Double Out, Single Out, Master Out: Die Checkout-Arten
Beim Checkout entscheidet die Ausspielvariante, mit welchem Feld ein Leg beendet werden darf: Double Out verlangt ein Doppel, Master Out erlaubt Doppel oder Triple, und bei Single Out (Straight Out) beendet jedes gültige Feld das Leg. Double Out ist Standard im Steeldart, Master Out und Single Out kommen vor allem im E-Dart vor.
Eckdaten
- Double Out: nur Doppel
- Master Out: Doppel oder Triple
- Single Out: jedes Feld
- Turnierstandard: 501 Double Out
- Höchstes Double-Out-Finish: 170
- Höchster Rest in einem Dart (Master Out): 60
- DSAB E-Dart: A-Liga Single, B-Liga Master Out
- Outchart-Grundlage: Kari Kaitanen, "The Dart Book"
Was "Out" im Dart bedeutet
Die Begriffe In und Out beschreiben, wie ein Leg angefangen bzw. beendet werden muss. Im klassischen X01-Modus (501, 401, 301) geht es darum, den Anfangspunktestand durch Treffer auf die Dartfelder auf exakt 0 zu reduzieren. Die Ausspielvariante legt fest, welches Feld der letzte Pfeil dafür treffen darf. Straight In bzw. Out erlaubt den Einstieg bzw. das Beenden über jedes beliebige Dartfeld. Bei Double In bzw. Out müssen der erste bzw. letzte Dart auf einem Doppelfeld landen. Bei Master Out darf das Leg zusätzlich durch einen Treffer auf ein Triple-Feld beendet werden. Triple In dagegen erlaubt nur den Start durch einen Triple-Treffer – ein Double reicht hier nicht aus. Wichtig für alle Varianten: Wirft ein Spieler einen Wert, der höher als sein Restpunktestand ist, wird der komplette Durchgang nicht gewertet (Überwerfen/Bust). Er startet in seinem nächsten Durchlauf mit dem Punktestand von vor dem Überwerfen.
Double Out: der Turnierstandard
Bei Double Out muss der letzte Dart ein Doppelfeld treffen. Das Bull's Eye (Inner Bull, 50 Punkte) darf dabei zum Beenden eines Legs verwendet werden, denn es zählt als Doppelfeld – ebenso beim Double In zu Spielbeginn. Das Single Bull mit 25 Punkten zählt hingegen nicht als Doppel. Gängigste Turnierform ist das 501 Double Out: Die Spieler müssen die 501 Punkte möglichst schnell und zwangsweise durch einen Double-Treffer beenden. Daraus ergibt sich eine taktische Komponente, was das finale Doppelfeld und den Weg dorthin betrifft. Im Steeldart wird ausschließlich Double Out gespielt; im DSAB gilt Doppel-Out ab der A-Liga im Softdart-Ligabetrieb nicht – dort wird in der A-Liga mit einem Single beendet. Die Finish-Wege für Double Out sind gut erforscht. Der Darts1 Outchart basiert auf wissenschaftlichen Berechnungen von Kari Kaitanen, veröffentlicht in "The Dart Book" (ISBN 951-96680-1-2), und zeigt die Wege mit der größten Trefferwahrscheinlichkeit für fortgeschrittene Spieler. Beispiele: 170 = T20-T20-Bull's Eye (das höchste mögliche Finish), 100 = T20-D20, 40 = D20.
Master Out: Doppel oder Triple beendet das Leg
Master Out ist eine Checkout-Regel aus dem E-Dart. Ein Leg darf nur durch ein Doppelfeld oder ein Triple-Feld beendet werden – ein Single-Feld ist als letzter Dart nicht erlaubt. Im DSAB wird Master Out in der B-Liga gespielt. Das Triple-Feld eröffnet völlig neue Möglichkeiten und verändert die Setup-Routen gegenüber Double Out deutlich. Unter 60 Punkten sind die Wege oft grundlegend anders: Bei Rest 50 geht S10 auf D20 oder T10 direkt aus, bei Rest 41 S9 auf D16 oder T13 direkt, bei Rest 38 D19 direkt (eine Single 19 als letzter Dart wäre ungültig). Bei ungeraden Resten bieten T13, T15, T17 oder T19 direkte Auswege. Auch Reste, die bei Double Out nicht in einem Dart zu schaffen sind, werden auf einen Pfeil ausspielbar: 120 = T20-T20, 117 = T19-T20, 60 = T20, 57 = T19, 48 = T16. Die Master-Out-Checkliste von Darts1 wählte die Wege so, dass man auch beim Abrutschen in Single- oder Nachbarfelder so oft wie möglich noch eine Chance zum Checkout bekommt. Master Out gilt nicht im Steeldart – Standard dort ist Double Out.
Single Out (Straight Out): jedes Feld zählt
Single Out, auch Straight Out genannt, ist die einfachste Variante: Ein Leg darf mit jedem Feld beendet werden, kein Doppel ist vorgeschrieben. Trifft der letzte Dart ein gültiges Feld mit der exakt verbleibenden Punktzahl, endet das Leg sofort – auch über Single-Felder und das Single Bull. Bei Rest 25 oder 50 kann also das Single Bull das Leg beenden. Taktisch führt das zu häufig direkten Wegen über große Single-Felder, weil kein Doppel nötig ist. Single Out verzeiht Fehltreffer eher, Routen können konservativer gewählt werden. Bei Blockaden im Zielfeld wählt man alternative große Felder. Ein verbreitetes Missverständnis: Single Out sei immer leichter – das Finish ist einfacher, aber Scoring und Setups bleiben entscheidend. Ebenso ist das Bull kein Muss, sondern optional; große Single-Felder sind oft die stabilere Wahl. Gespielt wird Single Out vor allem im E-Dart-Freizeit- und Ligabetrieb – im DSAB etwa in der A-Liga. Gerade Anfänger spielen aufgrund der Schwierigkeit zu Beginn häufig Straight In und Out, was dann nur als 501/301/X01 ohne Zusatz bezeichnet wird.
Welche Variante wann? Praxis und Routenwahl
Steeldart und alle großen Turniere: Double Out, meist als 501 Double Out. E-Dart/Softdart: je nach Reglement Single Out, Master Out oder Double Out – im DSAB wird ab der A-Liga mit einem Single beendet, in der B-Liga gilt Master Out. Das jeweilige Reglement bestimmt die Ausspielvariante, ein Blick in die Ligaordnung lohnt sich also vor dem ersten Spiel. Für jede Variante gibt es eigene Outcharts. Für Double Out empfiehlt sich der klassische Outchart, für Master Out die Master-Out-Checkliste – die Wege sind bei kleinen Resten teils grundlegend verschieden. Zum Erlernen kann man mit Karteikarten arbeiten oder die Outchart-Übersicht so positionieren, dass man häufig einen Blick darauf werfen kann. Ein Tipp für Fortgeschrittene: Es ist sinnvoll, die einzelnen Segmente des Dartboards mit ihrem bereits multiplizierten Endwert zu betrachten, also nicht von einer Triple 19 zu sprechen, sondern vom Feld mit dem Wert 57. Wichtig ist zudem, die Werte aller Doppel- und Triple-Felder zu kennen und zu verstehen, warum gerade diese Kombinationen sinnvoll sind.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Double Out und Master Out?
Bei Double Out muss der Abschluss ein Doppel sein. Bei Master Out sind Doppel oder Triples als Abschluss erlaubt, Singles jedoch nicht.
Zählt das Bull's Eye als Doppel?
Ja. Das Bull's Eye (Inner Bull, 50 Punkte) zählt als Doppelfeld und darf bei Double Out zum Beenden eines Legs sowie bei Double In zum Start verwendet werden. Das Single Bull (25 Punkte) zählt nicht als Doppel, kann aber bei Single Out das Leg beenden.
Gilt Master Out im Steeldart?
Nein. Standard im Steeldart ist Double Out. Master Out wird vor allem im E-Dart genutzt – im DSAB in der B-Liga.
Was ist der Vorteil von Single Out?
Kein Doppelzwang: Konservative Abschlusswege über große Single-Felder sind möglich, und Fehltreffer werden eher verziehen. Scoring und Setups bleiben aber entscheidend.
Welche Variante sollten Anfänger spielen?
Gerade Anfänger spielen aufgrund der Schwierigkeit zu Beginn häufig Straight In und Out, was dann nur als 501/301/X01 ohne Zusatz bezeichnet wird. Der Turnierstandard 501 Double Out lohnt sich, sobald das Scoring stabiler wird.
Was passiert, wenn man sich überwirft?
Wirft ein Spieler mehr Punkte als sein Restpunktestand, wird der komplette Durchgang nicht gewertet. Er startet in seinem nächsten Durchlauf mit dem Punktestand von vor dem Überwerfen.