3
- Äußeres Bull: 25 Punkte
- Inneres Bull: 50 Punkte
- Spieleranzahl: 2–4
- Spielstart: Ausbullen („Diddle")
- Andere Namen: Tactics, Mickey Mouse
Was ist Cricket und wie gewinnt man?
Cricket ist ein Dartspiel, das auf dem normalen 20-Segment-Board mit Double- und Triple-Ring gespielt wird. Typischerweise treten zwei, drei oder vier Spieler bzw. Teams gegeneinander an. Gespielt wird auf die sieben Ziele 15, 16, 17, 18, 19, 20 und das Bullseye – alle anderen Felder zählen nicht. Das Ziel: Jedes dieser sieben Felder muss dreimal getroffen werden, dann gilt es als „geöffnet" bzw. „geschlossen". Gewonnen hat, wer als Erster alle Ziele geschlossen hat und dabei punktegleich mit dem Gegner ist oder in Führung liegt. Wer zwar alle Felder zu hat, aber bei den Punkten zurückliegt, muss weiterwerfen, bis er ausgeglichen oder vorne ist. Diese Kombination aus Zielgenauigkeit, taktischem Denken und Kopfrechnen macht Cricket neben X01 zur beliebtesten Darts-Variante in Pubs, Ligen und auf E-Boards.
Marks: So schließt man ein Feld
Der Fortschritt wird in sogenannten Marks gezählt. Ein Single-Treffer zählt 1 Mark, ein Double 2 Marks und ein Triple 3 Marks. Beim Bullseye zählt das äußere Bull 1 Mark (25 Punkte), das innere Bull 2 Marks (50 Punkte). Drei Marks auf derselben Zahl schließen dieses Ziel. Das kann in einer einzigen Aufnahme passieren (ein Triple 20 = 3 Marks) oder über mehrere Runden verteilt: Double plus Single reichen in zwei Würfen, drei Singles brauchen drei Würfe. Die Reihenfolge ist frei – nur in strengen Varianten wird von 20 abwärts bis 15 gespielt. Mehrere Zahlen dürfen in derselben Aufnahme bearbeitet werden. Auf dem klassischen Scoreboard wird der erste Treffer mit einem Schrägstrich (/) notiert, der zweite macht daraus ein X, und ein Kreis um das X (O) zeigt an, dass die Zahl geschlossen ist. Elektronische Boards übernehmen diese Anzeige automatisch.
Punkte sammeln: der strategische Kern
Hat ein Spieler eine Zahl mit drei Marks geöffnet und der Gegner hat sie noch offen, bringt jeder weitere Treffer auf diesem Feld sofort Punkte in Höhe des Feldwerts. Auf der geschlossenen 19 gibt ein Single also 19 Punkte, ein Double 38 und ein Triple 57. Beim Bull sind es 25 bzw. 50 Punkte. Auch „überschüssige" Treffer aus der Aufnahme, in der das Feld geöffnet wurde, zählen bereits als Punkte. Sobald der Gegner dieselbe Zahl ebenfalls dreimal getroffen hat, ist sie geschlossen und neutralisiert – niemand kann darauf noch punkten. Genau darin liegt die Spannung: Man muss ständig abwägen, ob man weiter auf einem starken Feld punktet oder lieber die nächste Zahl schließt, bevor der Gegner dort Punkte macht. Der Startspieler wird ausgebullt („Diddle"): Beide werfen einen Dart aufs Bullseye, wer näher dran ist, beginnt. Danach wirft jeder Spieler pro Aufnahme drei Darts. Wichtig ist außerdem: Wer seinen Score nicht notiert, bevor der nächste Spieler wirft, dem zählt er nicht.
Beispielrunde: Cricket in Aktion
Beide starten mit allen Zahlen offen, Spieler A wirft zuerst. Aufnahme 1 (A): Triple 20 – damit sind 3 Marks erreicht und die 20 ist geschlossen. Der anschließende Single 20 bringt +20 Punkte, weil B die 20 noch offen hat. Aufnahme 1 (B): Double 20 (2 Marks) und Single 20 (3. Mark) schließen die 20 – Punkte gibt es keine, weil A sie bereits geschlossen hatte. Damit ist die 20 neutralisiert. Aufnahme 2 (A): Double 19 bringt 2 Marks, der dritte Mark wird verfehlt. Aufnahme 2 (B): Triple 19 schließt die 19 sofort, der Single 19 bringt +19 Punkte. Aufnahme 3 (A): Triple 18 schließt die 18, das Double 18 bringt +36 Punkte. So geht es weiter, bis ein Spieler alle Felder von 15 bis 20 plus Bull geschlossen hat und bei den Punkten mindestens gleichauf liegt.
Die wichtigsten Cricket-Varianten
Cut-Throat Cricket (auch „Cricket Minus" oder „Schweine-Cricket") dreht die Logik um: Punkte auf einer von dir geschlossenen Zahl gehen an alle Gegner, die dieses Feld noch offen haben. Gewinner ist, wer alle Felder geschlossen hat und die wenigsten Punkte besitzt. Diese Variante ist besonders auf elektronischen Anlagen verbreitet und mit mehreren Spielern reizvoll. Weitere gängige Formen: Limited-Round Cricket begrenzt die Anzahl der Aufnahmen (z. B. 20 Runden), danach gewinnt, wer die meisten Zahlen geschlossen hat bzw. bei Gleichstand mehr Punkte hat. Bei Random Cricket bzw. „Chance it" bestimmt ein Zufallsgenerator die Zielzahlen, bei „Pick it" wählen die Spieler ihre Zahlen selbst. Low-Score Cricket ist eine Trainingsform ohne Scoring-Phase, bei der es nur ums schnelle Schließen geht. Bei Double-In Cricket zählen Treffer erst, nachdem ein Doppelfeld getroffen wurde – im Ligabetrieb aber unüblich. Auch international gibt es Abweichungen: Tactics ist die britische Version, die zusätzlich zu 15–20 und Bull auch Doubles und Triples als eigene Ziele verlangt – jeweils dreimal. In Kanada wird oft mit 20 bis 13 gespielt, in den USA mit 20 bis 12. Im Turnierspiel sind zudem die Zahlen 20 bis 10 plus Bull verbreitet, während die einfachere Form mit 15–20 plus Bull auch als Mickey Mouse bekannt ist. Weitere Ableger sind Camden Throwdown (ohne Scoring – wer zuerst alles schließt, gewinnt), Scram (Blocker gegen Scorer) und Bowlers and Batters, auch English Cricket genannt.
Cricket als Trainingsspiel
Cricket eignet sich hervorragend zum Üben, weil Singles, Doubles, Triples und das Bull komplex trainiert werden. Eine bewährte Empfehlung: Wirf zuerst auf die vier größten Zahlen 20, 19, 18 und 17 und arbeite dich von dort weiter nach unten. Konzentriere dich nicht zu sehr auf das Triple – auch Singles zählen als Mark, das verhindert unnötiges Verwerfen. Wer weit zurückliegt, kann den Gegner mit dem Bull überraschen, das sonst meist zuletzt geworfen wird und mit 25 bzw. 50 Punkten viel bringt. Eine verkürzte Scoring-Variante, die Raymond van Barneveld zugeschrieben wird, geht so: Man hat pro Feld nur drei Würfe und arbeitet 20, 19, 18, 17, 16, 15 und zuletzt Bull ab. Gezählt werden die Marks – Triple 3, Double 2, Single 1 Punkt, beim Bull 2 für Bullseye und 1 für Single-Bull. Insgesamt sind 60 Punkte zu vergeben. Als Orientierung nannte Barneveld seinen eigenen Rekord von 52 Punkten; für die TV-Bühne sollte man 35 Punkte schaffen, Spieler der 3. oder 4. Liga sollten 21 Punkte anpeilen.
Häufige Fragen
Welche Zahlen gehören zu Cricket?
Gespielt werden 20, 19, 18, 17, 16, 15 und das Bull. Alle anderen Felder zählen nicht. In manchen Varianten wird der Bereich erweitert – im Turnierspiel etwa auf 20 bis 10 plus Bull, in Kanada auf 20 bis 13, in den USA auf 20 bis 12.
Wie viele Treffer brauche ich zum Schließen?
Drei Marks pro Ziel. Single = 1 Mark, Double = 2 Marks, Triple = 3 Marks. Ein Triple schließt ein Feld also in einem einzigen Wurf. Beim Bull zählt das äußere Bull 1 Mark (25 Punkte), das innere 2 Marks (50 Punkte).
Wann bekomme ich Punkte?
Nur wenn du eine Zahl geschlossen hast und dein Gegner sie noch offen hat. Jeder weitere Treffer bringt dann sofort Punkte in Höhe des Feldwerts – Triple 20 also 60 Punkte. Sobald beide die Zahl geschlossen haben, ist sie neutralisiert und bringt keine Punkte mehr.
Wie gewinnt man ein Cricket-Leg?
Wer alle sieben Ziele geschlossen hat und bei den Punkten mindestens gleichzieht oder führt, gewinnt. Liegt man trotz aller geschlossenen Felder hinten, muss man weiterwerfen und punkten, bis man aufgeholt hat.
Was ist Cut-Throat Cricket?
Bei Cut-Throat werden die Punkte allen Gegnern gutgeschrieben, die das getroffene Feld noch offen haben. Punkte sind hier also unerwünscht: Gewinner ist, wer alle Felder geschlossen hat und die niedrigste Punktzahl besitzt.
Wie wird Cricket noch genannt?
Cricket ist auch als „Tactics" oder „Mickey Mouse" bekannt. Tactics ist die britische Version und nutzt zusätzlich Doubles und Triples als eigene Ziele; Mickey Mouse bezeichnet meist die einfachere Form mit 15 bis 20 plus Bull. Auf vielen Dartautomaten sind Cricket und Mickey Mouse identisch.