Was bedeutet der Average beim Darts?

Der Average ist die wichtigste Leistungskennzahl im Darts: Er gibt an, wie viele Punkte ein Spieler im Schnitt pro Aufnahme mit drei Darts erzielt. Berechnet wird er, indem man die erzielten Punkte durch die Anzahl der geworfenen Darts teilt und das Ergebnis mit drei multipliziert.

Eckdaten

  • Formel: Punkte ÷ Darts × 3
  • Perfektes Leg: 9 Darts = 167,0
  • 15-Darter: 100,20
  • TV-Weltrekord: 123,40
  • WM-Rekord: 114,05
  • WM-Finale: 110,94
  • Rekord ohne TV: 134,84
  • Rekord Frauen: 114,56

Was der Average aussagt

Der Average (deutsch: Punkteschnitt) beschreibt, wie viele Punkte eine Spielerin oder ein Spieler im Schnitt pro Aufnahme erzielt. Da eine Aufnahme aus maximal drei Darts besteht, ist in der Praxis fast immer der 3-Dart-Average gemeint: Ein Average von 100 bedeutet also 100 Punkte pro drei Darts. Gelegentlich wird auch der 1-Dart-Average genutzt – das ist derselbe Wert, nur ohne die Multiplikation mit drei. Der Average ist die am häufigsten zitierte Statistik in Darts-Matches, weil er die Form eines Spielers grob abbildet. Entscheidend ist dabei: Es zählen alle geworfenen Darts mit – hohe Scores auf die Triple 20 ebenso wie Setup-Darts, verfehlte Doppel und Bust-Aufnahmen. Deshalb kann der Wert im Verlauf eines Matches steigen und fallen. Je länger ein Match dauert, desto schwerer ist ein hoher Average zu halten, weil schwache Legs und Fehlwürfe am Doppel den Schnitt nach unten ziehen.

So wird der Average berechnet

Die Formel lautet: erzielte Punkte ÷ geworfene Darts × 3 = 3-Dart-Average. Bei einem gewonnenen Leg über 501 Punkte sind die erzielten Punkte genau der Startwert. Beispiel: 501 ÷ 15 = 33,40 Punkte pro Dart, mal drei ergibt einen Average von 100,20. Ein 18-Darter entspricht 501 ÷ 18 = 27,83 × 3 = 83,50, ein 12-Darter bereits 125,25 und ein 21-Darter 71,57. Bei verlorenen Legs funktioniert die einfache Rechnung nicht, weil der Startwert nicht komplett abgeräumt wurde. Dann zieht man die Restpunktzahl vom Startwert ab und teilt die Differenz durch die geworfenen Darts. Beispiel: 501 minus 123 Restpunkte ergibt 378 geworfene Punkte; 378 ÷ 18 Darts = 21, multipliziert mit drei ergibt einen 3-Dart-Average von 63. Wichtig für die Zählweise: Bustet ein Spieler mit dem ersten oder zweiten Dart einer Aufnahme, gilt die Aufnahme trotzdem als komplett und wird mit drei Darts gezählt. Fällt der entscheidende Dart auf das Doppel dagegen schon mit dem ersten oder zweiten Wurf, werden nur diese Darts gezählt. Der Match-Average ist außerdem nicht der Mittelwert der einzelnen Leg-Averages, sondern wird über alle Darts und Punkte des gesamten Matches gerechnet.

Was ist ein guter Average?

Das hängt stark vom Spielniveau ab. Im Hobbybereich gelten rund 50 bis 70 Punkte als üblich, ein solider Ligaspieler liegt etwa zwischen 70 und 85, sehr starke Amateure erreichen 90 und mehr. Ein Average zwischen 50 und 60 kann im Freizeitbereich also schon ordentlich sein. Im Profibereich gelten andere Maßstäbe: Bei PDC-Turnieren ist ein Average um 90 ordentlich, über 95 stark und über 100 sehr gut. Werte deutlich über 105 oder 110 in einem Match sind absolute Weltklasse und die Ausnahme, nicht die Regel. Aussagekräftig wird der Wert vor allem über mehrere Spiele oder Turniere hinweg – an einem Tag kann ein Spieler weit über seinem Normalniveau werfen und beim nächsten Turnier deutlich darunter bleiben.

Warum der höhere Average nicht automatisch gewinnt

Darts wird in Legs entschieden, nicht in Punkteschnitten. Wer viel scort, aber am Doppel zu viele Chancen liegen lässt, kann trotz deutlich höherem Average verlieren – auch zehn Punkte Vorsprung im Schnitt sind keine Garantie. Ein Beispiel: Spieler A wirft einen Average von 101, trifft aber nur 20 Prozent seiner Doppel, während Spieler B mit 94 Average die Hälfte seiner Chancen nutzt. In so einem Match gewinnt häufig Spieler B. Ebenso wichtig wie hohe Scores ist das Timing. Spieler wie Raymond van Barneveld und James Wade gelten als Meister darin, im entscheidenden Moment ein High-Finish zu treffen. Auch das Stellen im Finishbereich spielt eine Rolle: Wer sich ungünstige Restpunkte oder Bogey-Zahlen stellt, braucht zusätzliche Aufnahmen und verliert Rhythmus. Für das Leg selbst ist es dagegen egal, ob die Restzahl mit dem ersten, zweiten oder dritten Dart gecheckt wird.

Average, Doppelquote und First-9-Average

Der Average ist vor allem ein Hinweis auf die Scoring-Leistung. Für die vollständige Bewertung eines Spiels braucht es zusätzlich die Doppelquote, die Checkout-Höhe, die gewonnenen Legs und den Matchverlauf. Die Doppelquote zeigt, wie effizient ein Spieler seine Chancen zum Leggewinn nutzt – verfehlte Doppel erhöhen die Dartanzahl, ohne Punkte zu bringen, und drücken damit auch den Average. Eine wichtige Ergänzung ist der First-9-Average: Er betrachtet nur die ersten neun Darts eines Legs und misst damit das reine Scoring ohne Doppeldruck. Die Formel lautet Punkte nach 9 Darts ÷ 9 × 3. Wer beispielsweise 140, 140 und 121 wirft, kommt auf 401 Punkte und damit auf einen First-9-Average von 133,7. Wer den eigenen Average verfolgen will, nutzt am besten Apps oder Zählprogramme. Sinnvoll ist ein Tracking von 3-Dart-Average, First-9-Average und Checkout-Prozent zusammen – dazu Scoring-Übungen zur Stabilisierung und gezieltes Doppeltraining, das „leere“ Darts reduziert.

Die großen Average-Rekorde

Der Weltrekord für ein im Fernsehen übertragenes Match hält Michael van Gerwen: Am 25. Februar 2016 warf er in der Premier League gegen Michael Smith beim 7:1 einen Average von 123,40 – Smith kam auf 91,41. Lange sah es sogar nach über 130 Punkten im Schnitt aus, ehe van Gerwen im vorletzten Leg drei Darts auf die Doppel 18 verfehlte. Vor ihm hielt Phil Taylor die Bestmarke mit 118,66 aus der vierten Runde der UK Open 2010 gegen Kevin Painter. Bobby George war 1979 im Finale der News of the World Darts Championship gegen Alan Glazier der erste Spieler mit einem Average über 100 im Fernsehen (100,20). Bei der Weltmeisterschaft liegt der Rekord ebenfalls bei van Gerwen: 114,05 im WM-Halbfinale 2017 gegen Raymond van Barneveld. Den höchsten Average in einem WM-Finale warf Phil Taylor 2009 mit 110,94. Luke Littler hält den Rekord für den höchsten Average in einem Satz bei einer PDC-WM mit 140,91 im letzten Satz seiner Zweitrundenpartie gegen Ryan Meikle bei der WM 2025; zuvor stand die Marke bei 136,64 durch Gerwyn Price im sechsten Satz des WM-Finals 2021 gegen Gary Anderson. Abseits der TV-Bühne fallen die Werte noch höher aus: Kyle Anderson warf 2015 bei einem PDC-Pro-Tour-Event einen Average von 134,84 gegen Terry Jenkins. Gary Anderson hält mit 123,83 den Rekord für ein live gestreamtes PDC-Match, aufgestellt bei der Players Championship 15 im Jahr 2024. Bei den Frauen liegt die Bestmarke bei Beau Greaves, die am 26. April 2024 in der MODUS Super Series gegen Kevin Painter 114,56 warf.

Häufige Fragen

Wie berechnet man den 3-Dart-Average?

Erzielte Punkte durch die Anzahl der geworfenen Darts teilen und mit drei multiplizieren. Bei einem gewonnenen 501er-Leg in 18 Darts: 501 ÷ 18 = 27,83 × 3 = 83,50. Bei verlorenen Legs zieht man erst die Restpunktzahl vom Startwert ab.

Welcher Average entspricht einem 9-Darter?

Ein perfektes Leg mit neun Darts ergibt 501 ÷ 9 = 55,67 Punkte pro Dart und damit einen 3-Dart-Average von 167,0.

Was ist ein guter Average?

Als Richtwerte gelten: Hobby 50–70, solide Liga 70–85, sehr stark 90+. Bei PDC-Profis ist ein Average um 90 ordentlich, über 95 stark und über 100 sehr gut.

Zählen verfehlte Doppel und Busts mit?

Ja, alle geworfenen Darts zählen – auch Setup-Darts, verfehlte Doppel und Bust-Aufnahmen. Ein Bust mit dem ersten oder zweiten Dart gilt sogar als komplette Aufnahme mit drei Darts. Nur beim Leg-Gewinn werden die nicht mehr geworfenen Darts nicht gezählt.

Was ist der Unterschied zum First-9-Average?

Der First-9-Average betrachtet nur die ersten neun Darts eines Legs und bewertet damit das reine Scoring ohne Doppeldruck. Formel: Punkte nach 9 Darts ÷ 9 × 3. Beispiel: 140 + 140 + 121 = 401 Punkte ergibt 133,7.

Gewinnt immer der Spieler mit dem höheren Average?

Nein. Darts wird in Legs entschieden. Wer seine Doppel nicht trifft, kann trotz zehn Punkten mehr im Schnitt verlieren. Deshalb sollte der Average immer zusammen mit Doppelquote, Checkouts und Matchverlauf betrachtet werden.