Die Checkout-Tabelle: Alle Finishes von 170 bis 2
Die Checkout-Tabelle zeigt für jede Restpunktzahl von 170 bis 2, mit welcher Kombination sich ein Leg im Double-Out-Modus beenden lässt – 170 (T20-T20-Bullseye) ist das höchste mögliche Finish. Nur sieben Zahlen unter 170 sind mit drei Darts überhaupt nicht auszuwerfen: 169, 168, 166, 165, 163, 162 und 159.
Eckdaten
- Checkout-Bereich: 2 bis 170
- Höchstes Finish: 170
- Bogey-Zahlen: 7
- Perfektes Leg: 9 Darts
- Bestes Doppel: D16
- Bullseye / Half Bull: 50 / 25 Punkte
- Traum-Rest: 32
- Berechnungsgrundlage: Kari Kaitanen
Was ein Checkout ist – und warum die Tabelle hilft
Ein Checkout ist die Punktzahl, die ein Spieler in seiner letzten Aufnahme am Oche auswirft und damit das Leg gewinnt. Beim üblichen Double-Out-Modus (501, 301, X01) muss der letzte Dart zwingend in ein Doppelfeld oder ins Bullseye gehen. Möglich sind Checkouts von 2 bis 170 – alle davon außer sieben Zahlen lassen sich mit drei Darts erledigen. Wer seine Finishwege kennt, muss nicht nach jedem Dart neu rechnen, sondern weiß sofort, auf welches Feld der nächste Wurf geht. Das sorgt für einen gleichmäßigeren Wurfrhythmus und erhöht damit die Trefferquote. Genau deshalb hat kein Profi einen Zettel in der Tasche: Die Kombinationen sitzen auswendig. Bobby George bringt die Bedeutung des Finishens auf den Punkt: „Trebles for show and doubles for dough.“ Wichtig zu wissen: Für die meisten Restpunktzahlen gibt es viele Wege ins Doppel. Klassische Finishlisten geben pro Punktzahl in der Regel nur einen – den verbreitetsten – Weg an. Die Darts1-Wege basieren zum Beispiel auf den wissenschaftlichen Berechnungen von Kari Kaitanen aus „The Dart Book“ (ISBN 951-96680-1-2) und sind auf fortgeschrittene Spieler zugeschnitten; für Anfänger und Profis können andere Lösungen sinnvoller sein.
Das höchste Finish und die sieben Bogey-Zahlen
Das höchste Checkout auf einem Standard-Board ist 170, in England liebevoll „Big Fish“ genannt. Es gibt dafür genau einen Weg: Triple 20, Triple 20, Bullseye. Ein prominentes Beispiel lieferte Fallon Sherrock beim Grand Slam of Darts 2021: In einem Muss-Leg zum Weiterkommen holte die „Queen of The Palace“ die 170, während ihre Gegnerin auf 68 wartete. Unterhalb der 170 gibt es sieben sogenannte Bogey-Zahlen, die sich mit drei Darts nicht auswerfen lassen: 169, 168, 166, 165, 163, 162 und 159. Daran ändert auch Weltklasse nichts – ob Phil Taylor, Michael van Gerwen oder Gerwyn Price: Diese Zahlen sind mit drei Pfeilen unmöglich zu checken. Oberhalb von 170 ist ohnehin kein Finish mehr möglich, weil drei Darts maximal 180 Punkte bringen, das Leg aber auf einem Doppel enden muss.
Die Tabelle nach Bereichen: von 170 bis 2
Ab 101 bis 170 braucht man in der Regel zwei Triple oder ein Triple plus Bullseye. Typische Wege: 170 = T20 T20 Bull, 167 = T20 T19 Bull, 164 = T20 T18 Bull, 161 = T20 T17 Bull, 160 = T20 T20 D20, 152 = T20 T20 D16, 141 = T20 T19 D12, 136 = T20 T20 D8, 120 = T20 S20 D20. Im Bereich 101 bis 110 arbeitet man meist mit Triple, Single und Doppel, etwa 110 = T20 S18 D16 oder 104 = T18 Bull. Zwischen 91 und 100 genügen ein Triple und ein Doppel; zwei Singles reichen hier nicht, um sich ein Doppel zu stellen. Standardwege sind 100 = T20 D20, 98 = T20 D19, 96 = T20 D18, 95 = T19 D19, 92 = T20 D16. Von 81 bis 90 gilt dasselbe Prinzip, zusätzlich lässt sich bei einem Single-Treffer über ein weiteres Single und die D25 finishen – zum Beispiel 90 = T20 D15, 88 = T20 D14, 85 = T15 D20, 82 = Bull D16 oder T14 D20. Von 61 bis 80 entscheidet, ob noch drei oder nur zwei Darts in der Hand sind (80 = T20 D10, 76 = T20 D8, 68 = T20 D4, 65 = 25 D20, 61 = 25 D18). Zwischen 41 und 60 stellt man sich mit einem Single das Doppel (60 = S20 D20, 52 = S20 D16 oder S12 D20). Unter 41 ist jede gerade Zahl direkt ein Finish (40 = D20, 32 = D16), bei ungeraden Zahlen trifft man erst ein Single, das ein möglichst gutes Doppel übrig lässt (39 = S7 D16, 35 = S3 D16, 3 = S1 D1).
Die zweite Chance: warum Profis andere Wege gehen
Der wichtigste taktische Gedanke lautet: Verfehle ich das Triple und treffe nur das Single, muss ich trotzdem noch einen Wurf auf ein Doppel bekommen. Beispiel 123 Rest: Wer auf die T20 wirft und nur die S20 trifft, hat 103 Punkte Rest – mit zwei Darts nicht mehr zu finishen. Startet man dagegen mit der T19, bleiben bei einem Single-Treffer 104 Punkte, die über T18 D25 noch machbar sind. Trifft man die T19, stehen 66 Punkte: Hier ist die T16 klüger als die T10, denn nach T16 (D9 Rest) wie nach S16 (D25 Rest) gibt es weiter einen Dart aufs Doppel. Das gleiche Denken erklärt einen scheinbar krummen Weg: 77 kann man über T15 D16 spielen – ein schönes Doppel. Trifft man aber nur die S15, bleiben 62 (S12 Bull oder T10 D16, beides schwer). Über T19 D10 hingegen bleibt nach einem Single 19 noch 58 übrig, also S18 D20. Deshalb ist die 19er-Route die höhere Prozentwahrscheinlichkeit, auch wenn das Endspiel-Doppel weniger beliebt ist. Auch die ungewöhnliche 79 = T19 D11 folgt dieser Logik: Nur dieser Weg garantiert, dass man nach dem ersten Dart unter 61 Punkten bleibt und sich so mit zwei Singles noch ein Doppel stellen kann.
Das richtige Doppel stellen
Nicht jedes Doppel ist gleich gut. Gerade Doppelfelder sind besser als ungerade: Wirft man auf die D20 und trifft nur die S20, kann man direkt auf die D10 nachwerfen. Bei der D19 dagegen muss man nach einem Single erst wieder ein Single treffen, um überhaupt ein Doppel zu stellen. Ein Doppel ist also umso wertvoller, je öfter es sich durch Single-Treffer halbieren lässt und dabei gerade bleibt. Die Rangfolge: D16 lässt sich viermal halbieren, D8 dreimal, D20, D12 und D4 zweimal, D18, D14, D10, D6 und D2 einmal – alle ungeraden Doppel (D19, D17, D15, D13, D11, D9, D7, D5, D3, D1) gar nicht. Die 32 (D16) ist deshalb die Restpunktzahl, die sich jeder Dartspieler wünscht. Dazu kommen persönliche Vorlieben: Gary Anderson finisht am liebsten über die D20, Mensur Suljovics Lieblingsdoppel ist die D14. Technisch sind übrigens alle Doppelfelder gleich groß – die einzige Ausnahme ist das innere Bullseye. Ein weiterer Praxistipp: Beim Wurf auf ein Single sollte man ein Feld wählen, bei dem ein versehentlicher Triple-Treffer nicht zum Überwerfen führt – bei 60 Rest zielt man also bewusst hoch auf die S20, weil die T20 die Aufnahme beendet.
Middle Game: Bogey-Zahlen vorher vermeiden
Ambitionierte Spieler denken schon vor dem Finishbereich über den Weg nach. Das sogenannte Middle Game bedeutet, die Punkte so herunterzuspielen, dass am Ende eine Kombination stehen bleibt – und keine der sieben Bogey-Zahlen. Ein Lehrbeispiel ist 303 Rest. Ein 180er lässt 123 übrig, also ein sauberes Finish. Verfehlt man aber ein Triple und trifft eine einfache 20, sind maximal 140 möglich – Rest 163, eine Bogey-Zahl. Top-Spieler weichen deshalb auf die T18 aus: Zwei Treffer bringen 195, das Single Bull stellt anschließend die 170. Und trifft ein Pfeil nur die S18, bleiben 230 – dann führt die T20 wieder zur 170. Hilfreich für dieses Rechnen ist es, die Segmente mit ihrem Endwert zu denken (also „57“ statt „Triple 19“) und die Vielfachen der Cricket-Zahlen zu kennen: 4x19 = 76, 5x19 = 95, 6x19 = 114, 7x19 = 133 oder 6x18 = 108, 7x18 = 126.
Häufige Fragen
Was ist das höchste Finish beim Darts?
170 Punkte, das sogenannte „Big Fish“. Es gibt dafür nur einen einzigen Weg: Triple 20, Triple 20, Bullseye.
Welche Zahlen kann man mit drei Darts nicht auswerfen?
Die sieben Bogey-Zahlen 169, 168, 166, 165, 163, 162 und 159. Sie liegen unter 170, sind aber mit drei Darts trotzdem nicht zu checken.
Was bedeuten T, D, S, Bull und 25 in der Tabelle?
T steht für Triple, D für Doppel, S für Single (Einfachfeld), Bull für das Bullseye (50 Punkte) und 25 für das Half Bull bzw. Single Bull (25 Punkte).
Welches Doppel sollte ich mir stellen?
Möglichst die D16: Sie lässt sich viermal halbieren, danach folgen D8 (dreimal) sowie D20, D12 und D4 (zweimal). Ungerade Doppel wie D19 oder D11 lassen sich gar nicht halbieren und sind damit taktisch am schwächsten.
Darf der Schreiber mir sagen, wie ich finishen soll?
Nein. Die Regeln verbieten es dem Schreiber oder Referee, einen Finishweg zu nennen. Man darf ihn aber jederzeit fragen, wie viel man geworfen hat oder wie viel noch offen ist. Der Referee ruft vor dem Wurf den Restwert aus, wenn dieser mit maximal drei Darts machbar ist – „Double sixteen“ sagt er bei 32 Rest also nicht.
Wie viele Darts braucht man mindestens für ein 501er-Leg?
Neun Darts. Eine klassische Variante ist 180, 180, 141 – also zweimal die maximale Aufnahme und ein 141er-Finish.
Gilt Double Out immer?
Im Steeldart ist Double Out Standard. Beim E-Dart gibt es zusätzlich die Variante Master Out, bei der ein Spiel auch über ein Triple-Feld beendet werden kann.